
Melanchton Zentrum
Protestantisches theologisches Zentrum in Rom: Studium, Forschung, internationale und ökumenische Kurse für Studierende, Doktoranden und Forscher aus ganz Europa.
Ein internationaler Bezugspunkt
Das Melanchthon Zentrum ist ein wichtiger Bezugspunkt für die protestantische Theologie in Italien.
Das Zentrum wurde 2002 von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) und der Waldensischen Theologischen Fakultät gegründet, um Studierenden und Forschenden einen Ort zu bieten, an dem sie sich im einzigartigen Kontext der Stadt Rom mit Theologie, Ökumene und Kirchengeschichte auseinandersetzen können.
Dank eines internationalen Netzwerks, zu dem die EKD, die GEKE, DNK/LWB, europäische Universitäten und ein aktiver Freundeskreis gehören, ist das Zentrum heute eine Drehscheibe für Bildung, Forschung und Begegnung für den europäischen Protestantismus.
Das Melanchthon Zentrum zu besuchen bedeutet, Theologie an dem Ort zu erleben, an dem die Geschichte der Kirche ihren Ursprung hatte und sich gewandelt hat.
Das Zentrum bietet ein Jahr theologischer Studien in Rom mit einem Programm für Theologiestudenten und -studentinnen aus ganz Europa, die folgende Einrichtungen besuchen können:
• die päpstlichen Universitäten,
• die Waldensische Theologische Fakultät,
• Seminare und Fachkurse des Zentrums.
Die Referenzsprache ist Italienisch.
Das Zentrum bietet außerdem:
• Kurzkurse und Intensivseminare,
• Fortbildungskurse für Pfarrer/innen, Dozenten/innen und Forscher/innen,
• Workshops zu Ökumene und Kirchengeschichte mit Schwerpunkt auf dem römischen Kontext.
Und regelmäßige öffentliche Initiativen, Konferenzen und Workshops, die Experten aus aller Welt zusammenbringen, um Themen zu behandeln, die nur Rom bieten kann: christliche Archäologie, Geschichte des Papsttums, ökumenischer Dialog, Schnittstelle zwischen Glauben und Kunst.
Das Zentrum unterstützt außerdem Wissenschaftler, die für zwei bis zwölf Monate in Rom leben möchten, um Forschungen zur Geschichte und Theologie der Stadt durchzuführen. Es stehen Studienplätze und ein internes Studentenwohnheim zur Verfügung.
Die Stärke des Melanchthon Zentrums liegt in der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit europäischen akademischen Einrichtungen, darunter:
• Universitäten in Deutschland und der Schweiz,
• Institut für deutsche Geschichte in Rom
• Pädagogisch-Theologisches Institut Kassel,
• Konfessionskundliches Institut Bensheim.
In Deutschland gibt es außerdem einen aktiven Freundeskreis, der ehemalige Studenten, Dozenten und Förderer zusammenbringt.

Die Gemeinde Ispra-Varese zu Gast in Turin
Ein Wochenende zusammen

Am letzten Wochenende, 18./19.10.2025, hat sich eine Gruppe von 10 Erwachsenen und 6 Jugendlichen aus der Evangelisch-Ökumenischen Gemeinde Ispra-Varese auf den Weg gemacht, um die Schwestergemeinde in Turin zu besuchen. Pfarrer Tobias Brendel und sein Hund Otto erwarteten die Gruppe an der neuen Pfarrwohnung in Turin. Von dort aus markierte ein Mittagessen in der Pizzeria um die Ecke den Auftakt zur gemeinsamen Zeit – bevor bei herrlichem Herbstwetter die Stadt unter der Führung von Pfarrer Brendel besichtigt wurde.

