Diakonie

Das diakonische Engagement und die Mitarbeit bei sozial-diakonischen Aufgaben innerhalb der Zivilgesellschaft, sowie die Wahrnehmung der Verantwortung in diesem Bereich, gehören bereits vom Ursprung der Christenheit an zu den essenziellen und grundlegenden Formen von Kirche.

In Anbetracht dessen, dass die ELKI-Gemeinden und die Kirche in ihrer Gesamtheit klein sind und demnach nur begrenzt handlungsfähig, sind die konstruktive Zusammenarbeit und Bündelung der Kräfte zwischen der Kirche und ihren Gemeinden unumgänglich.

Der/Die Verantwortliche für die Diakonie hat die Pflicht, die Gemeinden zu beraten und die diakonische Arbeit auf freiwilliger Basis zu stärken, die Arbeit zwischen den einzelnen Gemeinden und Dritten zu koordinieren und die nötigen Mittel zur Realisierung der Projekte zu finden.

Verantwortliche für die Diakonie der Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien
RA Daniela Barbuscia
Handy 327 579 77 46
diaconia@chiesaluterana.it

Örtliche Verantwortliche der Diakonie

BOLZANO Caroline Hohenbuhel hohenbuehel@gmx.com
FIRENZE Esther Cutrera esthercutrera@libero.it
Elisabeth Knebel 4knebels@gmail.com
Renate Cuda renateso@hotmail.it
GENOVA Gerda Kundrat gerda.kundrat@gmail.com
ISPRA – VARESE Marina Catsicas mcatsicas@gmail.com 
MERANO Gaby Ringhandt gabrieleringhandt@hotmail.com
Raffaella Canini raffaella.canini@gmail.com
MILANO Doriana Del Pizzo diaconiaccpm@gmail.com
NAPOLI Caroline Von Der Tann caroline.tann@gmx.net
ROMA Gertrud Wiedmer gertrud.wiedmer@email.it
SANREMO Andrea Massia a.massias@alice.it
SICILIA Monika Moser monikamoser54@gmail.com
TORINO Ulrich Stege ulistege@web.de
TORRE ANNUNZIATA Angelo Ruggieri angeloruggieri363@gmail.com
TRIESTE Christine Fettig cfettig@tiscali.it
Marianella Rodriguez
VENEZIA Christiane Klengel chklengel@gmail.com
VERONA – GARDONE Maddalena Chesini

maddalena.2008@libero.i

“Wir wollen uns einmischen!“

Vertreter von Institutionen, Kirchen und Vereinigungen an einem Tisch zum Thema Migranten

Engagement, Kompetenz, Verantwortung und Glaube. Das sind die Schlüsselworte der Diakonie-Tagung am 30./31. März in Mailand. Unter dem Motto „Ich war fremd und Ihr habt mich aufgenommen“, (Matth. 25,35) haben sich in der schönen Kirche der Christlich-Protestantischen Gemeinde, CCPM, Experten mit dem Thema, „Migranten: Leitlinien und konkrete Beispiele“ auseinandergesetzt. Ein Lichtblick in einer Zeit, in der Solidarität von wachsender sozialer Gleichgültigkeit verdrängt wird. In der die Wirtschaftskrise und eine tiefgreifende Krise der politischen Institutionen nationalen und individuellen Egoismus sowie Intoleranz fördern.

Diakonie und Gemeinschaft als Ausdruck gelebten christlichen Glaubens. Synergien schaffen und netzwerken. Jeder auf seine Weise, aber mit demselben Ziel: Viele kleine Aktionen, die zusammen ein Großes ergeben. So könnte man das Ergebnis des ersten Tages der Tagung in Mailand am 30. März, organisiert von der Diakonie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, in wenigen Worten zusammenfassen. In ihrer Begrüßung hat die reformierte Pastorin von Mailand, Anne Stempel-De Fallois, auf die gemeinsame Wurzel der beiden Worte “diaconia und koinè, Diakonie und Gemeinschaft hingewiesen und ist noch einen Schritt weitergegangen. Nicht nur Ausdruck christlichen Glaubens, sondern absolute Verpflichtung.

