Losung vom 2.Juli

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2 Juli
Wort zum Tag – 02.07.2020
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen. (Psalm 8,2)
Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. (Lk.1,49)

Namen sind Schall und Rauch, sagen wir häufig und entschuldigen damit oft nur unsere Vergesslichkeit.

Wer mich kennt weiß, dass ich oft Probleme habe, mir Namen zu merken, zu meinem großen Leidwesen. Dafür erinnere ich mich an Gesichter, an Gespräche, an Dinge, die wir gemeinsam getan haben. Nach einiger Zeit erinnere ich mich dann auch an den Namen. Ich habe gemerkt, dass ich mich an Namen erinnere, wenn mich mit der Person mehr verbindet als eine flüchtige Begegnung. Der Name will „gefüllt“ sein.

Ich gehöre auch zu den Menschen, die großen Wert auf ihren Namen legen, den richtigen Namen, nicht eine „Übersetzung“ in eine andere Sprache. Viele Namen haben eine gemeinsame Wurzel, und einige denken, damit seien diese Namen austauschbar. Aber ich heiße Kirsten, nicht Cristina oder Kerstin oder ähnlich. Mein Name hat eine Geschichte – er hat skandinavischen Ursprung, denn mein Vater ist ein Skandinavien-Fan und hat daher diesen Namen gewählt. Genau diese Variante, nicht eine andere, und das war mir immer wichtig.

Auch mein Sohn zuckt jedesmal zusammen, wenn er in Deutschland versehentlich Lukas genannt wird – denn er heißt Luca. Dieser, genau dieser Namen wurde von seiner Oma „ausgesucht“ und gehört jetzt zu ihm. Luca erinnert im italienischen an luce/ Licht…

Wenn wir die Namen in der Bibel betrachten, haben fast alle im hebräischen Original eine Bedeutung, manchmal fast ein Programm des Lebens – bei jeder Übersetzung geht ein Stück davon verloren.

Bis heute sind Eltern sehr aufmerksam mit der Wahl des Namens ihres Kindes, vielleicht weil sie wissen oder erahnen, dass sich mit dem Namen etwas verbindet. Vielleicht hängt diese meine Genauigkeit mit Namen mit meiner Lieblingsstelle in der Bibel zusammen, in der es eine Verheißung ist, dass Gott mich beim Namen ruft, bei meinem Namen:

„Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat und dich gemacht hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland.“ (nach Jes.43,1-3)

Nach dieser Einleitung zur Bedeutung des Namens kommen wir nun zurück zu den Bibelversen von heute, wo es nicht um meinen Namen geht, sondern um den Namen Gottes, der ja noch viel grösser und heiliger ist als es Menschennamen je sein können. Das Tolle dabei: mein Name ist mit seinem Namen unauflöslich verbunden!

Gott: Es ist das beladenste aller Menschenworte! Keines ist so besudelt, so zerfetzt worden.
Gerade deshalb darf ich nicht darauf verzichten.
Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt: es liegt im Staub und trägt ihrer aller Last.

(Martin Buber)

 

Dein Name werde geheiligt

Du Herr der Welt, wir nennen dich den Vater.
Das ist dein Name.
Und doch reden wir über dich, tausendmal,
ohne Liebe und ohne Ehrfurcht.
Und es liegt doch in deinem Namen,
das Kostbare,
das unseren Händen anvertraut ist.
Der Sinn des Glücks
und aller unserer Mühen.
Bewahre du deinen Namen
vor unserer Gedankenlosigkeit.
Bewahre uns vor unserem Misstrauen
und unserer Gleichgültigkeit.
Denn wir wissen zwar, dass du da bist,
wie die Menschen und die Dinge um uns her.
Aber wir leben doch, als wüssten wir es nicht.
Wir leben viele Tage,
als sei dein Name nichts weiter als ein Wort.
Die Luft ist spürbarer als du.
Die Farben der Dinge sind sichtbarer.
Die lauten Töne unserer eigenen Worte sind hörbarer.
Schütze du selbst deinen Namen,
wir können es nicht allein.
Wenn ich von dir spreche, dann hilf mir,
dass ich einen Menschen dabei tröste,
dass ich ihn stiller mache mit deinem Namen
und ihn schütze,
du Vater im Himmel.
Denn dein Name ist das Haus, in dem wir leben.
Hilf uns, dieses Haus zu bauen
auch für andere Menschen.

(Joerg Zink)

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel