ELKI: Inklusiv und digital in die Zukunft - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

ELKI: Inklusiv und digital in die Zukunft

PRESSEMITTEILUNG
2. Sitzung der XXIII. Synode der ELKI
29.04- 01. 05. 2021
„Bestand, Wandel, Zukunft – Die Barmherzigkeit als Verantwortung der Kirche“
Programmatische Erklärung zur Gendergerechtigkeit
Gleichstellung der Geschlechter ist Ausdruck des Glaubens
Aufbau einer professionellen, digitalen ELKI-Plattform

Eine Herausforderung, die angenommen worden ist und hervorragend und diszipliniert gemeistert werden konnte: Eine Synode in einem neuen Format. Anstelle der persönlichen Begegnung, zweieinhalb Tage konzentriertes Arbeiten vor einem Bildschirm. Ein Highlight der 2. Sitzung der XXIII. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien war der Impulsvortrag des Ehrengasts Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes. Das wichtigste Ergebnis dieser Online-Synode sind zwei Entscheidungen, die die Kirche und ihre Gemeinden in ihrem zukünftigen Arbeiten leiten werden: Ein Grundsatzdokument zum Thema Gendergerechtigkeit und die Schaffung einer digitalen Plattform.

Der letzte Tag der Synode 2.0, am 1. Mai, legte dem Kirchenparlament ein umfangreiches Arbeitspensum in Form von zahlreichen Beschlussanträgen auf. Die Verabschiedung der Grundsatzerklärung zur Gendergerechtigkeit, ist Ausdruck von unbefangener Offenheit und kann durchaus auch als Umsetzung des Titels der Synode interpretiert werden. Barmherzigkeit, sprich die vorurteilsfreie Annahme des Anderen und der Respekt für sein Sein. In der sehr intensiven und differenziert geführten Diskussion des Antrags zur Gendergerechtigkeit wurde klar betont, dass dieses Thema zwar innerhalb der Kirche nicht als Problem angesehen wird, da die Akzeptanz des anderen in jeglicher Seins-Form als selbstverständlich angesehen wird. Die ELKI sieht aber den Auftrag, dieses Thema in der Gesellschaft voranzutragen und zu fördern. Sie setzt sich ein, so der Wortlaut der Stellungnahme, “für eine kulturell sensible Sprache, die möglichst inklusiv ist und verwendet sie, wo es möglich ist, in zukünftigen Regelungen und/oder  offiziellen Mitteilungen der ELKI. ”

Als mutig und kühn bezeichneten die Synodalen den mit großer Mehrheit angenommenen Beschlussantrag der Digitalkommission zur Schaffung einer digitalen ELKI-Plattform. Gerade aus der Erfahrung der Pandemie und nicht zuletzt auch aus einem Problem der (nicht nur geographischen) Erreichbarkeit heraus, scheint es der ELKI notwendig und zeitgemäß, Seelsorge und religiösen Beistand sowie Informationen über Geschichte und Grundpfeiler der lutherischen Glaubenslehre auch digital zu vermitteln; auch für jene, die sich unverbindlich für religiöse Themen und Kirche interessieren. Theologische Fragestellungen, Podcasts, Gottesdienste, Bibelstudien, eine Vorstellung der Gemeinden, Dialog oder geteilte Formen des gelebten Glaubens u. v. a. m. Das Projekt der digitalen ELKI-Plattform ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

Am Freitag, 30. April, wurden die Themen Gendergerechtigkeit, Digitalisierung, Konsequenzen der Coronazeit, Diakonie, Jugend und Umwelt in reduzierten Arbeitsgruppen diskutiert. Auf diese Weise war trotz der Einschränkungen des digitalen Formats ein reger persönlicher Austausch möglich. Ein Element, das in allen Gruppen festgestellt wurde: die Thematiken sind auch sehr abhängig von der Struktur der jeweiligen Gemeinden.

Aus den Grußworten der Gäste sprach tiefe Wertschätzung der ELKI und ihrer Tätigkeit sowie die Betonung der positiven Zusammenarbeit. Unter anderem ergriffen das Wort: Luca Negro, Präsident des Bundes der Evangelischen Kirchen in Italien, FCEI; die Vorsitzende der Waldenser Tafel, Alessandra Trotta; die Vorsitzende der Evangelischen-Methodistischen Kirche in Italien, Mirella Mannocchio; Giovanni Paolo Arcidiacono, der Vorsitzende der Evangelischen Baptisten Kirche in Italien; die Vorsitzende des Bundes der Evangelischen Frauen in Italien, FDEI, Gabriela Lio; Bischof Leon Novak (Slowenien); der Präsident der Ökumene-Kommission der italienischen Bischöfe, Mons. Ambrogio Spreafico; die Vertreter von VELKD bzw. EKD, Norbert Denecke und Olaf Waßmuth; Klaus Rieth von der Württembergischen Landeskirche; Michael Hübner, Generalsekretär des Martin Luther Bundes; Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav Adolf Werks; Mario Fischer, Generalsekretär der GEKE; die Präsidentin der Synode der bayrischen Landeskirche, Annekathrin Preidel sowie der Präsident der Claudiana, Eugenio Bernardini.

nd

02.05.2021

Foto: Sharon McCutcheon/ Unsplash