„Anders - konzentrierter, dezentraler und digitaler“ - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

„Anders – konzentrierter, dezentraler und digitaler“

13.-16. Mai 2021: der 3. Ökumenische Kirchentag in Deutschland – Online

Am Donnerstag, 13. Mai 2021 beginnt der 3. Ökumenische Kirchentag Deutschlands. Die ursprünglich in Frankfurt a. M. geplante Veranstaltung wird „anders – konzentrierter, dezentraler und digitaler“ sein als jeder Kirchentag zuvor. Bis zum 16. Mai laden mehr als hundert digitale Veranstaltungen ein, gesendet aus Frankfurt und begleitet von Aktionen und Gottesdiensten in ganz Deutschland. Und darüber hinaus. Das Identikit: Politische Spitzengäste, brisante Themen, unbequeme Fragen und Wahrheiten, Bibelarbeit für alle und Bibelarbeit interreligiös, Kultur.

Die Institution Deutscher Evangelischer Kirchentag ist 1949 aus einer freien Bewegung von Menschen entstanden,Banner-statisch_300x250-72dpi die der christliche Glaube und das Engagement für die Zukunft von Kirche, Welt und mittlerweile auch Umwelt zusammenführte. Er ist institutionell unabhängig von den evangelischen Kirchen und findet alle zwei Jahre statt. Dem 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt a. M., nach Berlin 2003 und München 2010, wurde schon seit einigen Jahren mit großer Spannung und Erwartung entgegengeblickt. Aufschieben kam nicht in Frage, meinten die Veranstalter, der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und gingen das Wagnis einer digitalen Großveranstaltung ein. Der Countdown läuft, am Donnerstag, 13. Mai, geht es los. Bis 25. April hatten sich Interessierte für die über hundert Online-Veranstaltungen, Workshops, Podien, Gespräche, Austausch, Gottesdienste, Bibelarbeit unter anderem mit der ehemaligen Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, dem aktuellen Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dem Umweltwissenschaftler Ernst von Weizsäcker oder der katholischen Philosophin Mechthild Dreyer, einschreiben können. Gemeinden und Kirchen in Deutschland sind eingeladen, zeitgleich Veranstaltungen abzuhalten. Ökumenisch natürlich. Das Programm gliedert sich in drei zentrale Leitfragen:

  • Alles eine Frage des Glaubens und Vertrauens?
  • Zusammenhalt in Gefahr?
  • Eine Welt – Globale Verantwortung?

Die Veranstaltung wickelt sich ab über zentralen Live-Stream, das ÖKT-Studio in Frankfurt, ein Vertiefungsprogramm und digitale Begegnungsorte.

Die Kirchen sind zusammengewachsen, Ökumene ist längst nicht mehr Pflichtaufgabe, sondern liebgewonnene und täglich gelebte Realität. Aber ganz reibungslos geht es zwischen den Konfessionen immer noch nicht zu. Eines der großen Themen im Hinblick auf den ÖKT war die eucharistische Gastfreundschaft. Was den Protestanten selbstverständlich ist, ist in katholischen Kreisen schwer umkämpft. Auch auf dem Kirchentag wird es um dieses Thema gehen. Man darf gespannt sein.

Über die Kirchen hinaus weisen brisante Themen, die auch die Laiengesellschaft beschäftigen: sexualisierte Gewalt in den Kirchen, der Rechtsterrorismus, die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Hate Speech oder der assistierte Suizid. Offenheit ist angesagt, Klartext soll gesprochen werden. So die Veranstalter, der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). „Barrieren sollen abgebaut werden, auch in den Köpfen.“

Damit auch wirklich alle dem Programm folgen können, ist für alle Teilnehmer ein umfassender Service vorbereitet worden: Deutsche Gebärdensprache, die Untertitelung von Veranstaltungen sowie ein spezifisches Angebot mit eigens erstellten Materialien in Leichter Sprache. Die Website oekt-barrierefrei.de enthält außerdem kurze Erklär-Videos, zum Beispiel zur Registrierung, zur Teilnahme an Workshops oder zur Verwendung von Mitwirkungstools. Eine Bibelarbeit in Leichter Sprache richtet sich als Angebot an Menschen, denen das Verständnis komplexer Text- und Satzstrukturen Mühe bereitet.

Wie wichtig dieser 3. ÖKT ist, zeigt die lange Liste von Gästen, die nicht nur Spitzenpositionen in der Gesellschaft bekleiden, sondern auch christliche Impulse setzen: Der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin, der NATO-Generalsekretär, fünf Minister*innen der Bundesregierung, fünf Ministerpräsident*innen und drei Kanzlerkandidat*innen dazu Exponenten mehrerer Parteien. Sie alle wollen zusammen mit Christen der beiden Konfessionen ein Zeichen für Dialog, Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung setzen. In einer immer komplexer werdenden Welt und Gesellschaft, die seit einem Jahr zusätzlich durch die weltweite Corona Virus-Pandemie in ihren Grundfesten erschüttert worden ist.

Das reichhaltige Programm ist auf oekt.de frei zugänglich.

Wer den ÖKT live mit verfolgen möchte:  oekt.de/fuereuch; Instagram: @oekumenischerkirchentag; Facebook: @OekumenischerKT.

 

nd

12.05.2021