Losung vom 18. September

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18 September
Wort zum Tag – 18.09.2020
Ich bin der Herr, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst. (Jes.61,8)
Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel. Denn der Herr straft dies alles. (1.Thess.4,6)

Die in beiden Versen ausgesprochenen Mahnungen haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt – auch ich komme in meinen Texten immer wieder darauf zurück. Denn Recht und Gerechtigkeit sind die Grundpfeiler sämtlicher biblischer Texte, von den Propheten bis zu Jesus immer wieder von Gott eingefordert und in dieser Welt sichtbar gemacht. Unverhohlene Vorrangsbezeugungen, wie „Europa zuerst“, hört man immer wieder und immer noch. Aber zum Glück gibt es auch die anderen Stimmen, und es werden immer mehr. Orientierung am biblischen Wort und an Gerechtigkeit ist nicht mehr nur unmodern.

So hat es „Fairtrade“, eine Marke für fair gehandelte Waren, nach langem Dasein in kleinen Nischen, mittlerweile bis in die Supermarktketten geschafft. Ebenso der „Eine-Welt-Verkauf“ in vielen Ländern und Kirchengemeinden. Oder auch „Oikocredit“, Kreditgeber für Einzelpersonen und kleine Unternehmer, oder auch die „Banca Etica“ für das ganz normale Bankkonto. Diese Organisationen achten darauf, mit wem sie zusammenarbeiten, wo sie ihr Geld anlegen, und verhelfen vielen Menschen zu gerechtem Lohn für ihre Arbeit, zu wirtschaftlichem Auskommen für ihre Familien und zu menschenwürdiger Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Auch wenn eine noch größere Breitenwirkung unbedingt wünschenswert bleibt, so ist der Einsatz vieler Unterstützer doch heute schon ein Hoffnungsschimmer für eine gerechte Weltordnung.

Lassen wir uns ermutigen, informieren wir uns selber und helfen wir mit, wo jeder und jede von uns kann! Denn unser Gott „liebt das Recht!“

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel

Foto di Alberto Sanchez da Pixabay