Für die Jugendlichen aus beiden Gemeinden, die sich teils schon aus dem Konfirmandenunterricht kannten, gab es ein Extraprogramm: einen Besuch im lokalen Schokoladenmuseum, dank der Organisation durch eine Turiner Familie. Gegen Abend stand Zeit für Unternehmungen in Kleingruppen auf dem Plan, die für Weinproben, Aperitivi, Stadtbummel oder private Treffen mit Gemeindemitgliedern genutzt wurde. Danach trafen sich alle wieder in einer Trattoria zum Abendessen.
Nach einer erholsamen Nacht in der Casa Don Bosco bildete der Besuch des Gottesdienstes den feierlichen Höhepunkt des Aufenthalts. Im Anschluss bot der Kirchenkaffee die Möglichkeit, weitere Gemeindemitglieder kennenzulernen und sich auszutauschen.

Dankbar für die herzliche Gastfreundschaft und die bereichernden Begegnungen machten sich Pfarrerin Magdalena Tiebel-Gerdes, Pfarrer Carsten Gerdes und die Reiselustigen aus Caldana auf die Heimreise. Mit der Gewissheit, dass Gemeindereisen eine tolle Möglichkeit sind, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken – außerhalb des regulären Alltags in der eigenen Gemeinde. Gleichzeitig fördern sie das Bewusstsein für die ELKI-Realität und die Vielfalt der unterschiedlichen Gemeinden.

Kinder schützen
Der Lutherische Weltbund ruft dringend dazu auf, Kinder vor und in Konflikten zu schützen.
Gewalt verhindern, Bewusstsein schaffen, Dialog fördern
Kinder in bewaffneten Konflikten schützen: Anlässlich des Weltfriedenstages schließt sich der Lutherische Weltbund (LWB) einem Aufruf von religiösen Verantwortlichen, Organisationen der Vereinten Nationen (UN) und der Zivilgesellschaft an, in dem dringend ein besserer Schutz für Kinder in Kriegsgebieten gefordert wird.
Mit der Kampagne soll auf eine traurige Realität aufmerksam gemacht werden: Weltweit leben heute 473 Millionen Kinder in Konfliktgebieten, 48,8 Millionen sind auf der Flucht. Im Jahr 2024 dokumentierten und überprüften die Vereinten Nationen 41.370 schwere Verstöße gegen Kinderrechte – ein Höchststand in den letzten 25 Jahren.
„Als Glaubende beten und arbeiten wir für den Frieden und wollen die am meisten gefährdeten Menschen schützen“, sagte LWB-Generalsekretärin Anne Burghardt. „Jedes Kind ist von Gott geliebt. Als Gemeinschaft setzen wir uns für den Schutz von Kindern ein und respektieren die Würde jedes Einzelnen.“
Text der Erklärung: Erklärung: Engagement für Kinder in Kriegsgebieten
Als Religionsgemeinschaften, internationale Organisationen, Zivilgesellschaft und Menschen guten Willens erheben wir gemeinsam unsere Stimme, um auf das Leid der Kinder im Krieg aufmerksam zu machen, die Unantastbarkeit und den Wert ihres Lebens zu bestärken, ihre Menschenwürde zu wahren und ihren Schutz als unschuldige, besonders schutzbedürftige und wertvolle Mitglieder einer jeden Gemeinschaft zu fordern. Die wiederholten Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht und Menschenrechtsnormen sind keine Einzelfälle. Sie spiegeln eine weitreichende und alarmierende Aushöhlung der gemeinsamen moralischen Grundsätze wider, für die Glaubensgemeinschaften seit Jahren einstehen und zu deren Entstehung sie beigetragen haben.
Über alle Kulturen hinweg erinnern uns heilige Texte, Gebete und Praktiken an gemeinsame ethische Gebote: Schwache schützen und nach Frieden streben. Bereits lange vor der Kodifizierung von humanitärem Recht und Menschenrechtsgesetzen riefen uns Glaube und moralische Werte zu Mitgefühl, zum Schutz der Schwachen, zur Stärkung von Beziehungen, zur Wahrung der Menschenwürde und zur Förderung des Rechts auf Leben auf.
Die Kindheit ist eine Zeit des Wachstums, der Identitätsfindung und der Verbundenheit. Wenn ein Kind zur Flucht gezwungen wird, ein Elternteil zu verliert oder Hunger und Verletzung erdulden muss, wird diese Zeit zerstört. Abgesehen von dem unmittelbaren Leid werden die Folgen häufig übersehen, doch sie sind dennoch verheerend: Mangelernährung und Verwendung von Nahrungsmitteln als Waffe; Versagen der Gesundheitssysteme, Ausbreitung von Krankheiten und Unterbrechung von Impfprogrammen; toxischer Stress und andere psychische Probleme; Bildungsabbrüche, Entwicklungsstörungen und frühzeitiges Heiraten und die Spaltung von Gemeinschaften mit der Folge, dass Vertrauen und Solidarität verloren gehen und unsere gemeinsame Zukunft – die Zukunft unserer Kinder – gefährdet wird.
Die schweren und zunehmenden Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte wie etwa gezielte Angriffe auf Kinder, ihre Schulen, Krankenhäuser, in denen sie behandelt werden, und Unterkünfte, in denen sie Zuflucht suchen, sind zutiefst beunruhigend und könnten zur Norm werden.
Das MUSS aufhören. Wir dürfen nicht schweigen. Veränderung ist möglich und wurzelt in den moralischen Lehren unseres Glaubens und den universellen Rechtsgrundsätzen, mit denen Gerechtigkeit und Frieden gesichert werden sollen. Wir sind überzeugt, dass internationale Organisationen, lokale Gemeinschaften und Kinder selbst für Heilung und Wandel sorgen können. Wir glauben an die Kraft der Hoffnung, der Solidarität, der Sensibilisierung und des Bewusstseins und sind uns bewusst, dass sowohl die gesellschaftliche Sensibilisierung als auch das Handeln und Sprechen aus unserem eigenen Gewissen heraus die Richtschnur für kollektive Verantwortung und gemeinsames Handeln sein müssen. Gemeinsam können wir Gewalt verhindern, das Bewusstsein für ihre verheerenden Auswirkungen schärfen und Räume für Dialog und gegenseitiges Verständnis schaffen, die dazu beitragen können, den Lauf der Geschichte zu wenden.
Wir müssen handeln ─ um unserer Kinder willen.
Am Weltfriedenstag 2025 fordern wir daher gemeinsam alle Staaten und Verantwortlichen in der Politik auf:
- Erfüllen Sie Ihre rechtlichen Verpflichtungen und halten Sie sich an das humanitäre Völkerrecht und die internationalen Menschenrechtsnormen, die uns alle vor Gewalt und Missbrauch schützen, insbesondere vor Gewalt und Missbrauch gegen Kinder in Zeiten des Krieges.
- Setzen Sie sich für einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand in allen Konfliktgebieten ein und fordern Sie alle Parteien nachdrücklich auf, dem Dialog und einer friedlichen Lösung höchste Priorität einzuräumen und dringend Maßnahmen zur Deeskalation zu ergreifen, damit Kinder und Zivilbevölkerung geschützt werden.
- Schützen Sie Kinder vor Gefahren und Gewalt in jeglicher Form entsprechend Artikel 38 der Kinderrechtskonvention, der die Staaten zu Maßnahmen zum Schutz und zur Sorge für Kinder im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten verpflichtet. Hierzu gehört auch das Verhindern des Zusammenbruchs öffentlicher Gesundheitssysteme und die Gewährleistung einer sicheren und ungehinderten Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, medizinischer Hilfe sowie psychologischer und psychosozialer Unterstützung.
- Achten und schützen Sie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen; unterlassen Sie deren Nutzung für militärische Zwecke; ermöglichen Sie ein sicheres und nachhaltiges Lernen für vertriebene und geflüchtete Kinder.
- Unterstützen Sie eine transparente Überwachung, Berichterstattung und Rechenschaftsmechanismen bei schweren Verstößen gegen die Rechte von Kindern. Beenden Sie die Straflosigkeit und fördern Sie Gerechtigkeit, Dialog und Versöhnung durch terminlich festgelegte Maßnahmenpläne entsprechend internationalen Rahmenwerken.
- Bekämpfen Sie die vielfältigen Ursachen gewaltsamer Konflikte einschließlich derer, die mit Ressourcenknappheit, Vertreibung, globaler Erwärmung und anderen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren in Zusammenhang stehen.

Lokale lutherische Prädikant-Innen: zusammen mit Florenz
Fortbildungskurs für Prädikant-Innen in Florenz: drei Tage Ausbildung, Austausch und gemeinschaftlicher Gottesdienst.
19-21. September
Es war wieder soweit. Pfarrerin Susanne Krage-Dautel (Florenz) und Pfarrer Johannes Ruschke (Venedig) haben uns zur Fortbildung nach Florenz eingeladen.
Erstaunlich viele haben sich auf den Weg gemacht und wir waren 10 PrädikantInnen, die aus den verschiedenen Städten Italiens angereist kamen!
Es ging Freitagnachmittag mit einer Vorstellungsrunde im Gemeindesaal, der uns zur Verfügung stand, los!

Schwerpunkt unseres Treffens war es, eine Predigt zu analysieren und zu schreiben. Diese Aufgabe haben wir in verschiedenen Gruppen, aber auch in Einzelarbeit gelöst.
Es war eine Herausforderung für uns alle, jedem gerecht zu werden und auch die Sprachenbarriere von Italienisch und Deutsch war manchmal ein Hindernis, das man überspringen musste.
Doch – „WO EIN WILLE IST, DA IST AUCH EIN WEG“ – und wir haben uns nicht einschüchtern lassen.
Unser gemeinsames Ziel war schließlich, am Sonntag den Gottesdienst für die Gemeinde zu halten. Für die Liturgie hatten wir leider nicht mehr so viel Zeit und unsere beiden PfarrerInnen haben uns unterstützt, damit wir uns mehr der Predigt zuwenden konnten.

Auch für Auge und Magen muss gesorgt werden! Wir wurden von einem Gemeindemitglied durch Florenz geführt und sie hat uns auch die Sehenswürdigkeiten erklärt – an dieser Stelle bedanken wir uns nochmal! Sämtliche Malzeiten waren gut organisiert und für jeden war etwas dabei und wir wurden gut versorgt.
Der Gottesdienst am 21 September 2025 war für uns alle ein Erfolg und wir sind froh, dazu beigetragen zu haben.
Hier wurde wieder ganz deutlich, dass unser Dienst in der ELKI ist sehr wichtig ist, denn so besteht in den jeweiligen Gemeinden die Sicherheit, dass die Gottesdienste immer stattfinden können. Die Zusammenarbeit dazu hilft uns allen, ein reiches „Gepäck“ an Ideen mitzunehmen und genau diese Ideen warten nur darauf, umgesetzt zu werden.
Vielen Dank an die PfarrerInnen, die uns ihre Zeit geschenkt haben, vielen Dank an die Gemeinde Florenz, die uns ihren Gemeindesaal zur Verfügung gestellt hat und vielen Dank an die ELKI, die uns finanziert, damit die Fortbildung überhaupt stattfinden kann. Eben durch viele verschiedene Arten wird der Weg für uns alle geebnet.
Wie heißt es doch so schön im 1. Korintherbrief, Kap. 12: „…wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind…“. Damit ist doch alles geklärt.
Gemeinsam machen wir ein „Ganzes“ aus!
Gudrun Martini (Triest)

Vorwärts – Aufwärts
Mit diesen beiden Worten lässt sich der erste Tag der diesjährigen Familienwanderung zutreffend beschreiben.
Ispra-Varese
Pünktlich um 9.45 Uhr trafen 4 Erwachsene und 9 Kinder und Jugendliche am Parkplatz von Pizzanco in der Höhe von 1140 m über dem Meer.

Nach dem Gruppenphoto wurden die Rucksäcke geschultert und dann hatte der Weg nur noch eine Richtung: nach oben. Nach dem Streicheln der Kühe und Esel verlief er im Zick-Zack durch Wald und freie Zonen bis zum Rifugio Alpe il Laghetto in der Höhe von 2050 m. Sie machte auch sogleich ihrem Zweck alle Ehre, da nach gut einer halben Stunde dort oben der erste Regen einsetzte. Trotzdem wurde noch eine Höhle erkundet und andere brachen auf, die höhergelegenen Seen tatsächlich zu finden.
Am brennenden Ofen konnten wir uns wärmen, das Abendessen stärkte die müden Muskeln, bevor dann die Hüttenruhe einsetzte.

