
Synode 2026: Neuordnung der Pastorenstellen und Bekräftigung des Engagements im Claudiana-Verlag
Synode beschließt die Einrichtung einer Kommission zur Reduzierung der Pastorenstellen und bestätigt Beteiligung am Verlag Claudiana Editrice.
Die Zahlen – ganz ohne Umschweife
Der zweite Tag der dritten Sitzung der 24. Synode der ELKI am 1. Mai begann mit dem Bericht des Finanzbeauftragten Jens Ferstl.

Im Mittelpunkt stand die offene Wunde: die Kürzung der Mittel aus der OPM-Steuer durch das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, die auf einen Fehler der CAF zurückzuführen ist, die in den vergangenen Jahren die Steuererklärungen bearbeitet haben.
Ferstl erläuterte die Haushaltslage und den laufenden Dialog mit dem Ministerium. Die anschließende Debatte war lebhaft und direkt: Die Synodalen forderten vom Konsistorium konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der kritischen Punkte sowie praktische Instrumente – wie das Sammeln von Unterschriften für die „Acht Promille“ in der Steuererklärung –, um die Strategie in alltägliche Handlungen umzusetzen.
In einer Abstimmung wurde die Arbeit des Konsistoriums mit Dekan Carsten Gerdes, Vizedekanin Kirsten Thiele, dem Finanzbeauftragten Jens Ferstl, der gesetzlichen Vertreterin Cordelia Vitiello und Angelo Ruggieri durch die Synode angenommen.

Mikroprojekte halten Einzug in die Synode
Zum ersten Mal trifft die Synodenversammlung direkt mit den Akteuren der Zivilgesellschaft zusammen, denen die Mittel der evangelisch-lutherischen OPM-Gelder zugute kommen.
Vier der über 24 Organisationen, die im Rahmen der Ausschreibung für Mikroprojekte 2026 gefördert werden, hatten somit die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen: Salvatore Sofia vom Teatro dei Venti, Cosimo Scarano von Dream Life ETS, Lorenzo Belli und Maria C. Frustaci von La Nave di Telemaco, Maura Benedetti und Elvio Raffaello Martini von BuonAbitare APS.
Gesichter, Geschichten, Regionen, die in das synodale Leben einfließen und es verändern – denn eine Kirche, die Projekte finanziert und ihnen dann Gehör schenkt, vollbringt bereits vor der Kommunikation einen Akt der Kohärenz.
Eine Perspektive, die die ELKI als eine Art gemeinschaftliche Diakonie versteht, die auf der Grundlage gemeinsamer Werte handelt und sich auf das Engagement derjenigen stützt, die konkrete Projekte zum Wohle der Gesellschaft umsetzen können und wollen.

Zwölf Pastorenstellen: Die Kommission, die die ELKI neu gestalten wird
Am Samstag, dem 2. Mai, wurden die Arbeiten mit einer Begrüßungsrede des Bischofs der Evangelischen Kirche der Augustanischen Konfession in Slowenien, Aleksander Erniša, fortgesetzt.

Dann folgte einer der sicherlich am meisten erwarteten und bedeutendsten Beschlüsse dieser Synode: die Einrichtung einer Kommission, die bis 2027 einen Vorschlag zur Neuordnung der Pastorenstellen der ELKI vorlegen soll, mit dem Ziel, die Zahl auf höchstens zwölf zu begrenzen.
Die Kommission soll Kriterien festlegen, die theologische und strategische Überlegungen sowie die aktuelle wirtschaftliche und menschliche Realität berücksichtigen.
Das Centro Melantone und die europäischen Fördermittel
Patrick Spitzenberger, Leiter des Centro Melantone, hielt einen zukunftsorientierten Vortrag: Dank der Zusammenarbeit mit der Waldenser-Fakultät können die Studierenden des Centro nun durch die Teilnahme am Studienjahr ECTS-Punkte erwerben.
Eine besonders wichtige Chance für Studierende außerhalb Deutschlands, die besser dem europäischen Standard entspricht.
Spitzenberger bestätigte die gute Stimmung unter den Studierenden und kündigte die neue Vereinbarung zwischen dem Centro Melantone und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) an, deren neue Generalsekretärin Susanne Schenk bereits zu Gast in Rom war.
La Claudiana: Bleiben, auch wenn es teuer ist
Die Debatte über den Claudiana-Verlag — den einzigen protestantischen Verlag in Italien – nahm einen wesentlichen Teil der Beratungen ein.
Ingrid Pfrommer, Vizepräsidentin und Vertreterin der ELKI im Verwaltungsrat, legte den Bericht vor. Der ursprüngliche Vorschlag sah vor, die Anteile der ELKI an die anderen Gesellschafter zu übertragen.
Im Verlauf der Diskussion betonte die Moderatorin der Tavola Valdese, Alessandra Trotta, wie wichtig es ist, ein Engagement nicht aufzugeben, das eine Form des Dialogs mit der italienischen Gesellschaft und dem Protestantismus insgesamt darstellt.
Eine Einschätzung, die bereits in zahlreichen Beiträgen eines Großteils der Synodalen zum Ausdruck gebracht und bekräftigt wurde.
Die Debatte bestätigte in der Tat den weit verbreiteten und festen Willen der Lutheraner sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer, sich nicht der Verantwortung zu entziehen, in der italienischen Gesellschaft auf kultureller und publizistischer Ebene präsent zu sein.
Die Synode beschließt daher eine Reduzierung des Anteils von 15 % auf 7 %: Damit bleibt die ELKI Gesellschafterin der Claudiana, verringert ihr finanzielles Engagement und behält ihren Sitz im Verwaltungsrat.

Grüße und neue Wege
Bevor die Synode zu den Wahlen überging, verabschiedete sie die Pfarrerinnen und Pfarrer, die im Sommer ihr Amt in Italien niederlegen werden: Michael Jonas (Rom), Magdalena Tiebel-Gerdes (Ispra-Varese), Hanno Wille-Boysen (Mailand) und Carsten Gerdes (Ispra-Varese).

Jeder Pfarrer, jede Pfarrerin, der oder die neu hinzukommt, bringt Gaben und Talente mit, auf die eine Gemeinde gar nicht zu warten gewusst hat; jeder Pfarrer und jede Pfarrerin, der oder die geht, hinterlässt etwas, das sich nicht in Dienstjahren messen lässt, sondern in gesäten Samen, aufgebauten Beziehungen und Worten, die im richtigen Moment gesprochen wurden.
Die ELKI dankt ihnen nicht etwa aus Höflichkeit, sondern als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Gott für die große Ernte, bei der der Arbeiter zwar wenige sind, die aber durch Gottes Gnade stets reichlich ausfällt.
Pastoren und Pastorinnen, die ihre Gaben geteilt haben, und bei denen jeder einzelne ein empfangener Segen war – in der Gewissheit, dass diejenigen, die den Weg gemeinsam beschritten haben, einander nie ganz aus den Augen verlieren und dass der eingeschlagene Weg weiterhin Früchte trägt, hier und überall dort, wohin der Heilige Geist sie führen wird.