Jesus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht zurückweisen“ (Johannes 6, 37). - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Jesus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht zurückweisen“ (Johannes 6, 37).

Die Jahreslosung für das neue Jahr heisst: „Jesus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht zurückweisen“ (Johannes 6, 37).

Ein neues Jahr ist wie das Eintreten in einen neuen, unbekannten Raum. Was wird uns erwarten? Was wird uns geschenkt werden? Der Beginn eines neuen Jahres fühlt sich spannend und verunsichernd an, so wie die Begegnung mit einem unbekannten Menschen.

Eine Tür – ich stehe davor. Ich kenne die Person nicht so gut, die hier wohnt, ich habe mehr von ihr gehört. Es kribbelt in mir. Ich fühle mich unsicher. Wie wird diese Begegnung werden?
Ich mag diese Unsicherheit nicht so gerne – bewege mich lieber auf vertrauten Boden. Alleine vor dieser Tür zu stehen und nicht zu wissen, wie die Begegnung sein wird, das beunruhigt mich.
Aber:  Ich will diese Person sehen! Wie wird er mich empfangen?

 Ich stehe noch immer vor der Tür. Sollte ich nicht mal klingeln? Klopfen? Rufen?

Aber ich zögere: Und wenn ich ungelegen komme? Vielleicht sogar störe? Aber etwas in mir drängt mich. Was habe ich alles von ihm gehört: „ Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht mehr hungern; und wer an mich glaubt, wird nicht mehr dürsten.“ Keinen  Hunger mehr zu haben und keinen Durst… gesättigt zu werden mit Antworten und Lebenswichtigem, das erhoffe ich mir auch. Aber ob er es auch mir geben wird? Ob es auch für mich reicht, was er zu verteilen hat? Oder, ob ihm meine Fragen, mein Hunger und Durst nach vollem Leben vielleicht zu stark sind und ihn irritieren?

Ich stehe noch immer da und die Fragen und Zweifel kreisen in meinem Kopf. Aber es gibt auch diese Sehnsucht, eingelassen zu werden. Ich richte mich auf und entscheide mich: ich drücke den Klingelknopf. Stille.

Dann öffnet sich die Tür und Jesus schaut mich an: „Willkommen!“

Gnädiger Gott, wir bitten dich für dieses neue Jahr! Es liegt vor uns, wie eine unbekannte Fläche. Wir bitten dich, dass wir es mit Dir an der Seite begehen dürfen, dass du unsere Wege und Entscheidungen begleitest. Hilf uns auch rechts und links zu sehen, wer außer uns auch auf dem Weg ist und was er oder sie braucht..

Amen

Pfarrerin Magdalena Tiebel – Gerdes, Ispra – Varese