LWB: "Sofort Frieden zwischen Palästinensern und Israelis" - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

LWB: “Sofort Frieden zwischen Palästinensern und Israelis”

Appell Versöhnung und gerechten Frieden für Jerusalem und alle seine Bewohner: Christen, Juden und Muslime, Palästinenser und Israelis

 Rom (NEV), 11. Mai 2021 – Der Lutherische Weltbund (LWB) ist “zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt und die täglichen Zusammenstöße in Ost-Jerusalem. Insbesondere zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften im Bereich des Tempelbergs, Haram Al-Sharif .” So steht es in einer Pressemitteilung des LWB. Gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land und ihrem Oberhaupt, Bischof Sani-Ibrahim Azar, verurteilt der Lutherische Weltbund die Verletzung des Status-quo-Abkommens, das allen drei Religionen den Zugang zu den heiligen Stätten während religiöser Feiern garantiert.

Seit Beginn der Auseinandersetzungen sind Hunderte von Palästinensern verletzt worden, 26 Palästinenser, darunter neun Kinder, sind bereits ums Leben gekommen, ebenso zwei israelische Frauen aus Ashkelon. Für das Ende des Ramadan, Eid-al-Fitr, am 12. Mai werden Zehntausende von Muslimen auf der Esplanade der Moscheen erwartet.

Der Lutherische Weltbund zeigt sich sehr besorgt über diese Eskalation. Nicht nur wegen der Drohungen israelischer Siedler, weitere palästinensische Familien aus dem Ostjerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah zu vertreiben, sondern auch wegen provozierender Vorfälle während des den Muslimen heiligen Fastenmonats Ramadan. Am 10. Mai, so die Mitteilung des LWB, fand ein “umstrittener jüdischer Flaggenmarsch durch die Altstadt und das muslimische Viertel statt: Trotz der Entscheidung der israelischen Regierung, Juden das Betreten des Tempelbergs Haram Al-Sharif zu untersagen, entsprechend hoch sind die Spannungen und die Provokationen nehmen kein Ende,“ so der LWB. Das vom Weltbund geführte Augusta Victoria Hospital auf dem Ölberg hat ein Notfallprotokoll aktiviert.

LWB: Zwei-Staaten-Lösung, unabhängig und friedlich nebeneinander. Palästina und Israel

 Bereits 2019 hat der Lutherische Weltrat seine Missbilligung über die einseitigen Maßnahmen in Jerusalem zum Ausdruck gebracht. Aktionen wie die Abrisse palästinensischer Häuser und anderer Strukturen in den besetzten Gebieten (OPT), um Platz zu schaffen für weitere jüdische Siedlungen. Der Rat bekräftigte sein Eintreten für eine Zwei-Staaten-Lösung, für eine definitive Verhandlung aller Endstatusfragen und ein Ende der Besatzung. Der LWB plädiert für die Errichtung eines unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staates neben dem Staat Israel, mit dem Ziel, Frieden und Sicherheit für beide Volksgruppen, Israelis und Palästinenser, gleichermaßen zu gewährleisten.

Zusammen mit Bischof Azar fordert der LWB alle Beteiligten auf, den Status quo zu respektieren, verantwortungsbewusst und besonnen zu handeln und Menschenleben um jeden Preis zu bewahren. Darüber hinaus ruft der Lutherische Weltbund seine Mitgliedskirchen auf, ihre jeweiligen Regierungen aufzufordern, sich für eine friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen, weiterhin zu beten, für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, das Augusta Victoria Hospital und all ihre Vertreter und diese zu verteidigen. Ebenso ruft der LWB auf zum Gebet und zum Eintreten für Versöhnung und Frieden mit Gerechtigkeit, für Jerusalem und alle seine Bewohner: Christen, Juden und Muslime, Palästinenser und Israelis.

Reaktionen der religiösen Führer der Welt

 Der LWB ist mit seinem Aufruf und seiner Sorge nicht allein. Höchste religiöse Autoritäten wie der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pater Joan Sauca, Papst Franziskus oder der Patriarch von Jerusalem, Theophilus III, haben in den letzten Tagen ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht und lautstark ein Ende der Gewalt gefordert.

Die Erklärung des LWB im Wortlaut (auf Englisch).

 

Übersetzung: nd

11.05.2021

Foto: NEV