Was ist eigentlich die Synode?

Einmal im Jahr versammeln sich die Laienmitglieder und die ordinierten Mitglieder, d. h. die Pastoren und Pastorinnen der Evangelisch-Lutherischen Kirche zur Synode, oder wenn man so will, zum Kirchenparlament. Die Synode, die sich mehrheitlich aus Laien zusammensetzt, trifft Entscheidungen bezüglich Verwaltung und Finanzen, aber auch programmatischer und theologischer Natur und gibt den Weg vor; das Konsistorium, bestehend aus Dekan und Vizedekan(in) sowie drei Laien, setzt die Entscheidungen der Synode um und verwaltet die Kirche. Keiner der Teilnehmer macht es sich leicht, es wird, zum Teil auch sehr animiert, diskutiert, es werden mitunter sehr konträre Meinungen vertreten und schlussendlich zum Konsens geführt. Nach typisch lutherischer Manier und rigoros zweisprachig, italienisch und deutsch. Die Synode ist aber vor allem auch Ausdruck einer Kirche. Spirituelle Momente wie gemeinsame Meditationen und Gottesdienste gehören ebenso dazu, wie auch die private Begegnung von Mensch zu Mensch.

Im Jahr 2020 musste die Versammlung der Synodalen von Ende April um mehrere Monate verschoben werden und bis zuletzt stand nicht fest, ob der Termin, 9. – 11. Oktober auch tatsächlich in Präsenz eingehalten werden konnte. Neben der Neuwahl des Präsidenten und der Vizepräsidentin der Synode sowie der drei Laienmitglieder des Konsistoriums, ging es vor allem darum, Weichen zu stellen für die Zukunft. Beherrscht war diese besondere, vom Virus geprägte Synode mit Mund- und Nasenschutz sowie gebührender Distanz, aber vor allem von einem: der Freude, sich als (Glaubens)Gemeinschaft wieder zu begegnen. Ein Neubeginn.

nd