
Darf‘s mal irgendwie anders?
Seit Beginn der neuen Artikelserie für das Jahr 2026, hier auf der Seite des Umweltnetzwerks der ELKI, haben wir schon interessante Beiträge gelesen…
Darf‘s mal irgendwie anders?
Seit Beginn der neuen Artikelserie für das Jahr 2026, hier auf der Seite des Umweltnetzwerks der ELKI, haben wir schon interessante Beiträge gelesen, in denen Details und große Zusammenhänge nebeneinander stehen, oder anders ausgedrückt: das Allgemeine beinhaltet das Besondere und umgekehrt; die Dinge stehen oder geschehen nicht isoliert in einem anderen oder uns fernen Raum.
Gegenwärtig rücken viele Buchautoren aus den unterschiedlichsten Bereichen diese Zusammenhänge stark in den Mittelpunkt der Überlegungen und wir können vermehrt Stichworte wie: Komplexität, Vernetzung, Transformation, interdisziplinarische Herangehensweisen lesen. Dabei soll gedanklich herausgearbeitet werden, wie technologische, wirtschaftliche, soziale und natürliche Entwicklungen und (schädliche) Veränderungen sich gegenseitig auslösen und beeinflussen.
Die Darstellung und Erklärung vieler kleiner Details in großen Zusammenhängen, insbesondere auch zeitliche o. geschichtliche Verläufe, enden dann oft in Aufrufen und Argumentationen für einen sog. Paradigmenwechsel. Damit sind grundlegende Ansichten gemeint, die bisher unser modernes Leben bestimmt haben, wie z.B. wirtschaftliche Entwicklung zur Gewinnerbringung, auf den Mensch zentrierte Besitzstrukturen oder die Aufteilung der Welt in Machtbereiche u. staatliche Einheiten.
Aus der Ecke der Geschichte des Mittelalters kommt ein erfolgreiches Buch, geschrieben von der Geschichtsprofessorin Annette Kehnel, in dem erzählt wird, wie in Reich/Arm & Mikrokredit, Recycling, Sharing und Minimalismus (das sind die Titel der einzelnen Kapitel) in Europa, im Mittelalter, keineswegs gesellschaftlichen Entwicklungsstillstand bedeutet hätten. Solch ein Blick zurück regt Vergleiche zu heute an und evtl. auch Veränderungen in unseren gewohnten Betrachtungen unserer Lebensräume (z.B. auch eines Supermarkts oder einer Straßenbahn). Der 1. Schritt auf dem Weg des erwähnten Paradigmenwechsel.
Der deutsche* Titel des Buchs von A. Kehnel lautet „Wir konnten auch anders.“ Sicherlich spielt der Titel einen Ball rüber zu einem anderen Buchtitel, der vor noch einigen Jahren im deutschsprachigen Raum auf den Bestsellerlisten stand: „Wir können auch anders“, von der Autorin M. Göpel, die bereits vor zehn Jahren ein umfangreiches Buch zum Thema „Mindshift“ ** erarbeitet hat.
Ich glaube, dass die Einblicke, die solche Bücher vermitteln, sehr hilfreich sind, wenn wir uns weiterhin Gedanken über unsere Epoche und die Erde als unser aller gemeinsames Zuhause machen.
(*auf Englisch: „Green Ages – Medieval Innovations in Sustainability“; ** PDF der engl. Version kann man kostenfrei herunterladen)
Jutta Mott