“Wir wollen uns einmischen.” Mit dieser Aufforderung hat der Dekan der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, Heiner Bludau die Teilnehmer der Tagung begrüßt. Auch wenn die ELKI eine kleine Kirche ist, sei sie zum Handeln verpflichtet, müsse sie sich ihrer Verantwortung als Kirche auch in der Gesellschaft stellen. Bludau: “Die Worte von Jesus, die als Motto dieser Tagung gewählt worden sind, heißen auch “Was Ihr einem dieser Migranten getan habt, das habt ihr mir getan. Heute sind wir hier, um uns auszutauschen, um ausgehend von dem, was bereits getan ist, zu verstehen, wo noch Handlungsbedarf ist und wie wir unsere Kräfte bündeln können.“

Der erste Teil der Tagung war den gesetzlichen und organisatorischen Aspekten der Flüchtlingshilfe gewidmet. Die Diakonie-Beauftragte der ELKI, Daniela Barbuscia, hat hierzu Vertreter von Körperschaften, von Kirchen und von Vereinigungen eingeladen, die in die Flüchtlingshilfe involviert sind, um die verschiedenen Aspekte zu beleuchten: die Hauptkommissarin der Staatspolizei, Caterina Crapanzano; die Mitarbeiterin des Stadtrats für Soziales, Gesundheit und Rechte von Mailand, Manuela Brienza; Prof. Ulrich Stege vom International University College Turin; Francesca Iacuzzi, Vereinigung Villa Amantea, SPRAR für minderjährige Migranten der Gemeinde Trezzano sul Naviglio; Stefano Specchia, Bund der Evangelischen Kirchen in Italien, FCEI und Abdoul Kone, Kulturvermittler von Ärzte ohne Grenzen, MFS.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es hingegen um die angewandte Flüchtlingshilfe. Vertreter von Kirchen und Vereinigungen stellten konkrete Hilfsprojekte vor: Elisa Gravante, Vertreterin von ADRA Italia und der Kirche der Adventisten (“Auch ich kann das”, ein Projekt für Kinder der ghanaischen Gemeinschaft in Palermo); Martina Cresta, Waldenser-Diakonie Mailand (Social Housing, ein Projekt für vorübergehend obdachlose Menschen); Monika Moser und Michael Jäger der ELKI Gemeinden Sizilien und Bozen (Projekt Senfkorn bzw. Schutzhütte B1 Rifugio, Unterstützung und Integration von jungen Flüchtlingen bzw. Flüchtlingen in kritischen Situationen). Die ELKI Diakonie-Beauftragte Daniela Barbuscia hat zusammen mit Stefano Specchia, das ELKI-FCEI Projekt „Dublinati“ präsentiert (geschützte Rückkehr von Flüchtlingen, die in jenes Land zurückgeschickt werden, wo sie zuerst erfasst worden sind). Marzia Pontone, Gemeinschaft Sant’Egidio hat einige der vielen Projekte angerissen, die von der lkatholisch inspirierten Laienorganisation Sant‘Egidio mitgetragen werden (Humanitäre Korridore, Aufnahme von Flüchtlingen in Familien, Einquartierung von Flüchtlingen in den Räumlichkeiten des Shoah Memorials im Mailänder Hauptbahnhof während der Sommermonate bis zum Sommer 2017). Moderiert wurde die Tagung von der Kommunikations-Beauftragten der ELKI, Nicole Dominique Steiner.

Was all diesen Projekten gemein ist: sie setzen dort ein, wo die Regierung, die politischen Entscheidungsträger und demzufolge auch viele öffentlichen Körperschaften versagen. Die Verantwortlichen und die Freiwilligen, die hinter diesen Hilfsprojekten stehen, sind alle von der gleichen Überzeugung getragen: sich nicht entmutigen zu lassen und nach Möglichkeit dem allgemeinen Trend zu trotzen, auch wenn das verschärfte politische Klima, sich ändernde Gesetzesbestimmungen die Arbeit zunehmend erschweren. Die Übereinstimmung der Daten war wohl nur ein Zufall. Aber während sich in Verona der rechte Flügel einer reaktionären und rückständigen Religiosität zum World Family Day versammelte, wurde in Mailand ein Bekenntnis zur Solidarität abgelegt und der feste Wille zur Zusammenarbeit bekundet, um gemeinsam dem allgegenwärtig herrschenden humanitären Notstand entgegenzutreten.

Am Sonntag, 31. März, wurde die Veranstaltung intern weitergeführt. Ein Austausch der Diakonie-Referenten der 15 ELKI-Gemeinden, um sich zu informieren, um voneinander zu lernen und um die Zusammenarbeit zu verstärken.

nd