Losung vom 16. September

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16 September
Wort zum Tag – 16.09.2020
Ehre den Herrn mit deinem Gut. (Sprüche 3,9)
 Leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein. (Lukas 6,35)

Wir meinen, Gott vor allem mit unserem Singen und Beten zu ehren; die Kollekte ist gar nicht so wichtig. Auch ich habe manches Mal vergessen, eine Kollekte zu sammeln – zu meinem großen Leidwesen. In anderen Gemeinden, außerhalb unseres europäischen Kontextes, ist die Kollekte hingegen ein ganz wichtiger und fröhlicher Teil des Gottesdienstes. Und manchmal ist auch erstaunlich, wie viele Menschen auch außerhalb der Kirche bereit sind, zu spenden. Das ist nicht selbstverständlich, denn oft hört man auch: „Mein Haus habe ich mir hart erarbeitet, mir ist auch nichts geschenkt worden.“ Wie gut tut es dann, wenn Menschen trotzdem bereit sind, von ihrem Besitz abzugeben und anderen zu helfen. Ärmer wird man dabei nicht, denn man bereitet Freude und gewinnt oft sogar neue Freunde.

Was im persönlichen Leben geht, wünsche ich mir auch für das Zusammenleben der Völker. Wie gut wäre es, wenn an Entwicklungshilfe keine Bedingungen geknüpft würden, wenn bei der Vergabe von Krediten an ärmere Länder nicht mit Zinsen gerechnet würde und wenn die reichen Länder wirklich deren Schuldenlast verringerten. Vielleicht würde es uns dann auch gelingen, unsere Feinde zu lieben, wie es Jesus im gleichen Vers rät. Leichte Aufgaben sind das nicht, aber Gott freut sich, wenn wir beginnen, anders zu denken und zu handeln. Dann hängt unser Herz nicht an äußeren Dingen, sondern an dem, den Gott uns aus Liebe schenkt: an seinem Sohn.

Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du uns mit deiner Liebe reich beschenkst. Lass uns diese Liebe in Wort und Tat anderen Weitergeben. Amen

 

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel