Menschenrechte und Achtung des Anderen als Handlungs-Grundlage

Die Diakonie ELKI setzt Hoffnung in die neue italienische Regierung und ruft zu Solidarität auf
Die Diakonie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien ruft die neuformierte Regierung Italiens zu Umweltschutz, auch im Sinne der Bewahrung der Schöpfung sowie zu Maßnahmen zugunsten von Erziehung und Bildung auf; Solidarität, Menschlichkeit und Achtung der Menschenrechte sollten wieder als Grundlage politischen Handelns gelten. Ein erster Schritt sei die Revision der Sicherheitsdekrete und die damit verbundene Neuordnung der Flüchtlingspolitik  sowie das Eintreten für eine grundlegende Neufassung des Dublin-Abkommens, um das Flüchtlingsproblem in Zukunft gemeinsam mit den anderen europäischen Partner-Staaten anzugehen.

Klein zu sein, ist keine Entschuldigung sich der Pflichten und der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen zu entziehen.  Die Diakonie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien – eine Kirche mit nur einigen tausend Mitgliedern – setzt sich mit großem Engagement für zahlreiche konkrete soziale und humanitäre Projekte auf nationaler und lokaler Ebene ein, allein und im Netzwerk mit anderen Kirchen und Organisationen sowie unabhängig von Geschlecht, Sprache, Rasse und Glauben.

Angesichts der Bildung einer neuen Regierung in Italien und in Übereinstimmung mit den anderen evangelischen Kirchen in Italien, wie z. B. den Waldensern, ruft die Diakonie der ELKI Ministerpräsident Giuseppe Conti, M5S, Movimento Cinque Stelle, und seine neue Regierungskoalition aus M5S und PD, Partito Democratico, dazu auf, die im Vorfeld gemeinsam erarbeiteten Grundlagen im sozialen und humanitären Bereich in den Mittelpunkt ihres politischen Handelns zu stellen.

Die Diakonie gibt der Hoffnung Ausdruck, dass die Regierung konkret Projekte zum Schutz der Umwelt und der Schöpfung umsetzt;

in die Jugend investiert. Junge Menschen sind die Protagonisten und Stützen der italienischen und europäischen Gesellschaft von morgen. In junge Menschen investieren heiße, sie best-möglichst auszubilden, ihnen Werte wie Achtung vor dem/den Anderen zu vermitteln und so unverzichtbare Werte wie die Integration benachteiligter Menschen und die Empathie für Bedürftig vorzuleben;

sich darum bemühe, die sowohl in der italienischen Verfassung als auch in internationalen Übereinkommen und Verträgen festgeschriebenen Werte zu respektieren und zur Grundlage ihres Arbeitens zu machen. In dieser Hinsicht sei eine Revision der „Sicherheits-Dekrete“ unerlässlich, die in den vergangenen Monaten Grundlage der italienischen Flüchtlingspolitik Italiens waren. Diese hätten nicht nur die bis dahin geltenden (Hilfs)Maßnahmen der italienischen Flüchtlingspolitik außer Kraft gesetzt, sondern auch die Gewährung des Asylrechts aus humanitären Gründen aufgehoben. Das unverletzliche Recht auf Leben sei zumindest für jene Menschen stark gefährdet gewesen, die das “Unglück” hatten, auf der falschen Seite des Mittelmeers geboren zu sein.

In dem Bewusstsein, dass die neue italienische Regierung große Hürden zu überwinden haben werde und in der festen Überzeugung, dass gemeinsames Handeln von Solidarität getragen sein müsse, fordert die Diakonie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien die Regierung zum kontinuierlichen Austausch und zur konstruktiven Zusammenarbeit mit allen europäischen Partner-Ländern auf. Gemeinsam müsse es gelingen, die sogenannte Dublin-Verordnung schnellst möglich und dahingehend zu verändern, dass ein geeintes Europa gemeinsam und mit Überzeugung kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur humanitären Lösung des Flüchtlingsproblems umsetzen könne. “Richtet recht, ein jeder erweise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit, bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen, und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!“ (Sacharja, 7, 8-10).

Die Diakonie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien wird sich mit all ihren Kräften dafür einsetzen, dass dieser Grundsatz und die damit verbundenen Werte zunehmend geteilt und gelebt werden.

 

nd