Am nächsten Morgen beim Abstieg lachte sogar die Sonne. Unterwegs an einem Gipfelkreuz feierten wir einen Gottesdienst im Freien und dann waren wir auch schon wieder viel zu früh am Parkplatz angekommen. Schön war es wieder einmal so zusammenzukommen!

Abschied von Paolo Poggioli
Der evangelisch-lutherische Pastor, Seelsorger und Schulleiter Paolo Poggioli ist verstorben. Seine Beerdigung findet am 17. September in Torre Annunziata statt.
Ein Leben im Dienste des Evangeliums und der Gemeinde
Die ELKI nimmt Abschied von Paolo Poggioli, einem ihrer engagiertesten Mitglieder.

Vor wenigen Tagen verstarb Pastor Paolo Poggioli, eine Leitfigur der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien und Sohn von Idelmo Poggioli, dem Gründer der Gemeinde „Cristo Salvatore“ in Torre Annunziata.

Geboren wurde Paolo Poggioli am 19. Oktober 1950 in Portici. Nach seinem Theologiestudium in Erlangen übte er seinen Pastorendienst in verschiedenen Gemeinden aus, darunter in Triest und ab 1992 in der Gemeinde Torre Annunziata, wo er Generationen von Gläubigen mit Hingabe leitete.
Seit 2003 war er Direktor der Grundschule „Gesù di Nazareth“ in Santa Maria La Bruna und trug dort zur Bildung von Hunderten von Kindern und Familien bei. Neben seiner Arbeit als Seelsorger hatte er wichtige Positionen als Sekretär und Sprecher des Regionalrats der christlichen Kirchen in Kampanien (CRCCC) inne, wo er sich für den ökumenischen Dialog und die Zusammenarbeit einsetzte.
Die Beerdigung findet am heutigen Mittwoch um 17 Uhr in der Kirche der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Torre Annunziata in der Via Carminiello 13 statt. Die gesamte Gemeinde ist in Trauer vereint im Gedenken an ihren Pastor und in Erinnerung an sein Leben als Zeugnis des Glaubens, des Dienstes und der evangelischen Liebe.
Dekan Carsten Gerdes, Vizedekanin Kirsten Thiele und das Konsistorium der ELKI versichern der lutherischen Gemeinde von Torre Annunziata ihr tiefes Mitgefühl.

Rückblick auf die Familienfreizeit
Der “Apfel war mal wieder reif” fuer eine ELKI-Initiative, wobei ausschlaggebend fuer mich deren diesjaehrige Leitung war, sprich die der erfahrenen Pfarrerin Magdalena Tiebel-Gerdes (Ispra-Varese) und Heidi Lengler (Roma), die gerade zuvor ihre Pfarr-Pruefung bestanden hatte.
Bocca di Magra
Wie bei anderen Gelegenheiten entschied ich mich fuer die Teilnahme, ohne mir Vorstellungen zu machen und Erwartungen zu haben, was wohl auf mich zu kommen wuerde.
Ich fuhr frohen Herzens nach Bocca di Magra (SP) – und so wieder ab!! – nach einer Woche mit Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern aus Bozen, Verona, Parma, Genua einschliesslich Mme Marie Antoinette aus Madagaskar, Cesenatico, Firenze und Monreale, ein buntes Gemisch von Menschen zwischen 5 und ueber 80 Jahren.
Froehlichkeit und Entspannung im Miteinander, das Naeherkommen bei den ueber den Tag verteilten, gemeinsamen Ruhemomenten, unterstuezt durch die Ausstrahlung des uebergrossen, antiken Holz-Kruzifixes in der “Hauskapelle”, deren Tuer Tag und Nacht offenstand, bildeten den Rahmen unseres Aufenthaltes.
Einen sehr lebendigen Abend verbrachten wir zusammen mit 16 sehr netten Jugendlichen der ELKI, die sich ebenfalls in Bocca di Magra zu einer Freizeit mit Pfarrerin Susanne .. (Firenze) und Pfarrer Tobias Brendl (Torino) getroffen hatten.
Ein “sehr gesundes” Klima in jeder Hinicht, jedem/r empfohlen, der/die das Beduerfnis nach “Freizeit” hat oder haben wird.
Vielen Dank allen denjenigen, die diese Sommer-Freizeit befuerwortet sowie ihr Bestes zum Gelingen dazu beigetragen haben, einschließlich aller TeilnehmerInnen.
Ich bin dankbar fuer dieses HERRliche Erlebnis!
Georgia Probst (MI)

