Trient: Tagung – „Was hat Martin Luther uns vermacht?”

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6 Oktober 2017 | 8:00 - 7 Oktober 2017 | 17:00
Strada di Cadine, 33 Trento, Italia
Chiusura 500 riforma TN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katholische und Evangelisch-Lutherische Kirche gemeinsam für eine offene Schlussfolgerung zum 500sten Jubiläum der Reformation
Eine Tagung im Zeichen der Ökumene – Gegenseitige Vergebung
Am 6. und 7. Oktober 2017 in Trient, Centro Mariapoli, Strada di Cadine 33

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien, ELKI und das Referat für Ökumene und interreligiösen Dialog beschließen die Feierlichkeiten zum 500jährigen Jubiläum der Reformation am Ausgangspunkt der Gegenreformation mit einem Zeichen der Ökumene und dem Aufruf, gemeinsam in die Zukunft zu blicken.

Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung ist das gemeinsames Gebet für die Heilung der Erinnerung und die öffentliche, gegenseitige Bitte um Vergebung während eines ökumenischen Gottesdienstes, Freitagabend, 6. Oktober im Dom, gehalten vom Trentiner Bischof, Mons. Lauro Tisi und Landesbischof Manzke, zu dem die ganze Bevölkerung eingeladen ist.

Auch im katholischen Italien ist das 500jährige Jubiläum der Reformation auf besondere Aufmerksamkeit gestoßen und mit einer Reihe von Veranstaltungen und ökumenischen Treffen begangen worden.

Schulterschluss zum Abschluss des Reformationsjubiläums

Pastoren, Pfarrer, Diakone, Pfarrmitarbeiter, Ordensleute, Religionslehrer und alle am Thema interessierten Personen sind zur Abschlusstagung der Feierlichkeiten zum 500jährigen Jubiläum der Reformation eingeladen, die am ersten Oktoberwochenende in Trient stattfindet. Organisiert wird die Tagung von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI), in der alle lutherischen Gemeinden Italiens zusammengeschlossen sind und dem Referat für Ökumene und interreligiösen Dialog der italienischen Bischofskonferenz, an einem Ort, der symbolträchtiger nicht sein könnte. In Trient tagte von 1543 bis 1564 das gleichnamige Konzil, das im Allgemeinen mit dem Beginn der Gegenreformation gleichgesetzt wird. Die Tagung soll den gemeinsamen Weg beider Konfessionen in die Zukunft abstecken.

Ausgangspunkt der Arbeiten ist das sogenannte Gemeinsame Wort, das die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland im Oktober 2016 zu Beginn der Reformationsfeierlichkeiten unter dem Titel „Healing of Memories – Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ verabschiedet haben: „Heute können Protestanten und Katholiken gemeinsam sagen, dass die Impulse der Reformation, aber auch die Kritik an ihr und die Kritik der Kritik, das evangelische wie das katholische Verständnis dessen, was für das Christentum wesentlich ist, tief geprägt haben. Worüber die Konfessionen heute Rechenschaft ablegen müssen, ist die Frage, wie sie das Verhältnis von substantiellen Gemeinsamkeiten und konfessionellen Unterschieden bestimmen. (…) Die Erfüllung dieser Aufgabe hilft dabei, die Gottesfrage heute neu in das gemeinsame Gespräch zu bringen.“

Auftakt der Tagung ist eine theologische, katholische und protestantische Reflexion zum Thema „Martin Luther zwischen heute und morgen. Was kann und muss bleiben von Luthers Lehre?“ von Don Angelo Maffeis, Ordinarius an der Theologischen Fakultät Norditaliens in Mailand und Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Schaumburg – Lippe und Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

Prof. Brunetto Salvarani, Dozent für Mission und Dialog an der Theologischen Fakultät der Emilia Romagna und der Dekan der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, Pastor Heiner Bludau werden hingegen nach einer gemeinsamen Antwort suchen auf die Frage „Erinnerung heilen – Was ist darunter zu verstehen und wie ist das zu bewerkstelligen?“

Das Programm sieht aber nicht nur Vorträge vor, weitaus mehr wird sich von den gemeinsamen Arbeiten versprochen. Fünf Arbeitsgruppen werden sich mit je einem der fünf ökumenischen Imperative auseinandersetzen, die 2013 schon in Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2017 von der Lutherisch /Römisch-katholischen Kommission für die Einheit unter dem Titel „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ festgelegt worden sind, u. a. der Aufruf in der Verkündigung und im Dienst an der Welt zusammen Zeugnis für Gottes Gnade abzulegen, bzw. die Verpflichtung sichtbare Einheit zu suchen oder gemeinsam die Kraft des Evangeliums Jesu Christi für unsere Zeit wiederzuentdecken.

Heiner Bludau, Dekan der ELKI, sieht der Tagung besonders aus diesem Grund mit großer Freude entgegen. „Wir werden brüderlich und in großer Freundschaft das in der Schrift „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ festgelegte Programm mit Leben erfüllen.“ Das 500jährige Jubiläum der Reformation sei gemeinsam als Fest Christi und der Christenheit gelebt worden und habe neue ökumenische Impulse gesetzt, auch für die Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchen. Bereits im vergangenen November sei es in Trient zu einem fruchtbaren Miteinander mit Vertretern der Katholischen Bischofskonferenz Italiens, der Waldenser, der Methodisten, Baptisten, Adventisten und auch mit der Pfingstkirche gekommen. „In diesem Sinne sehe ich mit großer Zuversicht dem nächsten interkonfessionellen Treffen in Assisi im November 2017 entgegen, an dem zum ersten Mal auch Vertreter der orthodoxen und der anglikanischen Kirche teilnehmen werden.“

Nd