Sterben, Tod, Auferstehung und ewiges Leben in der Bibel - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Sterben, Tod, Auferstehung und ewiges Leben in der Bibel

Sterben und Tod gehören zu unserem Mensch-Sein. Schon im Alten Testament aber findet sich die Hoffnung, dass Gott neues Leben schaffen kann. Die Auferstehung Jesu von den Toten an Ostern ist Grundlage für unsere Hoffnung, von Gott einmal auferweckt zu werden und mit ihm in ewiger Gemeinschaft vereint zu sein.

Dass wir Menschen sterben müssen, ist eine der Grundeinsichten biblischer Anthropologie (1. Mo 3,19; Ps 90,5.6). Dankbar darf sein, wer wie Abraham „alt und lebenssatt“ stirbt (1. Mo 25,7.8). Oft genug aber kommt der Tod zur Unzeit: Kinder müssen sterben, Krieg vernichtet Leben, Krankheit und Hunger raffen Menschen dahin.

Der Tod ist für die Bibel der Abbruch aller Beziehungen – sowohl zu den Mitmenschen (Ps 31,12; 88,19,) als auch zu Gott (Ps 6,6; 88,11-13). „Sünde“, verstanden als egoistische Abkehr von Gott und unserem Nächsten, führt deshalb zum Verlust des Lebens (Röm 6,23a).

Weil Gott gerecht ist, wird es einmal ein Gericht über Lebende und Tote geben (2. Kor 5,10). Gott wird dann zurechtrücken, was in dieser Welt aus dem Lot geraten ist. So hoffen vor allem diejenigen, die Opfer von Gewalt und Unrecht geworden sind. Für alle Christinnen und Christen ist das Jüngste Gericht der Horizont, vor dem sie ihr Handeln letztlich zu verantworten haben. Maßstab des Gerichts über ihr Tun wird am Ende die Liebe sein, mit der sie gerade den Schwächsten in der Gesellschaft begegnet sind (Mat 25,31-46). Dass Christus im Gericht freilich nicht nur Richter, sondern vor allem unser Fürsprecher und Retter ist, betont besonders der Apostel Paulus (Röm 8,31-34).

Gott kann Verstorbene neu ins Leben rufen. Der Prophet Hesekiel beschreibt in einer Vision (Kapitel 37), wie der Geist Gottes den Toten neuen Lebensatem einhaucht. Für Christinnen und Christen ist die Auferweckung Jesu von den Toten Grund der Hoffnung, dass sie selbst einmal auferstehen werden (1. Kor 15). Das Johannesevangelium (5,24) geht sogar so weit, dass der Tod über diejenigen, die Jesus vertrauen, schon gar keine Macht mehr hat.

Wann die Auferstehung aller erfolgen wird, lässt die Bibel bewusst offen (1. Thess 4,13-18). Dass dann aber alle in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben werden, ist die große Gewissheit, die Christinnen und Christen haben dürfen (Offb 21,1-7).