Venedig: Einführungsgottesdienst von Pfarrer Johannes Sparsbrod

Der Thüringer Johannes Sparsbrod übernimmt die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Venedig
Festlicher Einführungsgottesdienst am Sonntag, 22. September um 17 Uhr

Verbindung von Kunst, Kirche und Glauben
Ökumene und christlich-jüdischer Dialog, Öffentlichkeitsarbeit
Langjähriger Gemeindepfarrer und Auslandserfahrung, Studien(Aufenthalte) in Jerusalem, New York und Argentinien
Sechs Jahre Pfarrer in Eisenach und auf der Wartburg

Glück und Herausforderung

Venedig ist die älteste Gemeinde der ELKI – Neue Zugänge zum Glauben durch Kunst

„Es ist mir wichtig, durch die Kunst neue Zugangsmöglichkeiten zum Glauben zu öffnen, sowohl für die Gemeinde, als auch für die Menschen, die auf der Suche nach Gott sind.“ Der 52jährige Johannes Sparsbrod wird in den nächsten sechs Jahren mit der ELKI-Gemeinde Venedig nicht nur die älteste lutherische Gemeinde in Italien, sondern wie ein Brief von Martin Luther an die Brüder und Schwestern in Venedig bezeugt, überhaupt eine der ältesten außerhalb Deutschlands betreuen.

Venedig ist wie so viele der ELKI-Gemeinden über eine ganze Region, das Veneto, verstreut und hat zwei Standpunkte, am Campo SS. Apostoli in der Nähe der Rialto-Brücke und in Abano Terme, sie liegt im Herzen einer der schönsten und kunsthistorisch bedeutendsten Städte der Welt und ist geprägt von einer langen Tradition im Bereich Kunst und Kultur, im interreligiösen und christlich-jüdischen Dialog sowie in der Tourismusseelsorge. Wer den Lebenslauf von Johannes Sparsbrod liest, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Pfarrstelle in der Lagunenstadt ihm tatsächlich auf den Leib geschnitten ist. „Seelsorge, auch Tourismusseelsorge, Kirche und Kultur, Ökumene, und der jüdisch-christliche Dialog, für den ich auch im Rahmen der ELKI zuständig sein werde, das sind von jeher meine Themen. Diese Stelle ist ein Glück und eine Herausforderung, die Krönung all meiner bisherigen Tätigkeiten “

Johannes Sparsbrod kann auf eine Vielzahl von Auslands- und Weiterbildungserfahrungen zurückblicken, er beherrscht mehrere Sprachen, darunter Neu-Hebräisch, hat 15 Jahre eine Dorfgemeinde im Weimarer Land geleitet und war nach einem Sabbat-Jahr in Buenos Aires für sechs Jahre Pfarrer für Ökumene, Mission, Öffentlichkeitsarbeit und Tourismusseelsorge in Eisenach.  Während seiner Gemeindetätigkeit hat er sowohl im Weimarer Land als auch während der Zeit der Reformationsfeierlichkeiten in Eisenach zahlreiche Projekte im Bereich Kunst und Kultur initiiert und begleitet. Er hat mit Künstlern und Autoren wie Tatzu Nishi (mit Alexander Ochs), Ai Weiwei oder Peter Härtling zusammengearbeitet.

Die Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien werden nach einem Auswahlverfahren von der EKD nach Italien entsandt, zunächst für einen Zeitraum von sechs Jahren, der auf weitere drei Jahre verlängert werden kann. In den meisten Gemeinden werden die Gottesdienste zweisprachig, italienisch deutsch gehalten.

Am Sonntag, 22. September um 17 Uhr wird Johannes Sparsbrod von der Vizedekanin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, Kirsten Thiele in der Kirche am Campo SS. Apostoli in Venedig feierlich in sein Amt eingesetzt

Es folgt ein Empfang

Zur Person

Der aus einem Pfarrhaushalt stammende Thüringer Johannes Sparsbrod wurde in seiner Jugend tief geprägt von den politischen Verhältnissen in der DDR, die in starkem Kontrast zum christlich spirituellen Alltag seiner Familie standen, der auch von innerer Freiheit und Musik gekennzeichnet war. Nach dem Ableisten des zweijährigen Militärdienstes, nahm der heute 52jährige 1987 das Studium der Evangelischen Theologie in Rostock auf, wo er sich 1989 aktiv an den friedlichen gesellschaftlichen Veränderungen beteiligte, die zur Wiedervereinigung Deutschland führten. Von 1990 bis 1995 konnte er sein Studium in Tübingen, Jerusalem und Jena fortsetzen. Von 1995-96 war er Mitarbeiter des „Lutheran Office for World Comunity“ bei der UNO in New York, wo er sich der großen politischen Verantwortung der Kirchen und der Bedeutung von ökumenischer Vernetzung bewusst wurde und in der Gemeinde St. Peters in Manhattan die Integration von modernerund zeitgenössischer Kunstformen in das Gemeindeleben erfahren konnte.

Nach dem Vikariat in Weimar und Quilmes (Argentinien), 1996-1998, wurde er in Gotha ordiniert. Für fast fünfzehn Jahre arbeitete Sparsbrod bis 2012 als Pfarrer in der Evangelischen Gemeinde Oßmannstedt im Weimarer Land, zu der weitere fünf Gemeinden gehörten. Neben der intensiven Seelsorge konnte er auch in der Diasporasituation auf dem Land seine internationalen und ökumenischen Erfahrungen einbringen, ebenso wie seine musikalischen Fähigkeiten. Sparsbrod spielt Cello und Posaune.

Bevor er 2013 für sechs Jahre zum Pfarrer in Eisenach für Ökumene, Mission, Öffentlichkeitsarbeit und Tourismusseelsorge berufen wurde, wo er auch für die Gottesdienste auf der Wartburg verantwortlich war, verbrachte Johannes Sparsbrod ein Sabbatjahr in Buenos Aires. In Eisenach lag sein Arbeitsschwerpunkt im Dialog von Bildung, Kunst und Kultur mit der Lebenswelt der Kirche und einer pluralistischen Theologie. Erwähnenswert sind vor allem zwei Kunstprojekte, die Installation „In bed with Martin Luther“ des japanischen Künstlers Tatzu Nishi 2016 sowie die Vorbereitung eines mehrtägigen Events im Rahmen des Europäischen Stationenwegs anlässlich des Reformationsjubiläums 2017, ein Projekt mit Ai Weiwei in Eisenach ist noch nicht abgeschlossen.

nd