8-Promille-Gelder: Wer zahlt den Preis für Fehler, wenn der Staat keine Klarstellung vornimmt?
Ungeklärte Fehler und vertauschte Verantwortlichkeiten: der Fall ELKI und das Steuerparadoxon, das das Vertrauen in die Demokratie untergräbt.
Acht Promille: Ein obskurer Fehler und der Preis der Intransparenz
2019 wurde die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien (ELKI) vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen über einen angeblichen Fehler bei der Übermittlung der Daten zu den 8 Promille 2014 informiert.
Nach Angaben des Ministeriums wurden ihr fälschlicherweise von einem nationalen Steuerberatungszentrum (CAF) Tausende von Unterschriften zugeteilt.
Dies ist die einzig sichere Tatsache heute. Der Fehler kann also nicht der ELKI zugeschrieben werden. Wie auch?
Dennoch verlangt der Staat von der Kirche die Rückgabe von mehr als 2,3 Millionen Euro, die bereits erhalten, verwendet und abgerechnet wurden, ohne klare Unterlagen vorzulegen oder anzugeben, wer tatsächlich geschädigt wurde.
In der Tat sind die bereitgestellten Dokumente unkenntlich gemacht, die Informationen unvollständig und eine Überprüfung ist nicht möglich.
Steuerliche Transparenz und Demokratie: Ein zerrissenes Band
Das Steuersystem ist nicht nur ein technischer Apparat. Es ist eine Grundstruktur der Demokratie. Steuern zu zahlen ist eine bürgerliche und kollektive Handlung, die die Gesellschaft stärkt, aber nur, wenn die öffentliche Verwaltung transparent, verständlich und zugänglich ist.
Wenn stattdessen die Bürokratie undurchsichtig wird und die Verantwortung auf diejenigen abgewälzt wird, die korrekt handeln, dann ist das Vertrauen in die Demokratie zerstört.
Die ELKI hat sich an das Gesetz gehalten, die Mittel pünktlich für Gemeinschaftsprojekte ausgegeben und alles in der offiziellen Buchhaltung dokumentiert. Und doch wird sie heute von einem öffentlichen System, das keine Erklärungen liefert, beschuldigt und schwer geschädigt.
Das Paradoxon: Wer Fehler macht, zahlt nicht, wer sich korrekt verhält, leidet
Was die ELKI riskiert, ist nicht nur die Einstellung sozialer, kultureller und karitativer Aktivitäten im ganzen Land. Ihr droht zudem ein irreparabler Imageschaden. Sie wird zu Unrecht in das weit verbreitete Vorurteil gegenüber jenen Institutionen hineingezogen, die „ohne Kontrolle Geld vom Staat annehmen“.
Gerade, wo sie zu den wenigen gehört, die Transparenz fordern und mit jedem erhaltenen Euro einen Mehrwert für die Gemeinschaft schaffen. Zumal das Ministerium, sollte der Fehler jemals nachgewiesen werden und somit in keiner Weise der ELKI zuzuschreiben sein, auch die bis heute im Überprüfungszeitraum aufgelaufenen Zinsen einfordern würde.
Echte Gerechtigkeit ist gefragt: Wer die Systeme garantiert, muss auch die Kosten tragen
Wenn der Fehler von einem nationalen CAF verursacht wurde, wie das Ministerium behauptet, dann ist es nur fair, dass die Kosten von denen getragen werden, die den Fehler verursacht haben: das heißt von denen, die die verwendeten IT-Systeme bereitstellen und im Austausch für die erbrachten Dienste garantieren, sowie von den Versicherungsunternehmen, die die Datenübertragungsprozesse schützen.
Es ist nicht hinnehmbar, dass in einem Rechtsstaat die finanzielle Belastung für die Fehler anderer auf diejenigen abgewälzt wird, die richtig gehandelt haben.
Der Grundsatz der Rechenschaftspflicht muss auch für öffentlich Einrichtungen und die sie unterstützenden autorisierten Stellen gelten.
Der demokratische Pakt steht auf dem Spiel
Diese Angelegenheit betrifft jeden von uns. Hier geht es um das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, zwischen Institutionen und Gemeinschaft. Es geht um den demokratischen Pakt, der auf Vertrauen, Rechtmäßigkeit und Transparenz beruht.
Wenn diese Grundsätze ins Wanken geraten, ist es nicht nur die ELKI, die verliert, sondern die Gesellschaft als Ganzes.

