Losung vom 14.Juli

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14 Juli
Wort zum Tag – 14.07.2020
Man wird wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: Danket dem Herrn Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. (Jer.33,11)
Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? (Markus 2,19)

Man könnte sagen: nach zwei Tagen, in denen die Losungen vom „Zorn Gottes“ sprachen, von den Folgen, die ein Leben der Völker ohne Gott hat, weil auch Gott sein Angesicht verborgen und die Menschheit ihrem Tun preisgegeben hat – nun erschallt endlich wieder der Jubel! Bei meinen Andachten vergingen nur zwei Tage, in der Realität vergehen oft sogar Jahre, Jahrzehnte, bis wieder Grund zum Jubeln besteht. Ich bin mir nicht sicher, ob wir aus der „Corona-Krise“ wirklich etwas gelernt haben, wir sind ja auch noch mitten drin. Und wenn ich die Nachrichten verfolge aus allen Ländern, dann hat sich gar nichts geändert. Mir ist nicht nach Jubeln zumute…

Und dennoch, Gott verspricht es: Man wird wieder hören den Jubel der Freude und Wonne.

Ich habe bei Jeremia nachgelesen, Gott verspricht durch den Mund des Propheten noch viel mehr:

„So spricht der HERR, der alles macht, schafft und ausrichtet – HERR ist sein Name –: Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du nichts weißt. Siehe, ich will sie heilen und gesund machen und will ihnen dauernden Frieden gewähren.

Denn ich will das Geschick Judas und das Geschick Israels wenden und will sie bauen wie im Anfang und will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben; und will ihnen vergeben alle Missetaten, womit sie wider mich gesündigt und gefrevelt haben.

Und das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre sein unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all das Gute hören, das ich ihnen tue.“ (Jer.33, 2-3.6-9)

Frieden, Vergebung und Jubel, das ist uns verheißen! Wie groß das Elend auch gewesen sein mag, oder immer noch ist, am Ende steht Frieden und großer Jubel, denn wenn wir uns besinnen und umkehren, wird uns vergeben. Gott will sein Volk wieder herstellen, wie es am Anfang war – am Anfang war Vertrauen und Liebe, große Nähe und Unmittelbarkeit.

Und da sage noch einer, Christsein sei langweilig, ernst oder gar traurig. Die Bibel ist voll von Stellen, wo von Jubel die Rede ist, von Freude, unbändiger Freude! Denn der Grund unserer Freude liegt eben nicht in den Zuständen dieser Welt – die eher katastrophal sind – und auch nicht in unserem persönlichen perfekten Leben – das immer noch voll von Leid, Kummer und Tod ist. Sondern der Grund unserer Freude liegt darin, dass wir Gott an unserer Seite wissen, egal durch welches Tal wir gehen. Der uns Kraft gibt, Durchhaltevermögen – und ein Lied der Freude auf unseren Lippen.

Der Komponist Joseph Haydn wurde einmal getadelt, weil seine Messen so weltlich-fröhlich wären. Er hat geantwortet: „Wenn ich an meinen Gott denke, werde ich so lustig, dass ich mich nimmer zu lassen weiß.“

Ich wünsche uns einen Tag, eine Woche, viele Tage mit diesen Gedanken an unseren Gott, der uns fröhlich will!

 

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel