
Synode 2026 in Rom eröffnet: Auf, zur Ernte des Herrn
In Rom beginnt die 24. Synode der ELKI: neue Dekane, Krise um OPM-Gelder, Mikroprojekte und die Zukunft der lutherischen Kirche in Italien.
Eröffnungsgottesdienst: Mit leichtem Gepäck auf einen langen Weg
Am 30. April wurde in Rom die dritte Sitzung der 24. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien eröffnet.
Der scheidende Dekan Carsten Gerdes und die scheidende Vizedekanin Kirsten Thiele leiteten den feierlichen Gottesdienst, mit dem die Arbeiten eröffnet wurden.
Die Predigt, die sich um das Synodenmotto aus Matthäus 9,37–38 – „Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter“ – dreht, wirft gleich zu Beginn die Frage auf, die diese Tage begleiten wird: Was braucht es wirklich, um das Reich Gottes weiter aufzubauen?
„Vielleicht haben wir zu viel Gepäck — Hauptamtliche, Privilegien, Gewohnheiten, wunderbar gewachsene Strukturen“, begann Thiele. „Jesus forderte leichtes Gepäck. Und denen, die ihm folgten, versprach er nie einen einfachen Weg“. Der Verweis auf den reichen jungen Mann, der traurig weggeht, weil er nicht auf seinen Besitz verzichten kann, gibt den Ton für eine Synode an, die ihre Entscheidungen sorgfältig abwägen muss.

Der Wirbel um die OPM-Gelder
Im Bericht des scheidenden Dekans wird das schwierigste Problem unverblümt angesprochen: die drastische Kürzung der Zuweisungen aus der Acht-Promille-Steuer durch das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen.
Im Sommer 2025 behielt das Ministerium ohne Vorankündigung ein Drittel des Betrags ein. Die ELKI stand daher vor der Entscheidung, den Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang fortzusetzen oder einen Vergleichsvorschlag mit einer auf fünf oder sechs Jahre gestreckten Rückzahlung anzunehmen.
„Das war zweifellos die schwierigste Entscheidung der letzten vier Jahre“, sagt Gerdes. „Wir haben diese Entscheidung im Konsistorium einstimmig getroffen. Dafür bin ich dankbar“.
Nach vorne schauen, nicht aufgeben
Der Präsident der Synode Alfredo Talenti gab der Sitzung eine klare Botschaft: Wir dürfen uns trotz der Schwierigkeiten nicht in uns selbst zurückziehen.
„Wir waren der Ansicht, dass die Botschaft, die wir dieser Synode vermitteln sollten, darin besteht, den Blick nach vorne zu richten und die Ärmel hochzukrempeln“, sagt er in seinem Bericht.
Talenti forderte die Synodalen in einer ausführlichen Rede auf, zu diskutieren und Stellung zu beziehen – auch kritisch –, dabei aber stets im Auge zu behalten, dass das gemeinsame Ziel ist, Zeugnis abzulegen und Schwierigkeiten zu begegnen, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen.

Mikroprojekte und Zivilgesellschaft
Die Synode 2026 empfängt zum ersten Mal Vertreter der Vereine, die im Rahmen der Ausschreibung für Mikroprojekte gefördert werden.
Die dritte Ausgabe, die Anfang 2026 startete, verzeichnete immerhin fast 500 Bewerbungen – mehr als im Vorjahr. An zwei der vier synodalen Arbeitsgruppen sind Vertreter von vier begünstigten Vereinen beteiligt.
Die Strategie, so erklärt das Konsistorium, verfolgt zwei Ziele: Anstatt unbegrenzt in Werbung zu investieren, die nur Augen und Ohren anspricht, investieren wir in konkrete Projekte, die länger Bestand haben und den Menschen oder der Umwelt direkt zugutekommen. Daher ist es für die Synode wichtig, darüber und über die damit verbundenen Ergebnisse informiert zu sein.
Neue Gesichter, neue Wege
Auf dieser Synode werden die neuen Dekane gewählt.
Die Amtsübergabe erfolgt zu einem Zeitpunkt bedeutender Veränderungen beim pastoralen Personal: Der Dekan hat Heidi Lengler zur Pastorin ordiniert und sie in der Gemeinde Sizilien eingesetzt; Kirsten Thiele hat ihren Dienst in Verona angetreten und Elisa Schneider ist als Pastorin von Neapel in die ELKI zurückgekehrt.
Im Sommer werden vier Pastoren ihre Gemeinden verlassen: Magdalena Tiebel-Gerdes, Hanno Wille Boysen, Michael Jonas und Gerdes selbst, der mit seiner Frau nach Deutschland zurückgeht.
„Acht Jahre als Pfarrer in Italien, vier Jahre als Dekan. Mir hat sich ein unglaublicher, weltweiter Horizont eröffnet“, sagt er abschließend. „Ich werde tiefgreifend verändert nach Deutschland zurückkehren. Manches ist mir recht gut gelungen, anderes hat mich an meine Grenzen gebracht. Dafür kann ich mich nur entschuldigen. Und ich hoffe, dass der neue Dekan es besser hinbekommt“.

Ökumene und Partnerschaften
Der Bericht weist auf wichtige ökumenische Entwicklungen hin: Im Januar nahm die ELKI gemeinsam mit 16 weiteren christlichen Kirchen in Italien an einer gemeinsamen Veranstaltung im Rahmen der Weltgebetswoche in Bari teil.
In Slowenien hat Aleksander Ernisa das Amt des Bischofs übernommen; in Ungarn hat der neue Bischof Pál Keczkó sein Amt angetreten; in Österreich wurde Cornelia Richter zur ersten Bischöfin der evangelischen Kirche geweiht.
Die ELKI hat zudem eine Vereinbarung über gegenseitige Unterstützung zwischen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und dem Studienzentrum Centro Melantone unterzeichnet. „Wir sind nicht allein“, wiederholt Gerdes. „Kirche zu sein bedeutet jedoch, unterwegs zu sein. Gehen wir nicht traurig weg — wir haben Grund zur Freude“.
