Jeder von uns ist ein Knoten in einem Netz

Treffen Frauenreferentinnen und Seminar Frauen-Netzwerk – Mediation und Black Thursday

Zweimal im Jahr treffen die Frauen und Referentinnen des Frauennetzwerks der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien zusammen. Seit letztem Jahr ist Renate Zwick aus Sizilien Nationalreferentin des Frauennetzwerks. Am letzten Wochenende im Oktober tagten die Frauen in Neapel zum Thema: Mediation in Kirche, Alltag und Familie.

Vor Beginn des Seminars am Freitagnachmittag trafen die Referentinnen zu einer Sitzung zusammen. Neben allgemeinen und bürokratischen Anliegen ging es vor allem um zwei Themen: die Aktion des FDEI, des Netzes der Frauen der Evangelischen Kirche gegen Gewalt an Frauen: Black Thursday und die Planung des nächsten Treffens, voraussichtlich in Bozen und mit dem Hauptthema Umwelt und Bewahrung der Schöpfung. Renate Zwick: „Wir wollen auch als Frauen dieses schon von der Synode 2019 aufgegriffene Thema weitertragen.“

Bezüglich des Black Thursday haben die Frauen beschlossen, in den Gemeinden der ELKI die entsprechenden Plakate und Broschen zu verteilen und über dieses Thema zu informieren. Aber nicht nur. Jede der Referentinnen wird das Thema Gewalt gegen Frauen auch in die ökumenischen Gruppen, an denen sie teilnehmen, z. B. im Rahmen des Weltgebetstages, einbringen. Auf der Homepage des Frauennetzwerks soll ein entsprechender Link zur Aktion der FDEI angebracht werden. „Für uns ist dieses Thema von größter Wichtigkeit, schließlich haben auch wir zu den Gründerinnen der Beobachtungsstelle Gewalt gegen Frauen gehört“, betont die Nationalreferentin Renate Zwick.

Das Seminar ab Freitagnachmittag war intensiv, arbeits- und ergebnisreich. Counsellor Maria Manzo führte die Frauen auch mit Spielübungen in das Thema ein. Es ging darum, die eigene Wahrnehmung von Konflikten zu erkennen und zu überdenken und den Konflikt auch als Chance, für sich und den anderen zu begreifen. Konflikte nicht nur als negativ, sondern auch als Möglichkeit zum persönlichen Wachsen und zum Vertiefen von menschlichen Beziehungen jeder Art zu leben und Alternativen für die Reaktion auf Konflikte zu überlegen.

Das Inputreferat von Felix Adado ging den Teilnehmerinnen besonders nahe. Der ehemalige Boat-Flüchtling aus Togo, nimmt mittlerweile an einer eine Ausbildung zum Counselor teil und hat in eindrücklicher Weise veranschaulicht, dass jeder einzelne von uns Knoten in einem Netzwerk ist. Unverzichtbar, weil schon das Fehlen eines Knotens das Netz als Struktur schwächt. Unverzichtbar, weil ein Netz Knoten für Knoten geknüpft wird.

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Vortrag der Beauftragten für Chancengleichheit der Evangelischen Kirche Württemberg, Ursula Kress, zum Thema Gleichstellung und Integration in Kirche und Gesellschaft nicht nur von Mann und Frau, sondern auch von LGBT, Flüchtlingen und generell von benachteiligten Menschen und wie man sich gegen Diskriminierung wehren kann.

Freitagabend nahmen die Teilnehmerinnen des Seminars an einem Konzert in der Evangelischen Kirche von Neapel teil. Am Samstag eröffnete eine Meditation von Pfarrerin Elisa Schneider die Arbeiten. Am Nachmittag gab es nach dem Workshop ein Kennenlern-Programm für Neapel mit Stadtführung und Museumsbesuch. Sonntag gestalteten die Frauen den festlichen Verabschiedungs-Gottesdienst für Elisa Schneider mit, die nach einem Jahr Neapel verlässt, um in Deutschland ihre erste Pfarrstelle anzutreten. Die Pfarrerin der Gemeinde Neapel, Kirsten Thiele, hat das Seminar des Frauennetzwerks intensiv mitbegleitet.

nd