
IM TOD IST DAS LEBEN
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ Johannes 12, 24
Questo è un titolo
Haben Sie auf dem Balkon oder im Garten schon Samen in die Erde gelegt? Diese kleinen unscheinbaren, ja wie tot, wirkenden Körnchen?
Ein Hauch von Frühling ist draußen in der Natur zu spüren. Und hier und da sind erste grüne Spitzen und kleine Blümchen zu entdecken. Frühe Baumblühten zeigen sich in zartem Weiß oder Rosa. Unterschiedlich weit entwickelt wird die Natur sein in diesem langgestreckten Land zwischen Südtirol und Sizilien.
In diesen Vorfrühling hinein fällt die Passions- und Fastenzeit, die wir in allen Gemeinden, ob Nord oder Süd, begehen. Wir denken an das Leiden und an das Sterben Jesu. Und uns stehen viele Menschen vor Augen, die einen leidvollen Weg gehen müssen.
Es ist nicht einfach, diese Zeit in ihrem Ursprung und ihrer Tiefe zu verstehen.
Das Bild vom Weizenkorn kann dabei eine Hilfe sein. Es ist Symbol für das Sterben und die Auferstehung Jesu.
Jesus muss sterben, um weiterzuleben. Ein Paradox, dass uns vor Augen führt:
im Tod ist das Leben.
Wie kann das sein? Ohne, dass das Weizenkorn in die Erde gelegt wird und stirbt, bleibt es isoliert und nutzlos. In die Erde gelegt, verwandelt es sich, keimt und sprosst und trägt Frucht.
Es geht um Hingabe und zukünftiges Leben. Durch Loslassen des alten Zustands entsteht Leben, das sich vervielfältigt.
Damit wird das Leiden weder bagatellisiert noch verherrlicht. Leiden bleibt schwer, und der Tod ist schwer zu ertragen. Jesus trägt ihn. Er gibt sich hin. Aus Hoffnung. Um etwas zu schaffen, das bleibt. Der Tod wird nicht das letzte Wort haben.
Ostern gibt ihm recht. Und – dass wir an ihn glauben und immer noch hoffen. Auch heute.
Möge Ihnen diese Passionszeit im Frühling zum Sinnbild werden. Ihnen helfen Schweres zu tragen und die Hoffnung nicht aufzugeben.
„Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein. Der eine lebt vom anderen, für sich kann keiner sein. Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben.
So gab der Herr sein Leben, verschenke sich wie Brot. Wer dieses Brot genommen, verkündet seinen Tod. Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben.
Wer dies Geheimnis feiert, soll selber sein wie Brot; so lässt er sich verzehren von aller Menschennot. Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben“.
Als Brot für viele Menschen hat uns der Herr erwählt; wir leben füreinander, und nur die Liebe zählt. Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben.“ (EG 579 Regionalteil Kurhessen-Waldeck)
Pfarrerin Frauke Leonhäuser, Bozen
Foto di Arek Socha da Pixabay