
Der Frieden, den das Herz bewahrt
Andacht der Pfarrerin Heidi Lengler aus der Gemeinde Sizilien
Der Frieden, den das Herz bewahrt
Es gibt Menschen, die seit ihrer Kindheit mit Ängsten leben. Angst vor der Dunkelheit, vor der Zukunft, davor, geliebte Menschen zu verlieren, davor, nicht gut genug zu sein. Mit der Zeit können diese Ängste einen anderen Namen annehmen: Angst. Es ist dieses Gefühl, das uns schon im Morgen leben lässt, noch bevor das Morgen überhaupt da ist. Der Verstand rast, das Herz pocht und die Seele ermüdet unter Lasten, die es noch gar nicht gibt.
Wie oft haben auch wir schon so gelebt?
Angst betrifft nicht nur unsere Gedanken. Wenn sie zu einem ständigen Begleiter wird, kann sie sich auch auf unseren Körper auswirken. Sie kann Muskelverspannungen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen verursachen und sogar dazu beitragen, Beschwerden wie Gastritis und andere Magen-Darm-Probleme zu verschlimmern. Körper, Verstand und Geist sind tief miteinander verbunden: Wenn das Herz in Unruhe lebt, leidet unser ganzes Wesen darunter.
Das Wort Gottes bietet uns jedoch eine wunderbare Verheißung: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitren in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden.Und der Freiden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren“.(Philipper 4,6–7)
Der Friede Gottes bedeutet nicht ein Leben ohne Probleme. Er bedeutet zu wissen, dass wir auch im Sturm nicht allein sind. Gott kennt unsere Ängste, hört unseren Schrei und geht an unserer Seite. Seine Gegenwart ist stärker als die Angst, denn unsere Sicherheit hängt nicht von den Umständen ab, sondern von der Treue des Herrn.
Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht um unsere Gesundheit kümmern oder um Hilfe bitten sollten, wenn die Angst zu groß wird. Gott kann auch durch Ärzte, Psychologen, Behandlungen und die Menschen wirken, die uns begleiten. Sich dem Herrn anzuvertrauen schließt die Selbstfürsorge nicht aus; im Gegenteil, es ist ein Akt der Verantwortung gegenüber dem Geschenk des Lebens.
Vielleicht ist dein Herz heute unruhig, dein Atem geht schwer und deine Gedanken scheinen niemals zur Ruhe zu kommen. Christus lädt dich ein, alle Sorgen zu seinen Füßen niederzulegen. Er verlangt nicht von dir, allein stark zu sein; er lädt dich ein, auf ihn zu vertrauen.
Die Angst zehrt nach und nach an uns und raubt uns die Freude am Hier und Jetzt. Der Glaube hingegen lehrt uns, einen Tag nach dem anderen zu leben, in der Gewissheit, dass Gott bereits in unserem Morgen ist. Wenn wir das, was wir nicht kontrollieren können, in seine Hände legen, findet unser Herz wieder Frieden, und auch unser Körper kann gelassener atmen.
Gebet:
Herr Jesus, du kennst meine Ängste und meine Sorgen. Wenn mein Herz von Angst erfüllt ist, erinnere mich daran, dass du bei mir bist. Schenke mir deinen Frieden, der Herz und Verstand bewahrt. Lehre mich, dir jede Sorge anzuvertrauen und mich um den Körper zu kümmern, den du mir geschenkt hast. Lass mich jeden Tag im Vertrauen auf deine Liebe leben.
Amen.
Pfarrerin Heidi Lengler, Gemeinde Sizilien
Foto di lee seonghak da Pixabay