Wort zum Tag - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Wort zum Tag

14. März 2021 | Freue Dich! Mitten in der Passionszeit

Der vierte Sonntag der Passionszeit: Laetare. Für die lutherische Gemeinde in Rom ist es ein besonderer Sonntag, seit Papst Benedikt XVI. ihn von genau elf Jahren mit ihr zusammen gefeiert und in seiner Predigt über das Tagesevangelium zum Weizenkorn, das in die Erde fällt, gesagt hat:

„Laetare [ist der] Tag, an dem die Hoffnung das Bestimmende ist, die auf das Licht hinschaut, das von der Auferstehung Christi her mitten in die Dunkelheiten unseres Alltags, in die ungelösten Fragen unseres Lebens hereinfällt.“

Und diesen Blick auf eine gute Zukunft, eine Zukunft, die ihr Licht von Christus hernimmt, den haben wir alle in diesen nie enden wollenden Tagen der Pandemie nötig. Die Deutung unserer Hoffnung von Christus und seiner Auferstehung her ist eigentlich schon die ganze Aussage dieses Sonntags.

Das Fundament unserer Hoffnung ist nicht, dass es irgendwie und irgendwann wieder besser wird. Das Fundament unserer Hoffnung sind nicht die Maßnahmen der Politiker und die Bemühungen der Mediziner. Diese sind notwendig und sinnvoll und gut. Und deren Einsatz ist in diesen Tagen nicht hoch genug zu loben. Beten wir für sie alle!

Aber das Fundament, die Grundlage unserer Hoffnung, unseres Lebens-Lichtes, liegt nicht in Menschenhänden, sondern im göttlichen Antlitz Jesu Christi.

Hoffnung, die über die biologische Gesundheit, unsere irdischen Lebensjahre und eine zu bewältigende Pandemie hinausgeht, muss ja logischerweise von außerhalb kommen. Und sie kam im Ostergeschehen auch von außerhalb! Hier hat Gott mit Christus eine Tür aufgestoßen, durch die das Licht der Ewigkeit in unsere Tage fällt.

Deshalb auch dieses Jahr: Laetare – freue dich! Mitten in der Passionszeit.

 

Michael Jonas, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Rom

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