
Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzerKraft. (Dt.6,5)
Dt.6,5 Monatsspruch Januar 2026
Der Monatsspruch für Januar stammt aus dem bekannten Text Shemà’ Israel, höre Israel, welches im Morgen- und Abendgebet der jüdischen Liturgie vorkommt. Es ist einer der fundamentalen Texte des Ersten Testaments, hier die etwas ausführlichere Fassung:
Shemà’ Israel
„Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. Gepriesen sei Gottes ruhmreiche Herrschaft immer und ewig! Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich (Gott) dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Kindern erzählen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden. Sie sollen als Merkzeichen auf deiner Stirn sein. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Tore schreiben.“ (Dt.6,4-9)
Es beginnt mit der Feststellung des Monotheismus – es gibt nur einen Gott! Und dieser Gott ist zu loben und sich an seine Worte zu erinnern ist fundamental für ein gelingendes Leben.
Martin Luther benutzt diese Worte (Vers 5) in seinem Kommentar zu den Geboten. Und als Jesus auf den reichen Jüngling trifft, der ihn nach dem ewigen Leben fragt, antwortet dieser, auf die Gegenfrage, was denn im Gesetz steht, mit den gleichen Worten, noch etwas ausführlicher sogar:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lk.10,27)
Gott über alles, und mit allem, was mich als Mensch ausmacht: Herz, Seele, Gemüt.
Nicht immer einfach – wir lieben auch so viele andere Dinge!
Aber in Momenten, wo ich es schaffe, da merke ich, dass es mir guttut. Es macht mich frei, Gott über alles zu stellen, frei aus so vielen Abhängigkeiten.
Vielleicht sollten wir, zumindest einen Monat lang, mal üben, wie es ist, Gott über alles zu lieben… Dieses Gebet, wie unsere jüdischen Geschwister, in unser tägliches Beten einfügen, um es nie mehr zu vergessen. Das wünsche ich uns.
Kirsten Thiele, Pastorin der Gemeinde Verona-Gardone
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