Losung vom 21. Oktober

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21 Oktober

Wort zum Tag – 21.10.2020

Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Horeb, dem Berg Gottes. (1.Könige 19,5.8)

Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. (2.Kor.4,7)

Ein außerordentlich kraftvoller Mensch muss der Prophet Elia gewesen sein. Schließlich war er es, der dafür sorgte, dass die sesshaft gewordenen Israeliten den Gott nicht verließen, der mit ihnen in der Wüste einen Bund geschlossen hatte. Er stritt gegen die Priester des Baal, um den Gott Israels vor dem Vergessen zu retten. So stark er im Kampf war, so schwach wurde er, als er erkannte, dass er sich nicht vollständig durchsetzen konnte. Da war ihm dann alles egal, auch das eigene Leben. Er war müde, in jedem Sinn des Wortes.

Von anderswoher musste die Stimme kommen, die ihn zurückholte. Und wohl da erst hat er verstanden: Ich bin nicht der große Gottesretter, sondern der von Gott Gerettete. Ich bin nicht der Starke, sondern der Gestärkte. Nicht ich richte auf, sondern ich werde aufgerichtet.

Elia hat wohl das Entscheidende erst begriffen, als er am Ende seiner Kraft war.

Ob wir das in unseren Lebenszusammenhängen wohl eher begreifen? Dann sollten wir unsere Lebensgeschichten nicht bloß als Leistungsgeschichten erzählen, wir sollten uns der Schwäche nicht schämen und immer wissen: Auch da, wo wir tüchtig erscheinen, sind wir Beschenkte. Und wo die eigene Kraft zerbricht, ist längst nicht alles aus.

Gott, deine Treue ist grösser und stärker als unser oft so schwaches Vertrauen! Dafür danken wir, und darauf wollen wir uns verlassen. Amen

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel