
Wird sich das Gesetz zur Regelung der Jagd ändern?
Das Gesetz zur Regelung der Jagd in Italien könnte sich erheblich ändern.
Eine bedeutende Veränderung
Das Gesetz zur Regelung der Jagd in Italien könnte sich erheblich ändern. Im Parlament wird derzeit der Gesetzentwurf DDL 1552 diskutiert, eine vom Regierungsbündnis angestrebte Reform zur Bewältigung der zunehmenden Wildtierbestände, insbesondere von Wildschweinen und anderen Huftieren. Der Text hat im Senat bereits die Änderungsphase durchlaufen und sorgt bei Umweltschützern, Wissenschaftlern und Jagdverbänden für intensive Debatten.
Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Ausweitung der Jagdzeiten, einschließlich der möglichen Abschaffung der traditionellen Jagdsaisongrenze im Februar. Dadurch könnte die Jagd auch während sensibler Phasen für die Tiere, wie der Migration und Brutzeit, erlaubt werden. Zudem würde sich die Rolle des ISPRA, des wissenschaftlichen Instituts für Umwelt- und Naturschutz, ändern: Seine Stellungnahmen wären nicht mehr verbindlich, sondern lediglich beratend.
Die Reform sieht außerdem eine Ausweitung der Gebiete vor, in denen gejagt werden darf. Dazu könnten künftig auch staatliche Flächen wie Wälder, alpine Wiesen und andere Naturgebiete gehören. Darüber hinaus wird über eine Erweiterung der jagdbaren Arten sowie über einen verstärkten Einsatz lebender Lockvögel diskutiert.
Einer der umstrittensten Punkte betraf jedoch den Alpensteinbock. In den ersten Fassungen des Gesetzentwurfs wurde die Möglichkeit geprüft, ihn in die Liste der jagdbaren Arten aufzunehmen. Dies löste heftige Proteste von mehr als 55 Umwelt- und Tierschutzorganisationen aus, begleitet von Online-Kampagnen, Unterschriftensammlungen und öffentlichen Appellen.
Der Druck der öffentlichen Meinung führte schließlich zu einer Änderung: Der Alpensteinbock wurde durch einen Änderungsantrag, der auf Anregung des zuständigen Ministers Francesco Lollobrigida eingebracht wurde, aus der Reform ausgeschlossen.
Trotz dieser Anpassung bleibt der Gesetzentwurf umstritten. Während seine Befürworter ihn als notwendiges Instrument zur Kontrolle der Wildtierbestände ansehen, befürchten Kritiker eine Schwächung des Tier- und Umweltschutzes.