"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?" - Chiesa Evangelica Luterana in Italia

“Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?”

Berge haben Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Sogar bis in die heutige Zeit gelten manche Berge als heilig. Denken wir an den Fudji in Japan, den Berg Garizim im Iran, den Horeb oder Sinai in Israel, den Olymp in Griechenland oder an den Kapitols-Hügel im alten Rom. Im Märchen sind Berge Symbole unüberwindlicher Hindernisse. Sagen und Mythen ranken sich um Berge und Gebirge. Erstaunlich, dass gerade in unserer säkularisierten Zeit immer mehr Menschen in die Berge strömen und von dort Erfahrungen mit-bringen, die wir durchaus als religiös bezeichnen können.

“Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?”, so fragt einer in Psalm 121, der einen Riesenberg vor sich hat. Vielleicht war es ein wirklicher Berg mit steilen Felswänden, der ihm Angst machte. Vielleicht war es aber auch eine schwere Aufgabe, die vor ihm lag, ein Problem, das es zu bewältigen galt, eine Situation, die ihn niederdrückte. Und so fragt er: “Woher kommt mir Hilfe?” Und dann antwortet ihm ein anderer mit seiner eigenen Erfahrung: “Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.” Da wird mitgeteilt, was der andere erfahren hat: dass Gott sich stärker erwiesen hat als alle Nöte und Ängste. Aus dieser Erfahrung heraus kann er den Ängstlichen, Mutlosen segnen und ihm zusagen, dass Gott auch ihn behüten und begleiten wird.

Auf vielen Bergen stehen Gipfelkreuze. Für mich sind sie Zeichen für Jesus, der neues Leben auch dorthin bringt, wo kein Leben mehr möglich scheint. Er erweist sich als Sieger über die Lebensfeindlichkeit, als Sieger über die Berge unseres Lebens. Sein Kreuz weist als Wegweiser und Orientierungspunkt über diese Berge hinaus auf die “Hilfe, die vom Herrn kommt, der Himmel und Erde gemacht hat.”

Viele werden in diesem Sommer in die Berge fahren, um der Wärme der Städte zu entgehen, um frische Luft zu tanken, um Fernsicht und Weite zu erleben, um sich Gott ein bisschen näher zu fühlen. Wo auch immer Sie den Sommer verbingen, die Hilfe, die vom Herrn kommt, begleite Sie!

Herzlich grüßt Sie aus Mailand, Ihr Johannes de Fallois, Pfr.