Losung vom 6.Juli

Nicht alle Nachrichten sind auf allen Sprachen verfügbar

Lade Kalender
6 Juli
Wort zum Tag – 06.07.2020
So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen von uns sein. (Psalm 103,12)
Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden. (Römer 5,20)

„Bis zum Mond und wieder zurück!“ So lieb hat die Hasenmutter ihr Kind in einem beliebten Kinderbuch, das auch ich meinen Kindern vorgelesen habe als sie klein waren, und für eine Zeit wurde es unser Frage und Antwort Spiel auf die Frage: “Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe?” – Bis zum Mond und wieder zurück; ganz, ganz doll eben, unvorstellbar und unbeschreiblich und unendlich ist meine Liebe für dich. Das wurde die Bedeutung. Das Ausmaß der Liebe ist nicht in Worte zu fassen, nur in Bildern zu erahnen, vor allem aber ist sie eigentlich nur im täglichen Miteinander, im Umgang miteinander, zu spüren.

So wie die Liebe lassen sich auch Unendlichkeit und Ewigkeit nur in Bildern beschreiben, und dann im Laufe des Lebens erahnen. Niemals wird das Morgenrot dem Abendhimmel begegnen. Das geht einfach nicht, diese Entfernung kann niemals überbrückt oder eingeholt werden. Und so weit der Morgen vom Abend entfernt ist, so unendlich groß ist auch Gottes Güte. Sie hat kein Ende.

Aber was ist, wenn ich mich von Gott entferne? Ja, das passiert täglich. Ich denke nicht ununterbrochen an Gott und bin ihm nicht allezeit nahe. Und dann geschehen Fehler. Ich vergesse etwas: einen Glückwunsch zum Geburtstag; einen Anruf, um zu fragen, wie es geht oder ob ich helfen kann. Das sind nur die kleinen „Unterlassungssünden“. Doch manchmal werden sie grösser. So sehr ich mich auch bemühe, vieles bleibt ungesagt oder ungetan. Das passiert täglich, bewusst oder unbewusst. Doch Gott und die Hasenmutter haben etwas gemeinsam: es ist diese unendlich Liebe, die allem gewachsen ist. Bei der Hasenmutter, wie bei uns zu Hause, reicht sie bis zum Mond und wieder zurück, bei Gott unendlich weit.

 Mein Gott, du bist ein Gott voller Güte. Du erbarmst dich immer und immer wieder. Hab Dank, dass du uns täglich vergibst, wenn wir dich darum bitten. Deine Liebe kennt kein Ende.

 

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel