Diakonie und Leidenschaft für Zahlen

Die beiden neuen Mitglieder im Konsistorium: Christine Fettig und Jens Ferstl

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien hat am zweiten Wochenende im Oktober nicht nur das Präsidium neugewählt, Wolfgang Prader und seine Stellvertreterin Ingrid Pfrommer, sondern auch die Laienmitglieder des Konsistoriums. Neben Cordelia Vitiello, die als gesetzliche Vertreterin der ELKI wiederbestätigt wurde, sind das Christine Fettig und Jens Ferstl, der auf Ingrid Pfrommer als Schatzmeister nachfolgt. Zwei Neue also in einem bereits eingespielten Team, die wir hier vorstellen möchten.

Christine Fettig

Wenn es darum geht, irgendwo mitanzupacken oder etwas zu organisieren, ist sie immer mit dabei. Christine Fettig ist seit rund zehn Jahren Mitglied des Presbyteriums der lutherischen Gemeinde Triest. Jetzt hat sie beschlossen, auch Erfahrung auf gesamtkirchlicher Ebene zu sammeln. Zumal, zumindest soweit sie sich erinnert, noch nie ein Vertreter der östlichsten ELKI-Gemeinde in die Kirchenleitung involviert war.

Christine Fettig lebt seit 1985 in Triest, sie hat in Deutschland Italienisch studiert und arbeitet als Lektorin für Deutsch am Dipartimento di Scienze giuridiche, del Linguaggio, dell’Interpretazione e della Traduzione der Universität Triest. Sie ist verheiratet und hat eine 24jährige Tochter. In ihrer Freizeit liebt sie es, sich in der freien Natur, vor allem im Wald aufzuhalten und zu wandern. Sie stammt aus einem 500-Seelen-Dorf in Rheinland-Pfalz und glaubt, dass das Aufwachsen in diesem Ambiente auch für ihre Sozialisierung sehr wichtig war.

Im Konsistorium würde sie sich gerne für die Diakonie einsetzen, wie sie es schon in ihrer gemeinde Triest tut. „Diakonie ist für mich“, so Christine Fettig, „die ureigenste Aufgabe der Kirche, das ist gelebte Nächstenliebe und ich denke, da kann eine Kirche gar nicht genug tun.“  Sie ist gespannt auf ihre neue Aufgabe und freut sich darauf, die ihr vom Konsistorium zugewiesenen Gemeinden, Verona-Gardone, Bozen und Turin, bald besser kennenzulernen. „Ich bin mir dessen bewusst, dass mit meiner neuen Aufgabe ein großer Zeitaufwand verbunden ist, aber ich finde, jeder sollte sich einmal Zeit für diese Dinge nehmen. Jede Gemeinde sollte reihum einmal im Konsistorium vertreten sein, nicht zuletzt, damit die übergemeindliche Ebene auch von allen wahrgenommen wird und die Gemeinden sich untereinander in der ELKI mehr verbunden fühlen.“

Jens Ferstl

Evangelisch ist er durch seine dänische Mutter, geboren ist er in Meran, wo er auch mit seiner Familie, bzw. mit seinen „vier Damen“, wie er sie liebevoll bezeichnet, lebt. Seiner Frau Alexa, den zwei großen Töchtern Anne Greta und Hanna Alexandra  und dem Nesthäkchen Ingrid Andrea. Durch die Kinder hat er sich nach den „Sturm und Drang Jahren“, wie er es nennt, der Gemeinde wieder angenähert. Zwölf Jahre, bis 2018, war er Schatzmeister in Meran, ein Amt, das übrigens auch sein Vater schon innehatte.

Als Mitglied des Finanzausschusses der ELKI hat er die drei letzten Schatzmeister begleitet. Seit 2010 arbeiten die ELKI und etwa die Hälfte der Gemeinden mit dem von ihm entwickelten, zweisprachigen Buchhaltungsprogramm. Zahlen sind seine Leidenschaft, in seiner Firma ist er ein Einzelkämpfer, aber er ist auch konsensfähig und bereit zum Zurückstecken, allerdings ohne gewisse Grundlinien aufzugeben. Eigentlich hätte er erst in vier Jahren als Schatzmeister der ELKI kandidieren wollen, die Umstände haben ihn jetzt schon dazu gebracht und seine Familie, das war die Vorbedingung, hat grünes Licht gegeben. Er ist jemand, der gerne im Hintergrund arbeitet, Spielregeln einhalten und Korrektheit sind ihm keine leeren Worte, sondern Bedingung.

Jetzt ist er gespannt, was die nächsten vier Jahren bringen werden, freut sich auf die Teambildung im Konsistorium und darauf, die Gemeinden der ELKI nun auch von einer anderen Seite kennenzulernen. Die ELKI, so Jens Ferstl,“ ist eine ungemein spannende Welt“. Einarbeiten in die Aufgaben des Schatzmeisters muss er sich jedenfalls nicht. Und auch die Zusammenarbeit mit dem Dekanat ist mehr als erprobt.

Neben Familie, Programmieren und ELKI hat er noch eine andere Leidenschaft: Jazz. Sein Lieblingsmusiker? „Gibt es nicht, je nach Lust und Laune.“Und damit ist er nicht allein. „Bei uns zuhause ist immer Musik.“

nd