Losung vom 28.März

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28 März
Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. (Psalm 147,11)
Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Mk.3,35)

Familienbande – die einen freuen sich, dass sie ihre Familie jetzt bei sich haben, wie ich.

Die anderen merken schmerzlich wie es ist, die Familie nicht treffen und umarmen zu können. Kinder, Enkelkinder werden geboren, eine Freude des Lebens in all dem Sterben, aber sie nicht in die Arme schließen zu dürfen ist hart. Meine Eltern sind in einem anderen Land, einer anderen Stadt, und ich kann nicht zu ihnen, um sie zu trösten – oder selber Trost zu erfahren.

Wieder andere leiden unter der Enge, mit der Familie über so lange Zeit zusammen sein zu müssen, ohne Möglichkeit der „Flucht“ – manche, zu viele, leiden ganz körperlich unter häuslicher Gewalt. Wir denken an sie im Gebet – viel mehr können wir zur Zeit gar nicht tun, auch das fällt unheimlich schwer.

Jesus redet hier von einer anderen Art der Familie, und darauf will ich mich heute beziehen.

Es kann Mut machen, die jetzige Familien-Situation, in welcher auch immer ich mich zur Zeit gerade befinde, neu zu bedenken und Mut zu fassen:

Jesus redet von Glaubensgeschwistern, denen wir uns verbunden fühlen. Ich bin froh und dankbar über die Fülle von Glaubensgeschwistern: mit euch teile ich jeden Tag ein Stück meines Alltags und meiner Gedanken!

Unsere Väter und Mütter im Glauben haben uns eine Fülle von Liedern und Gebeten hinterlassen, aus denen wir gerne und reichlich schöpfen. Eine große Familie bilden auch alle, die sich täglich von der Losung die Richtung weisen lassen.

Was für eine wertvolle Gemeinschaft haben wir untereinander im Geist!

Den Geist dieser Familie nennt Jesus beim Namen: Gottes Willen tun. Und das heißt: sich einsetzen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung – auch und gerade jetzt. In einer Ausnahmesituation kann leicht untergehen, was wir doch für wichtig erachten. Wir sollten aufpassen, dass dieser Einsatz nicht weniger wird, sondern erhalten bleibt. In Corona – und nach Corona. Wir können neu lernen, was es heißt, Gottes Willen zu tun: sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Ja, ich wiederhole das, weil es wichtig ist und bleibt, vielleicht vor allem „nach der Krise“, wenn wir schnell alles wieder vergessen, was wir jetzt gerade mühsam lernen und erkennen:

Es ist nicht egal, wie wir unsere Welt und unsere Gemeinschaft, unsere Gesellschaft gestalten!

Im Gebet und in Gemeinschaft verbunden wünsche ich uns allen einen gesegneten Tag,

Ihre /eure Kirsten Thiele, Pfarrerin in Neapel