Losung vom 26. Mai

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26 Mai
Wort zum Tag – 26.05.2020
Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. (Psalm 14,2)
 Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern lasst euch umgestalten durch die Erneuerung eures Verstandes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.(Roemer 12,2)

Heute geht es, unter anderem, um Klugheit, man könnte auch sagen um Weisheit, von der ich an anderer Stelle schon geschrieben habe. Denn gemeint ist mit Klugheit nicht nur die Intelligenz unseres Verstandes, im Sinnes des IQ, sondern umfassender das, was mit Weisheit gemeint ist – hier wird neben dem Verstand auch das Herz einbezogen, also unsere Lebensmitte. Und es geht um das Prüfen, auch darüber habe ich schon mal geschrieben. Prüfen sollen wir, was Gottes Wille ist, das Gute vom Bösen sollen wir unterscheiden lernen, das Vollkommene vom Unvollkommenen. Und das können wir nicht aus uns selber heraus, eben „nur“ mit dem Verstand, sondern dazu sind wir erst in der Lage, wenn wir uns umgestalten lassen, wenn wir Gott erlauben, unseren Verstand, und unser Herz, umzuformen, neu zu gestalten, damit es zur Prüfung in der Lage sei.

In diesem Sinne schaut Gott auf seine Menschenkinder herab, um zu sehen, wer denn in seinem Sinne klug ist. Und interessant ist, was hier mit Klugheit gemeint ist: klug sein bedeutet: nach Gott fragen. Also eben genau das – Gott einen Platz in meinem Leben einräumen, und nicht irgendeinen, sondern die Mitte meines Lebens. Dann kann sich mein Wesen umgestalten, dann können sich meine Beziehungen zum anderen umgestalten, dann kann sich mein Handeln in der Welt umgestalten. Klug sein heißt auch: achtsam werden. Achtsam auf das, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Und damit auf das, was gut ist für mich, aber auch für meinen Nächsten; für die Gesellschaft, in der ich lebe; für diese Erde, die ich ja mitgestalte.

Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder – er sitzt also nicht weit weg, irgendwo in einem fernen Himmel, sondern er interessiert sich dafür, wie unser Leben in diesem Augenblick aussieht, wie wir Menschen miteinander umgehen. Immer wieder erzählt die Bibel, dass Gott nicht Gott sein will ohne die Menschen. Sie sagt auch, dass der Mensch Gottes Geschöpf ist und dazu bestimmt, sein Leben in Verbindung mit Gott zu leben. Wer klug ist, geht nicht achtlos an Gott vorbei. Gott und Mensch gehören zusammen. Der Himmel ist offen zur Erde hin, Gott schaut herab. Und geborgen unter dem Blick seines Schöpfers kann der Mensch sich entfalten.

Gott, lass mich heute unter deinem Blick meinen Tag leben. Schenke mir das Vertrauen, dass du mich siehst und dass du Freude daran hast, wenn unsere Blicke sich treffen.

Gott, der Lebendige, der Ursprung und Vollender allen Lebens,
segne dich,
gebe dir Gedeihen und Wachstum,
Gelingen deinen Hoffnungen, Frucht deiner Mühe.
Er behüte dich vor allem Argen,
er sei dir Schutz in Gefahr und Zuflucht in Angst.

Gott lasse sein Angesicht über dir leuchten,
wie die Sonne über der Erde das Erstarrte wärmt und löst
und das Lebendige weckt in allen Dingen.
Er sei dir gnädig, wenn du verschlossen bist in Schuld/ wenn du schuldig bist.
Er löse dich von allem Bösen und mache dich frei.

Gott erhebe sein Angesicht auf dich.
Er schaue dich freundlich an.
Er sehe dein Leid und höre deine Stimme,
er heile und tröste dich und gebe dir Frieden,
das Wohl des Leibes, das Heil der Seele, Liebe und Glück,
und führe dich an dein Ziel.

Amen. Das heißt:
So will es der lebendige Gott, der in Ewigkeit bleibt.
So steht es fest nach seinem Willen für dich.

(Jörg Zink)

Pfarrerin Kirsten Thiele, Napoli