Lutherische Delegation im Vatikan für einen weiteren Schritt auf dem Weg von „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Lutherische Delegation im Vatikan für einen weiteren Schritt auf dem Weg von „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“

Am 24. Juni treffen der Generalsekretär und der Präsident des Lutherischen Weltbundes Papst Franziskus. Am Tag darauf das gemeinsame Gedenken an das Augsburger Bekenntnis vom 25. Juni 1530.Eine Delegation des Lutherischen Weltbundes (LWB) wird ab morgen, 24. Juni, in Rom sein, um Papst Franziskus zu treffen und die Vereinbarung für eine stärkere Zusammenarbeit mit Caritas Internationalis, der weltweiten katholischen Dachorganisation von Not- und Entwicklungshilfeorganisationen, zu vertiefen.

Der Delegation gehören der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Erzbischof Panti Filibus Musa, und LWB-Generalsekretär Pfarrer Martin Junge sowie verschiedene Mitglieder des LWB-Rats aus den sieben Regionen der weltweiten Kirchengemeinschaft an.

Während des Besuchs im Vatikan am 24. und 25. Juni wird es ein Gespräch zwischen den Führungspersonen des LWB und des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen geben. Außerdem wird Pfarrer Junge an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum), die für ihr Institut für Ökumenische Studien bekannt ist, eine Vorlesung halten.

Das Treffen mit Papst Franziskus baut auf die gemeinsamen Feierlichkeiten zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Lund und Malmö in Schweden im Oktober 2016 auf. Bei dieser Gelegenheit hatten Papst Franziskus zusammen mit Pfarrer Junge und dem ehemaligen LWB-Präsidenten Bischof Munib Younan gemeinsam gebetet und gelobt, die Bemühungen für ein gemeinsames Zeugnis und einen gemeinsamen Dienst auszubauen.

Der Besuch in diesem Monat wird als weiterer Schritt auf dem Weg „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ gesehen, der seit einigen Jahren im Mittelpunkt des lutherisch-katholischen Dialogs steht. Besonders erwähnenswert ist, dass die Audienz bei Papst Franziskus am 25. Juni auf den Jubiläumstag des Augsburger Bekenntnisses fällt, das im Jahr 1530 genau an diesem Tag vorgelegt wurde. Das Augsburger Bekenntnis wurde von Phillipp Melanchthon für den Augsburger Reichstag verfasst, der von Kaiser Karl V. einberufen worden war, um die brisante protestantische Frage zu „normalisieren“. Es enthält im Wesentlichen die Darlegung der ersten Grundprinzipien der Reformation.

2021 jährt sich zudem auch die Exkommunikation Martin Luthers durch den Papst im 16. Jahrhundert, Papst Leo X., zum 500. Mal. Eine gemeinsame Kommission aus lutherischen und katholischen Theologen untersucht derzeit den historischen Kontext dieses Ereignisses und soll ihre Beratungen rechtzeitig vor der nächsten LWB-Vollversammlung abschließen, die 2023 in Krakau, Polen, stattfinden wird.

Der Assistierende Generalsekretär des LWB für Ökumenische Beziehungen, Professor Dirk Lange, der ebenfalls Teil der Delegation ist, beschrieb den Besuch in Rom als „eine wichtige Bestätigung der Fortschritte, die im ökumenischen Gottesdienst in Lund und durch das in Malmö formulierte Bekenntnis zum gemeinsamen praktischen Handeln gemacht wurden“. „Wir schauen aber auch vor dem Hintergrund des 500. Jubiläums der Veröffentlichung des Augsburger Bekenntnisses im Jahr 2030 auf den vor uns liegenden Weg“, erklärte er.

Weiter sagte Lange: „Wir hoffen, dass die Papstaudienz und der Ausbau der theologischen und spirituellen Kooperationszusagen von Caritas und dem LWB-Weltdienst uns der Einheit ebenfalls ein Stück näherbringen können. Bei der Kooperation geht es nicht nur um eine Zusammenarbeit im Dienst für die Bedürftigsten Menschen der Welt. Es ist eine Art pastorale Ökumene, die neue Räume und Rahmenbedingungen für den theologischen Dialog eröffnen kann.“

Artikel und Foto aus Riforma, 23.06.2021

Übersetzung aus dem Italienischen: KG