
Glaubst Du das?
„Herr, wärst Du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Marta kann ihre Enttäuschung nicht verbergen. Schließlich hatte sie Jesus sofort rufen lassen, als sich abzeichnete, wie ernst es um ihren Bruder stand. Aber als Jesus endlich eintrifft, ist Lazarus schon vier Tage tot. Jesus bleibt ganz entspannt und sagt (Joh 11,25-26):
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;
und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.
Glaubst Du das?“
Marta antwortet: „Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes.“ Damit ist alles gesagt. In Jesus ist der lebendige Gott persönlich zur Welt gekommen. Der, der am Anfang gesagt hat: „Es werde Licht!“ Und? Es ward Licht. Der Schöpfer selbst hat in Jesus von Nazareth Hand und Fuß bekommen. Am Kreuz von Golgatha hat Er die Ohnmacht gegenüber dem Tod am eigenen Leibe erfahren. Aus Liebe zu seinen Geschöpfen ist Gott in den Tod gegangen. Das hat der Tod nicht verkraftet. Seit Ostern ist er eine gebrochene Existenz.
Wir müssen eines Tages sterben, ja. Aber um Jesu willen trägt nun nicht mehr nur unser Leben, sondern auch unser Tod ein Verfallsdatum. Was Marta damals an ihrem Bruder erleben durfte, ist wie ein Trailer für das, was Jesus mit uns noch vor hat. „Lazarus, komm heraus!“ rief Jesus mit lauter Stimme in die Felshöhle, in der sie Lazarus beigesetzt hatten. Und? Lazarus kam heraus. Dem Leben schaffenden Wort des Schöpfers hat der Tod nichts entgegenzusetzen.
Mit den besten Wünschen für eine weiterhin gesegnete Osterzeit!
Ihr
Timm Harder, Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Meran
Foto di Christoph Schütz da Pixabay