Wort zum Monat Juli – 01.07.2021 - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Wort zum Monat Juli – 01.07.2021

Gott ist nicht ferne von einem, einer jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
(Apostelgeschichte 17,27 L)

Es ist ein richtig heißer, sonniger Tag. Die Schweißtropfen rinnen nur so an dir herunter. Du sehnst dich nach einer Erfrischung. Stell dir vor, genau in diesem Moment hast du die Möglichkeit, in das kühle Wasser eines Sees, oder ins Meer zu springen. Du tauchst ein und dein Körper wird eins mit dem erfrischenden Wasser! Du fühlst, wie das Blut durch deine Venen zirkuliert und deine Lebenskräfte neu geweckt werden.
Es ist das gleiche innere Wohlbehagen, das wir an einem kalten Winterabend empfinden, wenn wir uns in eine Wanne mit warmem Wasser gleiten lassen, um ein Bad zu nehmen. Auch hier werden wir von dem angenehmen Nass wohlig umhüllt. Die Wärme schenkt uns ein Gefühl der absoluten Zufriedenheit und Geborgenheit, das sich in unserem ganzen Körper ausbreitet und bis in die Seele hineinreicht.
Ich liebe diese Momente, wenn ich das Wasser, egal ob kalt oder warm, auf meiner Haut spüre und umgeben bin von diesem Element. Wenn ich eins werde mit ihm und neue Kräfte bekomme.

An diese Momente muss ich denken, wenn ich lese, dass wir in Gott leben und weben. Gott ist kein ferner Gott, der mit meinem Leben nichts zu tun hat. Er ist immer da und wirkt direkt in mein Leben hinein. Egal ob in den kalten oder warmen Zeiten des Lebens: Der, der mich erschaffen hat, umgibt mich mit seiner Liebe und Kraft, so wie das Wasser mich umgibt. In ihm, dem Schöpfer, leben wir.

Mein Problem ist, dass ich das in der Theorie zwar verstanden habe, aber es in meinem Alltag oft vergesse. Ich müsste eigentlich wissen, dass Gott für mich da ist, dass er immer ansprechbar ist und weiß, was ich brauche. Aber ich denke oft nicht daran. Ich denke nicht daran, dass ich mich auf seine Kraft und Liebe verlassen kann.
Daher möchte ich mir immer wieder bewusstmachen, dass Gott mich umgibt. Nicht drohend oder beaufsichtigend, sondern mit der Zufriedenheit und Geborgenheit, die er mir schenken möchte.
Lasst uns so in diesen neuen Monat gehen – umgeben von Gott wie vom kühlen Nass, das erfrischt und belebt. Geborgen bei Gott, was immer uns auch begegnen mag, an den schönen Tagen und auch an schweren Tagen.

Denn das ist schon sein Name: „Ich bin da!“ Immer…überall….

Gott ist nicht ferne von einem, einer jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

 

Pfarrerin Kirsten Thiele, Neapel

Foto di Daniel Perrig da Pixabay