
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
“Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu” (Offenbarung 21,5)
Der Tisch ist reich gedeckt. Die Musik ist fröhlich. Die Stimmung ist großartig! Der letzte Abend des Jahres, Gemeinsam mit Freunden feiere ich Silvester. Wir erzählen, lachen und singen. Auf einmal fragt eine Freundin: „Und was habt ihr euch so für das neue Jahr vorgenommen?“ Lachen, Schulterzucken, Abwinken. „Im neuen Jahr muss sich was ändern, es muss was Neues her“ sagt sie. Und dann erzählen wir uns unsere ‚guten‘ Vorsätze (das Übliche: mehr Sport, weniger Digitalzeit, mehr Zeit für die Familie). Schließlich einigen wir uns augenzwinkernd: „In einem Jahr schauen wir mal, was daraus geworden ist.
Was Neues im neuen Jahr. Haben auch sie gute Vorsätze fürs neue Jahr? Dann wünsche Ihnen viel Glück! Denn leider sagt die Statistik: Die meisten guten Vorsätze werden wir nicht realisieren.
Mit dem „Wirf-Deine-Jahresvorsätze-über-Bord-Tag“ gibt es am 17. Januar sogar einen eigenen Tag, der dazu einlädt, Vorsätze zu überprüfen – und sie ggf. auch aufzugeben.
Rein wissenschaftlich gesehen gibt es für gute Vorsätze keinen schlechteren Zeitpunkt als den Jahresbeginn. Denn, so betonte vor kurzem ein Sportwissenschaftler im Radio, gerade jetzt sei der Körper am wenigsten leistungsfähig. Es fehle ihm vor allem an Sonnenlicht und damit am Stimmungstreibstoff Serotonin. Gute Vorsätze nicht erreichen? Das ist zutiefst menschlich! Zumindest was das Körperliche angeht.
Aber wie sieht es mit unserem Glauben aus? Die neue Jahreslosung lautet: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Sie stammt aus dem Buch der Offenbarung. Der Seher Johannes hat auf der Insel Patmos eine Vision. Darin sieht er, wie Gott auf einem Thron sitzt und den Menschen große Worte verheißt. Von nicht weniger als einem neuen Himmel und einer neuen Erde ist die Rede, eine neue Schöpfung mit Gott als Mittelpunkt, so hell wie die Sonne. Alles neu. Keine Tränen mehr, keine Angst mehr. Das Leiden der Welt und ihrer Bewohner wird ein Ende haben.
Was für eine wunderbare Verheißung! Für die Christen des ersten Jahrhunderts, die in großer Bedrängnis waren. Denn die ersten christlichen Gemeinden standen von innen wie von außen unter großem Druck. So genannte ‚Irrlehrer‘ versuchten zu spalten. Konflikte mit Synagogengemeinden ebenso wie mit philosophischen Strömungen waren an der Tagesordnung. Der Kaiserkult samt Verfolgungen ließ Christen um ihr Leben fürchten.
Was für eine wunderbare Verheißung! Für die Menschen heute. Denn nicht (nur die ELKI-) Gemeinden stehen innen wie von außen unter Druck. Sinkende Mitgliederzahlen, fehlende OPM-Mittel, fundamentalistische ‚Christfluencer‘ in den sozialen Medien, Säkularisierung und Bedeutungsverlust. Menschen leiden privat unter physischen wie seelischen Ängsten.
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Wie sehr wünsche ich mir, dass Gottes Verheißung sofort wahr wird! Von mir aus müsste heute gar nicht alles neu werden – es gibt so viel Schönes auf der Welt. Es würde schon reichen, wenn das Leiden der Welt und ihrer Bewohner wirklich ein Ende haben würden! Aber Gottes Wege sind nicht unsere Wege. Seine Verheißung gilt für das Ende aller Tage. Erst dann wird wirklich alles neu sein. Seine Worte sind Hoffnung für die Zukunft, die Konsequenzen im hier und heute hat: Schon jetzt werden Sorgen und Leid gemindert, wenn wir uns Gott anvertrauen und unsere Ärmel hochkrempeln. Nehmen wir uns die neue Jahreslosung zu Herzen! Nehmen wir Gott beim Wort. Denn dann gilt: Der Tisch ist reich gedeckt. Die Musik ist fröhlich. Die Stimmung ist großartig! Für alle.
Ich wünsche Ihnen ein hoffnungsreiches neues Jahr!
Pastor Dr. Johannes M. Ruschke (Venedig/Abano Terme)