Losung vom 4.Juni

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4 Juni
Wort zum Tag – 04.06.2020
David sprach zu Goliat: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth. (1.Samuel 17,45)
So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füssen, bereit für das Evangelium des Friedens. (Eph.6,14-15)

David und Goliat – auch diese Erzählung steht im Buch des Propheten Samuel, von dessen Mutter Hanna wir vor zwei Tagen gelesen haben. Es ist eine spannende Geschichte, von David und Goliat, vor allem für kleine Jungen, die von großen Taten träumen. Aber hier entscheiden nicht Größe und Stärke – und Goliat war sehr viel grösser und stärker als der kleine Hirtenjunge Davide – sondern hier entscheiden Klugheit, List und Selbstbewusstsein.

David siegt, indem er die Bedingungen des Kampfes ändert: Er kommt dem drohenden Nahkampf, den er verlieren wurde, mit seiner Schleuder zuvor. Das ist nicht unbedingt anständig, aber wirksam.

Aber was soll uns nun diese alte Geschichte von David und Goliat sagen? Nun, vielleicht genau das: Manchmal hilft es, die Bedingungen zu verändern, wenn das Feld verloren scheint.

Es gibt, neben dem trickreichen David, auch noch ein anderes Beispiel, vielleicht für den einen oder die andere besser geeignet – man kann auch an die Erzählung von Jesus und der Ehebrecherin denken. Die schon von allen Verurteilte überlebt, weil Jesus mit einem einzigen Satz die Bedingungen ändert: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ (Joh.8,7)

Es sind nicht mehr als ein paar Worte, und doch ist mit ihnen alles anders als zuvor.

Und im Gegenteil zur Geschichte von David, wo der Stein aus seiner Schleuder flog und einen starken Gegner umwarf – hier bei der Ehebrecherin fliegen die Steine eben nicht. Wahrheit bleibt Wahrheit: die Frau sowie auch der Mann, mit dem sie wohl in flagranti erwischt wurde, bleiben schuldig. Gerechtigkeit bleibt Gerechtigkeit: Jesus schiebt die Schuld nicht einfach weg. Aber wir leben dem Evangelium des Friedens, der Vergebung, der Änderung der Vorzeichen. Und die Frau darf leben.

Wer heute im Namen des Herrn Zebaoth kommt, darf keine Gewalt, keinen Krieg mehr verkünden oder anzetteln – seit Jesus sind die Vorzeichen ein für alle Mal geändert.

Sind wir bereit für das Evangelium des Friedens?

Herr, schenk uns deinen Frieden. Behüte uns in den Schwierigkeiten des Lebens im Alltag. Sei uns nah, wenn uns jemand provoziert und uns seine Verachtung spüren lässt. Verleihe uns Mut, gute Ideen und entwaffnende Gesten.

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel