Glaube und Nachhaltigkeit - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Glaube und Nachhaltigkeit

ELKI-Umwelt-Netzwerk / Die ersten drei Ziele auf dem Weg zur Umsetzung der AGENDA 2030

Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf. Die Synode 2019 endete mit einer überzeugenden Absichtserklärung zu Nachhaltigkeit und ökologischem Engagement unter dem Motto “Glaube und Handeln”, inspiriert von den Zielen der AGENDA 2030. Enthusiasmus allein reicht nicht immer, vor allem dann nicht, wenn eine weltweite Pandemie alles überrollt und Engagement, Projekten und Ideen den Boden wegzieht. Nun stehen den Gemeinden der ELKI zwei Umweltbeauftragte zur Seite, Annette Brünger und Matteo Nicolini – sie moderierten auch einen Workshop auf der Synode 2021 – die sie auf dem Weg zur Nachhaltigkeit begleiten und beraten. Die ersten drei Ziele sind bereits festgelegt.

Voraussetzung für das gemeinsame Arbeiten war zunächst, die Ökologie-Referenten der einzelnen Gemeinden in ein Netzwerk einzubinden. Zwei Zoom-Meetings wurden bereits abgehalten, am 13. April und am 25. Mai; sie dienten vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen und der Ermittlung des Nachhaltigkeits-Status jeder Gemeinde. Die Umwelt-Gruppe wird sich nun regelmäßig, im Abstand von zwei Monaten, treffen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Der erste Schritt, erklärt Matteo Nicolini, Professor für Vergleichendes Recht und Referent für Nachhaltigkeit an der Universität von Verona, ist die Wiederbelebung der Online-Plattform zum Thema Glauben und Handeln, die unmittelbar nach dem Beschluss der Synode im Jahr 2019 geschaffen wurde. Diese Seite soll eine Art Schaufenster sein, in dem Gemeinden die Möglichkeit haben, ihre Projekte vorzustellen, in dem sie Informationen, Best Practices, nützliche Adressen, Interviews… sammeln und austauschen können. Ein nicht zuletzt auch vom Glauben inspirierter Think-Tank, der die ELKI unter einem neuen Aspekt darstellt, sowohl intern als auch nach außen. Ein Ort des Dialogs.

Das zweite Ziel sieht die Erstellung einer zentralen, ökologischen Datenbank vor, zu der alle Gemeinden beitragen, nützlich für jene, die innerhalb der Region der jeweiligen Gemeinde leben, aber auch für Reisende. Eine Sammlung von Adressen und Tipps, wo man Bio- und Null-Kilometer- oder Fairtrade-Produkte finden kann, wo man nachhaltig und vegetarisch und/oder vegan essen kann, wo Fahrräder angemietet werden können, von Vorschlägen für Ausflüge und Besichtigungen ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt… ein lutherischer Ökotourismus-Führer. “Menschen aus aller Welt hätten damit die ELKI-Gemeinden als Bezugspunkt für nachhaltiges Reisen in Italien”, erklärt Nicolini. „Eine Art angewandten Luthertums.“

Das dritte Ziel besteht in einer ökologischen Bestandsaufnahme, um die Gemeinden der ELKI auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu präsentieren. Eine Liste der Gebäude und ihres jeweiligen ökologischen Nachhaltigkeitsstatus: nachhaltige Heizsysteme, Dächer mit Photovoltaik-Anlage, Isolier-Fenster, thermische Gebäude-Isolierung, Reduzierung des Wasserverbrauchs… Und dazu eine Auflistung besonderer nachhaltiger Maßnahmen wie der Verzicht auf Einweggeschirr aus Plastik, bewusster Lebensmittelverbrauch (z.B. Initiativen wie Sammlung und Verteilung von Brotresten oder Lebensmitteln am Tag des Verfallsdatums, wie die Bröseljäger in Bozen, ), Baumpflanzaktionen u. a. m. Eine Liste von Initiativen, die mit wachsendem Nachhaltigkeitsbewusstsein immer länger werden sollte.

Annette Brünger und Matteo Nicolini haben auch einen Traum: als Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien, als lutherische Gemeinden am Festival für nachhaltige Entwicklung teilzunehmen, das von der Italienischen Allianz für nachhaltige Entwicklung, ASviS, veranstaltet wird. ASviS zählt 230 Mitglieder aus Wirtschaft und sozialen Vereinigungen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Zivilgesellschaft für die Umsetzung der AGENDA 2030 zu mobilisieren und zu sensibilisieren. Die fünfte Ausgabe des Festivals der Öko-Nachhaltigkeit, mit Hunderten von Initiativen in ganz Italien und online, findet vom 28. September bis 14. Oktober 2021 statt. Ein multikulturelles Festival mit Vorträgen, Workshops, Ausstellungen, Theater und Kleinkunst, Sportveranstaltungen, Buchpräsentationen, Dokumentarfilmen u. a. m.

“Für uns sind Nachhaltigkeit und das Engagement für mehr Nachhaltigkeit von jeher ein selbstverständlicher Ausdruck des Glaubens”, so Annette Brünger und Matteo Nicolini. „Ein bewusst nachhaltiges Konsumverhalten bekämpft den Klimawandel, schützt Umwelt und Biodiversität und ist in gewissem Sinn auch ein Eintreten für den Schutz der Menschenrechte. Durch nachhaltiges Handeln werden wir dem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung gerecht.“

nd

08.06.21