
Sei behütet…
Über Geschmack lässt sich streiten, aber manchmal, manchmal brauchen wir eine Kopfbedeckung: Da gibt es keine Diskussion.
Wenn die Sonne in der Wüste auf den Kopf scheint, wenn man einen gefährlichen Sport macht und einen Helm braucht, wenn man bei der Feuerwehr ist oder auf einer Baustelle, wenn es eiskalt ist und einem sonst die Ohren abfrieren.
Manchmal brauchen wir einen Hut – als Schutz.
Und da sind wir beim Thema; und dabei, was das Behüten mit Gott zu tun hat.
Manchmal brauchen wir Schutz und etwas über unserem Kopf, das die Gefahren von uns abhält: die Sonnenstrahlen, die uns verbrennen würden, Steine, die uns auf den Kopf fallen, die harte Straße, auf die wir stürzen, kalten Wind, der uns krank macht.
Wir Menschen allein haben zwar unsere Haare, aber die reichen nicht aus als Schutz. Wir brauchen noch etwas Weiteres, das uns schützt, wir brauchen noch etwas über uns.
Das ist die Erkenntnis und das Bewusstsein, dass wir Gott brauchen, denn allein ist vieles für uns Menschen zu gefährlich.
Wir können uns vor vielen Dingen selbst schützen; indem wir vorsichtig sind, indem wir im Sommer im Haus bleiben, in dem wir nichts Riskantes machen.
Wer nie aus dem Haus geht, braucht keinen Hut. Aber der hätte ein ziemlich langweiliges Leben.
Wenn wir aber aus dem Haus rausgehen, dann können wir uns nicht selber vor allem schützen. Dann müssen wir vertrauen, dass uns nichts passiert. Dann müssen wir davon ausgehen, dass jemand seine Hand über uns hat. Dann müssen wir irgendeinen zusätzlichen Schutz haben: Gott bietet sich dafür an!
Behütet sein bedeutet also mit einem Hut geschützt sein. Dieses Sprachspiel funktioniert ja nur im Deutschen mit dem Wort „Hut“: Be-hütet.
Im Italienischen funktioniert dieses Sprachspiel nicht. Aber das gibt es ein anderes:
Pro-tetto: Geschützt sein heißt, unter einem Dach sein. Das Wort „Schutz“ hat hier mit dem Wort „tetto“ zu tun.
Ich bin dann sicher, wenn ich ein Dach über dem Kopf habe. Ich bin dann sicher, wenn ich mich unter etwas stellen kann, das den Regen oder die Sonne von mir abhält.
Es ist großartig, dass wir mit beiden Sprachspielen und beiden Bildern denken können. Denn am besten kombinieren wir sie: „Behütet“ und „protetti“.
Manchmal brauchen wir den Hut, den wir aufsetzen. Manchmal brauchen wir das Dach, unter das wir gehen können, um sicher zu sein.
Beides ist Schutz; und beides will Gott für uns sein.
Gott sei Dank.
Pfr. Michael Jonas, Roma
Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay