Losung vom 17.September

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17 September
Wort zum Tag – 17.09.2020
Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! (Jes.41,13)
Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sogleich seine Hand aus und ergriff ihn. (Mt.14,30-31)

Wenn jemand in einer Leitungsposition ist, dann ist es gut, wenn nicht alle Arbeit und alle Überlegungen an ihm oder ihr alleine hängen, sondern wenn es noch jemanden gibt, von dem man sagen kann: „Er/sie ist meine rechte Hand , an ihn/sie kannst du dich auch wenden.“

Rechte Hand zu sein, das ist keine Abwertung, im Gegenteil: schon in der Antike war die rechte Hand die starke Hand. Vermutlich, weil die meisten Menschen Rechtshänder sind und deshalb mit ihrer rechten Hand viel Gutes zustande bringen.

Auch in der Bibel kommt die rechte Hand als Sinnbild für Stärke vor, wie etwa in Exodus 15,6: „Herr, deine rechte Hand ist herrlich an Kraft.“

Gott fasst die rechte Hand. Das bedeutet unter anderem: er stärkt die Stärken, fördert das Ausprobieren und gibt fürsorglich wieder Halt, wenn jemand, wie Petrus bei seinem Ausflug auf den See, aus dem Gleichgewicht gerät, weil er nicht mehr auf Jesus, sondern auf die bedrohlich hohen Wellen schaut. Gott ergreift unsere Hand, wenn wir sie ihm hinstrecken, um uns aus den bedrohlichen Wellen herauszuziehen – auf dass wir wieder Zutrauen haben und Hoffnung. Er lässt uns nicht im Stich. Lassen also auch wir die anderen nicht im Stich, die eine starke und stützende Hand nötig haben.

 Ewiger Gott, es liegt an uns, wofür wir unsere Stärke, unsere „rechte Hand“, einsetzen. Hilf uns, dass wir sie dem hinstrecken, dem das Leben den Boden unter den Füssen weggezogen hat – ganz gleich, woher er oder sie kommt. Und mache denen Mut, die ihre Kraft einsetzen für Frieden, die Brücken bauen und die dem Hass und der Gleichgültigkeit deine Liebe entgegenhalten. Amen

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel

Foto von Myriam Zilles da Pixabay