Streit? Versöhnung!

Plötzlich bleibe ich an zwei Versen der Bibel hängen – und es eröffnen sich Gedanken, die mir wichtig werden für das zukünftige Handeln unserer Kirche (Glaube und Handeln): „Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn. Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, steh ihnen bei; sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen andern Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens stehen.“ (Phil 4,2-3).

Streit in der Gemeinde in Philippi damals! Zwei Frauen werden als die beiden Streitenden genannt. Evodia (der Name bedeutet „Wohlgeruch“) und Syntyche („glückliches Ereignis“) werden sonst nirgends erwähnt. Um was streiten die beiden, so dass es sogar Paulus im entfernten Ephesus zu Ohren kommt? Keine Angabe. Gut so! Denn so können wir – Männer und Frauen! – uns bei unseren Streitereien nicht heraushalten und sagen, das ginge uns nichts an! Für jeden Streit in unseren Gemeinden gilt der Aufruf des Paulus: Seid eines Sinnes in dem Herrn! Und oft ist es gut, einen Vermittler oder eine Beraterin zu haben, diesen „treuen Gefährten“, der namentlich nicht erklärt wird.

Nutzt die Zeit im Sommer, in der es in den Gemeinden ruhiger wird, zur Bearbeitung und Beilegung der Streitereien mit dem Ziel, „eines Sinnes in dem Herrn“ (concordi nel Signore) zu sein. Es wäre doch schade, wenn wir unsere Kräfte, mit denen wir „für das Evangelium gekämpft“  haben, für am Ende nutzlose Streitereien vergeuden würden! „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Kor 5,20) und versöhnt euch untereinander!

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Helmut Schwalbe, Pfr. der Gemeinde Torre Annunziata