Lorenzo Vicentini, Synodaler der Gemeinde Mailand: “Unsere Wurzeln sind Ausgangspunkt unseres Handelns”

Lorenzo Vicentini ersetzt die langjährige Synodale der ELKI-Gemeinde Mailand, Doriana del Pizzo. Seit 22 Jahren ist er Mitglied der Gemeinde, wo er sich unter anderem im 2006 gegründeten „Mailänder Forum der Religionen“ engagiert hat. Vicentini spricht perfekt arabisch und verfügt über Grundkenntnisse des Farsi.

Vor 22 Jahren sind Sie über das Christliche Laboratorium zur evangelischen Gemeinde Mailand gestoßen und nun werden Sie sie erstmals als Synodaler im Kirchenparlament vertreten… 

Lorenzo Vicentini: Ja, und ich muss zugeben, dass ich diesen Anlass, meine erste Synode, ein bisschen erlebe wie die erste Einladung im Elternhaus der Verlobten. Es wird ein gegenseitiges Kennenlernen. Und ich bin natürlich sehr motiviert und auch sehr gespannt. Und das nicht nur wegen des Themas, Glauben und Handeln – Fede e Futuro, das meiner Meinung nach das einzige ist, das die vielfältigen diakonischen Initiativen der ELKI mit der Seelsorge vereinen kann, sondern auch wegen der Möglichkeit, mich mit anderen Gemeinden auseinanderzusetzen. Je besser wir vernetzt sind, desto zielgerichteter können wir handeln! 

Kennen Sie schon die anderen 14 Gemeinden?

Lorenzo Vicentini: Ich muss zugeben, dass ich bis heute nur Gelegenheit hatte, unsere Nachbargemeinde Ispra-Varese näher kennenzulernen, abgesehen von einigen kurzen Begegnungen mit der Gemeinde Genua. Für mich sind das Miteinander-Reden, der Ideen- und Gedankenaustausch, die Schaffung von gemeinsamen Standpunkten eine einzigartige Gelegenheit, um gemeinsam Kirche zu leben, um unsere Kräfte zu bündeln und um unseren gemeinsamen Glauben im Handeln umzusetzen.

Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten der ELKI in Bezug auf das Handeln, es handelt sich ja um eine doch sehr kleine Kirche? 

Lorenzo Vicentini: Ich sehe das wie in jedem Verein, in dem Freiwillige tätig sind. Man tut, was man kann und wenn jeder tatsächlich, das tut, was er kann, dann kann man gemeinsam Dinge erreichen und bewegen. Dies ist jedenfalls meine Erfahrung, die sich sowohl in der Claudiana-Arbeitsgruppe als auch im Forum für den interreligiösen Dialog, der mir persönlich ein großes Anliegen ist, bestätigt hat.

Was sagt Ihnen das 70 Jahr Jubiläum der ELKI, das im Rahmen der Synode gefeiert wird?

Lorenzo Vicentini: Vor 70 Jahren war Italien mit Sicherheit ein völlig anderes Land als heute! Wir sind dazu aufgerufen, uns einzumischen, auch in die politische Debatte. Wir sind uns unserer Wurzeln bewusst, das ist der Ausgangspunkt für unser Handeln.

nd