Auf dem Weg - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Auf dem Weg

PRESSEMITTEILUNG
2. Sitzung der XXIII. Synode der ELKI
04.- 01. 05. 2021
„Bestand, Wandel, Zukunft – Die Barmherzigkeit als Verantwortung der Kirche“

 

Erste Online-Synode der ELKI eröffnet

Barmherzigkeit Schlüssel für Zukunft

Corona beschleunigt digitale Transformation

Die Berichte von Synodalpräsident Wolfgang Prader und Dekan Heiner Bludau

 

Ein Bildschirm voll kleiner Ikonen, 75 insgesamt; davon über 50 Synodale, die sich aus ganz Italien zugeschaltet haben, das Team des Dekanats sowie Gäste aus Italien und dem Ausland. Die 2. Sitzung der XXIII. Synode der Evangelisch-Lutherischen-Kirche wird als erste Online-Synode in die Annalen eingehen. Aber nicht nur. Keine Wahlen in kirchenleitende Funktionen, viele Interna zu diskutieren, die Herausforderung eines neuen Formats, das Begegnung und Überraschungen nur schwer zulässt. Dafür aber Themen, die zukunftsweisend und ebenso gesellschaftsrelevant wie theologisch herausfordernd sind, wie z. B. Gendergerechtigkeit, Umwelt und Digitalisierung. Und ein ganz besonderer Gast: Martin Junge, der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes.

Die Pandemie und die daraus resultierenden sozialen Einschränkungen haben nicht nur das Leben jedes Einzelnen, sondern auch das Kirchenleben und damit auch die Vorbereitungen und Durchführung der 2. Sitzung der XXIII. Synode stark beeinflusst. Es herrscht eine zwar noch etwas verhaltene aber optimistische Aufbruchsstimmung, die auch aus den Berichten des Synodalpräsidenten, Wolfgang Prader und des Dekans, Heiner Bludau, sprach.

Synodal-Präsident Wolfgang Prader

Auftakt waren am Donnerstag, 29. April um 18 Uhr der Eröffnungsgottesdienst und der anschließende Bericht des im Oktober gewählten Synodalpräsidenten Wolfgang Prader. Ein ebenso effizienter wie kurzer Bericht, der mit einem besonderen Dank an das Team begonnen hat, das in den letzten Monaten diese Online-Synode zusammengestellt hat.

„Das durch die Pandemie bedingte Social Distancing“, so Prader, „hat die digitale Transformation beschleunigt.“

Der Tätigkeitsbericht des Synodalpräsidiums ist von Corona geprägt: Online-Plattform heißt das Schlüsselwort. Konsistoriums-Sitzungen und gelungene Teambildung online; eine Online- Konferenz zusammen mit dem Konsistorium und der Waldensischen Tafel. Teilnahme am Online-Meeting der Präsidenten der ELKI-Gemeinden und in Vorbereitung der Synode viele Kommissions- und Arbeitsgruppensitzungen in eben derselben Modalität. „Das Ergebnis dieser intensiven Vorarbeiten“, so der Präsident der Synode Prader, „wird die Synode in den nächsten Tagen beschäftigen und wir erwarten uns fruchtbringende Ergebnisse. In dieser schwierigen Zeit soll unser Herz nicht getrübt oder gar verschlossen sein vor Neid, Missgunst oder Trübsal, sondern offen für unser Tun und Handeln.“

Dekan Heiner Bludau

Dekan Heiner Bludau rief die Synodalen in seinem zum Auftakt des zweiten Sitzungstags vorgetragenen Bericht auf, darauf zu achten, wie es ihnen mit der Online – Modalität ergehe. „Für den Weg in die Zukunft und die Diskussion um die Digitalisierung der Kirche ist es wichtig, dass wir uns aller Aspekte, der positiven wie der negativen, von Digital bewusst sind!“

Besonderes Augenmerk legte Bludau, dessen letztes Jahr als Dekan mit der Synode 2021 beginnt, auf die Erläuterung des Begriffs der Barmherzigkeit, zusammen mit Zukunft das Schlüsselwort der Synode 2021.

„Aus der Barmherzigkeit Gottes leben, heißt nicht Almosen verteilen, sondern sich dem Anderen als Ganzem zuwenden.“ Bezüglich des gerade auch in dieser Zeit der Pandemie so oft berufenen Wandels, rief er die Synodalen dazu auf, sich dessen klar zu werden, für welchen Wandel sich die Kirche engagieren wolle. Die Synode wird ein programmatisches Grundsatzpapier zum Thema Gendergerechtigkeit verabschieden. Dekan Bludau legt auch hier das Prinzip der Barmherzigkeit zugrunde, der Kirche komme die Aufgabe zu, sich für eine diesbezügliche Öffnung in der Gesellschaft einzusetzen. Die Jugendarbeit, ein weiteres zukunftsweisendes Thema, sei nicht als ein Heranziehen neuer Gemeindeglieder zu sehen, ein Trugschluss in unserer mobilen Gesellschaft, sondern als ein Begleiten auf dem Weg zum Erwachsensein.

In Hinblick auf die Zukunft bekannte sich Dekan Heiner Bludau eindrücklich zur Identität der ELKI als lutherische Kirche in Italien.

Zum Abschluss gab der Dekan den Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien sein ganz persönliches Credo mit auf den Weg, durch die Synode und in die Zukunft: „Ich persönlich blicke zuversichtlich in die Zukunft, im Vertrauen auf IHN, der der eigentlich Regierende über unsere Kirche ist, der dreieinige Gott. Von ihm sagt die heutige Losung, Jesaja 9,6: „Seine Herrschaft wird groß und des Friedens kein Ende sein.“

Am Nachmittag folgen der mit Spannung erwartete Gastvortrag des Generalsekretärs des LWB, Martin Junge und die thematischen Arbeitsgruppen, in denen die Synodalen sich intensiv und in kleinerem Rahmen mit den anstehenden Themen auseinandersetzen werden.

nd

30.04.2021