
Neapel: Einführung der neuen Pfarrerin
Am 1. Februar 2026 feierte Neapel die Amtseinführung der neuen lutherischen Pfarrerin Elisa Schneider mit einem Festgottesdienst.
Neapel heißt Elisa Schneider willkommen
Am Sonntag, dem 1. Februar 2026, feierte die Evangelisch-Lutherische Gemeinde von Neapel um 16 Uhr den Einführungsgottesdienst der neuen Pfarrerin Elisa Schneider.

Der Gottesdienst fand in der evangelisch-lutherischen Kirche in der Via Carlo Poerio 5 statt, für die musikalische Gestaltung sorgte der Lutherische Chor unter der Leitung von Carlo Forni. Den Vorsitz hatte der Dekan der ELKI, Pastor Carsten Gerdes.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Anwesenden zu einem geselligen Beisammensein im Palazzo Alabardieri (Via Alabardieri 38) eingeladen: eine Gelegenheit, die neue Pfarrerin zu begrüßen, als Gemeinde zusammenzukommen und die Freude über diesen Neuanfang zu teilen.
Eine Rückkehr, die nach Zuhause duftet
Für Elisa Schneider ist die Ankunft in Neapel keine „erste Begegnung“, sondern eine Rückkehr.
Bereits 2018 lebte und arbeitete sie während ihres Auslandsvikariats ein Jahr lang in der lutherischen Gemeinde von Neapel.
Menschen, Gesichter, Geschichten und Begegnungen aus dieser Zeit haben ihren persönlichen und beruflichen Werdegang tief geprägt.
Seit Dezember 2025 wirkt sie als Pfarrerin der Gemeinde von Neapel, zu der auch Bari, Ischia, Capri und andere Orte gehören.
Nun wird dieser neue Abschnitt des Weges offiziell ihrer seelsorgerischen Betreuung, ihrer Predigt und ihrem Zuhören anvertraut.
Eine Biografie, die Orte, Sprachen und Begegnungen vereint
Elisa Schneider wuchs in Deutschland (insbesondere in Baden-Württemberg und Hessen) und Italien auf, was es ihr schon in jungen Jahren ermöglichte, sich zwischen verschiedenen Kulturen und Sprachen zu bewegen.
Sie studierte Evangelische Theologie in Berlin, Wien und Marburg, war anschließend Vikarin in Hanau und dann Pfarrerin in verschiedenen Kontexten: auf dem Land in Nordhessen und in der Stadt Frankfurt am Main.
Diese Vielfalt an Orten und Gemeinschaften lehrte sie, dass Glaube nicht abstrakt existiert, sondern im Dialog, in der Begegnung und im gemeinsamen Suchen. Genau diese Sensibilität bringt sie nun mit nach Neapel: eine Theologie, die den Menschen, ihren Fragen, ihren biografischen und existenziellen Randgebieten Aufmerksamkeit schenkt.
Theologie der Diaspora, Musik und Kunst
Zu den Themen, die ihr besonders am Herzen liegen, zählt Elisa Schneider die „Theologie der Diaspora“: die Reflexion darüber, was es bedeutet, Kirche zu sein, wo man eine Minderheit ist, oft „verstreut“ über große Gebiete, in pluralistischen und säkularisierten Kontexten.
In dieser Hinsicht ist die Erfahrung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) ein wertvolles Laboratorium: Gemeinden, die oft klein sind, aber fähig, Beziehungen aufzubauen, Räume zum Zuhören zu schaffen und eine lebendige und dialogorientierte lutherische Tradition zu bewahren.
Neben dem Studium und der Seelsorge ist die Musik – insbesondere der Gesang – eine ihrer großen Leidenschaften.
Die Verbindung zwischen Kirche und Kunst, zwischen Liturgie und ästhetischen Ausdrucksformen, zwischen Evangelium und zeitgenössischer Kreativität ist einer der Schwerpunkte, die die neue Pfarrerin sicherlich auch in der neapolitanischen Gemeinde pflegen wird.
Eine offene Gemeinde: Einladung zur Begegnung
Für Elisa Schneider sollte die lutherische Gemeinde in Neapel ein offener Raum sein:
- für alle, die sich für kulturelle Angebote und die Geschichte der Gemeinde interessieren.
- für alle, die spirituelle Orientierung suchen;
- für alle, die schon lange zur Gemeinde gehören;
- für alle, die gerade erst in die Stadt gekommen sind oder zum ersten Mal eine lutherische Kirche besuchen.
„Unsere Gemeinde“, schreibt sie, „ist ein offener Ort für Austausch und Begegnung, Orientierung und Gebet. Sie sind herzlich willkommen – mit ihren Fragen, Ideen und Geschichten.“
Der Einsetzungsgottesdienst am 1. Februar sollte genau das sein: eine Einladung zur Begegnung, ein Zeichen des Vertrauens in die Zukunft und in das Versprechen, dass der Heilige Geist weiterhin Ämter, Berufungen und Gemeinden hervorbringt, die in der Lage sind, in den Städten von heute dem Evangelium zu dienen.