Menschenrechtsrat: Glaubensperspektive zu Frauenrechten
Bei einer Nebenveranstaltung des Lutherischen Weltbundes (LWB) und verschiedener Partner bei den Vereinten Nationen haben Menschen aus aller Welt berichtet, wie inklusive Theologie, Graswurzel-Advocacyarbeit und interreligiöse Zusammenarbeit Geschlechtergerechtigkeit fördern und Menschenrechte schützen.
„Gott hat uns Menschenwürde und Geschlechtergerechtigkeit gegeben“
(LWI) – In einer Zeit, in der die Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit wachsenden Bedrohungen ausgesetzt sind, hat eine hochrangig Nebenveranstaltung unter der Überschrift „Holding the Line: Advancing Human Rights and Gender Justice in Shrinking Space“ (Wir bleiben dran: Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit in immer kleinerem Raum fördern) bei den Vereinten Nationen in Genf Stimmen von multilateralen Akteuren und der Zivilgesellschaft zusammengebracht.
Die Veranstaltung, die gemeinsam von den Ständigen Vertretungen Schwedens und Brasiliens, der EU, der ACT Alliance, dem Lutherischen Weltbund (LWB), dem Ökumenischen Rat der Kirchen und anderen wichtigen Partnern ausgerichtet wurde, konzentrierte sich auf gemeinsame Strategien zum Kampf gegen zunehmende Einschränkungen des Raums für gesellschaftliches Engagement, insbesondere für Frauen und marginalisierte Bevölkerungsgruppen.
Frauenrecht werden immer weiter zurückgedrängt
Die Diskussionsleiterin Joanna Lilja (ACT Schwedische Kirche) und Botschafter Magnus Hellgren, Ständiger Vertreter Schwedens bei den Vereinten Nationen in Genf, betonten die besorgniserregende Tendenz, dass die Rechte von Frauen und Mädchen zunehmend zurückgedrängt würden, und global ein Klima herrsche, das die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zunichtemache.
„Überall auf der Welt beobachten wir einen beunruhigenden Anstieg des – religiösen, politischen und wirtschaftlichen – Fundamentalismus, der die Lehren unseres Glaubens verzerrt und sich des Glaubens bemächtigt, um Ungerechtigkeit zu rechtfertigen, Macht zu bündeln und Diskriminierung anzuheizen“, erklärte Pastorin Dr. Elaine Neuenfeldt, Programmmanagerin für Geschlechtergerechtigkeit bei der ACT Alliance.
Sie betont, wie wichtig eine Theologie ist, die auf dem Grundsatz „keinen Schaden anrichten“ beruht, und wie wichtig inklusive religiöse Auslegungen sind. „Der Glaube ist nicht das Problem. Das Problem ist die Verzerrung des Glaubens. Und genau da müssen wir ansetzen.“
Gott hat uns Menschenwürde geschenkt
Akteure, die aus dem Glauben heraus handeln, spielten bei der Veranstaltung eine zentrale Rolle und unterstrichen ihre Doppelrolle als moralische Stimmen und als Führungskräfte in den Gemeinwesen, denen die Menschen in den unterschiedlichen Kontexten vertrauten. „Die Kirchen haben in unserer Gesellschaft eine einzigartige Stellung“, sagte Mervin Sol H. Toquero, der Stellvertretende Generalsekretär des Nationalen Kirchenrats auf den Philippinen.
„Wir kommen nicht nur unserer Aufgabe nach, eine moralische Stimme in der Gesellschaft zu sein, sondern sind auch aufgerufen, gegenüber den Machthabenden für die Wahrheit einzutreten. Wir können unsere prophetische Stimme und unseren Einfluss nutzen, um die verschiedenen Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, die den Raum für gesellschaftliches Engagement weiter einschränken, und gleichzeitig für den Schutz der von Gott gegebenen Menschenwürde und Geschlechtergerechtigkeit eintreten.“
Fer Ghanaa Ansari von Musawah, einer globalen Bewegung, die sich für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit im muslimischen Familienrecht und Familienpraktiken einsetzt, betonte die Bedeutung einer Reform des Familienrechts auf der Grundlage einer an Gerechtigkeit orientierten Auslegung des Islam. „Bei Gesetzen, die auf Gleichberechtigung abzielen, geht es nicht nur um Frauenrechte – es geht um Fragen der Gerechtigkeit, die uns alle im Alltag betreffen“, erklärte sie und erläuterte die allgemeinen Advocacy-Strategien von Musawah.
Diskriminierung ist Lebensrealität an der Basis
In einem Diskussionsbeitrag aus dem Publikum berichtete Epiphanie Nodjikoua Dionrang von einer lokalen Partnerorganisation des LWB im Tschad, die sich für Frauenrechte einsetzt, – Chadian League for Women’s Rights – über die Schwierigkeiten, mit denen sie bei der Förderung von Frauenrechten in ihrem Land konfrontiert sind. „Wir leisten Frauen, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind, psychosoziale, medizinische und juristische Unterstützung“, erklärte sie. „Dafür werden wir angefeindet, werden wir belästigt, werden wir eingeschüchtert. Und obendrein werden wir verfolgt, weil wir dafür sorgen, dass sich die Regierung und die Behörden ihrem Teil der Verantwortung für diese Verbrechen stellen.“
„Nebenveranstaltungen beim UN-Menschenrechtsrat bieten Raum, die Lebensrealitäten an der Basis in die hochrangigen Diskussionen einfließen zu lassen“, erklärte Sikhonzile Ndlovu, die leitende Referentin für Gendergerechtigkeit des LWB. „Wir arbeiten mit vulnerablen Bevölkerungsgruppen zusammen, die oftmals stark von Konflikten, Vertreibung und Armut betroffen sind und wo geschlechtsspezifische Diskriminierung immer noch ein großes Problem ist und sich weiter verschärft. Veranstaltungen wie diese helfen, sicherzustellen, dass die konkreten Erfahrungen von Frauen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen aus aller Welt den internationalen Menschenrechtsdiskurs prägen und nicht unbeachtet bleiben für Entscheidungen, die Auswirkungen auf das Leben dieser Menschen haben.“
Die Veranstaltung bekräftigte die Pekinger Aktionsplattform und rief zu einem engeren Bündnis zwischen Regierungen, den UN-Organisationen, der Zivilgesellschaft und Akteuren, die aus dem Glauben heraus handeln, auf. Lilja sagte abschließend: „In dieser Zeit der Rückschläge und der Gegenbewegung sind wir sehr dankbar für diejenigen, die ihre Stimme erheben. Ihr Mut weist den Weg in die Zukunft.“

Albert Schweitzer, Annäherungen an ein Phänomen
Philosoph, Theologe, Mediziner, Organist, Weltgewissen, „Urwalddoktor“ und streitbarer Pazifist – wer sich Albert Schweitzers Leben und Wirken zu seinem 150. Geburtstag nähern will, kann dies auf vielen Pfaden tun.