Fröhlich fasten - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

Fröhlich fasten

Passionsschritte | Dreizehnter Tag

Vierzig Tage Passionszeit. Quadragesima. Vierzig Tage, um das Leiden Christi zu begleiten und sich auf das Hoffnungslicht des Auferstehungstages vorzubereiten. Vierzig Schritte. Martin Luther interpretierte diese Zeit vor allem als einen inneren Weg. Nicht als eine Zeit des flüchtigen Verzichts, als Fastenzeit, sondern vielmehr als eine Zeit des Innehaltens, des Bewusstwerdens und der Besinnung. Eine Zeit der Annäherung. Schritt für Schritt. Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche begleiten diese vierzig Tage mit kurzen Meditationsanregungen.

Magdalena Tiebel-Gerdes, Pfarrerin der Evangelisch-Ökumenischen Gemeinde Ispra-Varese

Die diesjährige Fastenzeit steht unter dem Vorzeichen des Lockdown und der Gefährdung durch Covid 19. Da passt es gut, dass die Kampagne der EKD den Titel „Spielraum“ trägt. Wie können wir die Fastenzeit oder Passionszeit als „Spielraum“ nutzen?

Vielleicht im Sinne dieses, im Original italienischen Textes, verfasst von einer gewissen „Nadia“, der mir über WhatsApp zugekommen ist: nämlich in sich selber die Spielräume auszuloten, um mehr Raum für positive Schwingungen zu haben.

“Passion – Zeit des Fastens?

Die Passion sollte eine Zeit des fröhlichen Fastens sein
– Fasten vom uns auf Unterschiede fixieren und stattdessen, feiern, was uns im Leben verbindet
– Fasten von der Dunkelheit und stattdessen das Licht feiern
– Fasten vom Nachtragendsein und sich stattdessen dem Bewundern der Wunder der Natur widmen
– Fasten vom Frust und stattdessen die Dankbarkeit feiern
– Fasten von Wut und Nervosität und stattdessen Raum schaffen für Geduld
– Fasten vom Pessimismus und stattdessen das Leben voll Optimismus angehen
– Fasten vom Jammern und vom Egoismus und stattdessen die Hoffnung feiern

Fasten, Passion – eine Zeit der Begegnung mit dem Herrn!“

Sich bewusst Jesus Christus, der Natur und der Hoffnung zu öffnen, um so die Dunkelheiten in uns und um uns herum nicht Herr über unsere Stimmungen werden zu lassen.

Vielleicht wieder mit einer Gebetszeit am Morgen den Tag zu beginnen, damit schon der Start in den Tag gute Vorzeichen hat. Ein ruhiger Platz, eine Kerze, Bibel und / oder Gebetbuch reichen ja schon, um die Gedanken bewusst auf die Gnade und die Geschenke Gottes im Leben auszurichten. Und so dem Pessimismus, dem Jammern und Klagen, und dem Zorn nicht zu viel Platz in uns einzuräumen.

Feiern wir lieber das Leben und Gott, der uns darin jeden Tag begleitet!

Übersetzung Zitat: nd

Foto di Pezibear da Pixabay