Die 12. Synode der EKD in Dresden: auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens

Eröffnung Bedford Strohm und Irmgard Schwaetzer

Vom 10. bis 13. November haben sich in Dresden 120 Mitglieder zur 12. Synode der EKD eingefunden. Die Synode stand nicht zuletzt auch im Zeichen der historischen Bedeutung des Vortags, des 9. Novembers, 30. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin. Mehr denn je sieht die EKD ihre Aufgabe in einer engen Verbindung von Frömmigkeit und gesellschaftlichem Engagement. Dies betonten sowohl der Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford Strohm, als auch die Präsidentin der Synode, Irmgard Schwaetzer in ihren programmatischen Eröffnungsreden.

Ratsvorsitzender Landesbischof Heinrich Bedford Strohm: Die Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, so Bedford Strohm, hätten nichts an Aktualität verloren. Die Hoffnungen nach dem Mauerfall auf eine friedlichere Welt hätten sich nicht erfüllt, und die Ohnmacht, die viele Menschen angesichts der Niederlage einer auf Recht und Ethik orientierten internationalen Politik empfänden, gerade auch angesichts des völkerrechtswidrigen Einmarschs der Türkei in Syrien, der Kampfhandlungen gegen die Kurden, sei, so der Ratsvorsitzende der EKD, „ein Anlass mehr, mit Dringlichkeit friedensethische Konzepte zu entwickeln.“ Der EKD Vorsitzende, der die Menschen mit der Kraft des Evangeliums für die Kirche (zurück)gewinnen möchte, sparte nicht mit Kritik an der gegenwärtigen Politik, die hinter der gesellschaftlichen Dynamik, zum Beispiel in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, zurückbleibe. „Es braucht ein dringendes Engagement gegen den Klimawandel“, so der Bayrische Landesbischof, „auch die Bevölkerung erwartet sich das!“ Ein wichtiges Thema auch die Migrantenproblematik und die Seenotrettung. Wie bereits angekündigt, werde die EKD sich im Rahmen eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses für die Entsendung eines zusätzlichen Schiffes ins Mittelmeer einsetzen. Die Spendenkampagne hierfür starte im Dezember: #wirschickeneinSchiff.

https://www.ekd.de/bericht-des-rates-der-ekd-schriftlich-und-muendlich-51122.htm

Präses Irmgard Schwaetzer: Auch die Präsidentin der Synode der deutschen Evangelischen Kirche rief die Versammelten und die gesamte Kirche dazu auf, mit prophetischer Stimme für den Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Voraussetzung hierfür sei die Beteiligung junger Menschen sowie eine klare Haltung gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus. Schwaetzer sprach ein auch unter dem historischen Gesichtspunkt heikles Thema offen an: die Haltung der Kirche zu Antisemitismus und Rechtspopulismus. Nach dem Anschlag in Halle gäbe es keinen Zweifel, dass Kirche, dass Christen in ihrem Einsatz für die Demokratie und ihre Grundwerte, im Eintreten gegen Menschenverachtung, Hetze und Ausgrenzung entschieden, klar und laut auftreten müssten, wie lange nicht. In diese Richtung zeige auch das Anliegen der Synode, einen genaueren Blick auf rechtspopulistische Tendenzen in den eigenen Reihen zu werfen, womit schon in den vergangenen Monaten begonnen worden sei. Schwaetzer warnte vor Bequemlichkeit in schönen Kirchengebäuden und rief zu einem neuen Aufbruch auf: „Folgen wir Christi Beispiel, machen wir uns auf den Weg zu den Menschen, die wir erreichen wollen und die offen sind für unsere Botschaft. Es gelte heute die Weichen zu stellen, kritisch zu hinterfragen und lebhaft zu debattieren, um gute Entscheidungen zu treffen für die Kirche der Zukunft.

https://www.ekd.de/prasidiumsbericht-synode-2019-51284.htm

Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 12. Synode aus 120 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter der Leitung von Präses Irmgard Schwaetzer. Vorsitzender des Rates der EKD ist Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen, 21,1 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland, aufgeteilt auf mehr als 14.000 Kirchengemeinden.

nd