Renate Zwick, Nationalreferentin Frauennetzwerk: Es heißt, wachsam bleiben

Seit vergangenem Oktober ist sie die Nationalreferentin des Frauennetzwerks der ELKI und als solche nimmt sie nun zum ersten Mal an einer Synode teil. Renate Zwick lebt in Palermo und ist Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Sizilien

 Vom 25. – 28. April werden Sie an Ihrer ersten Synode teilnehmen. Aufgeregt?

Renate Zwick: Ich bin gespannt wie es funktioniert, wieviel Freiraum es gibt für Entscheidungs- und Meinungsbildung, wie intensiv Themen bearbeitet werden können, um Motivation zum Handeln freizusetzen.

Womit Sie schon das Thema der Synode ansprechen, Glauben und Handeln – Fede e Futuro. Was verbinden Sie damit?

Renate Zwick: Glauben und Handeln sind für mich untrennbar miteinander verbunden. Mein Glauben wird doch erst durch mein Handeln glaubwürdig! Ich persönlich bin eine immer Suchende. „Woran glaube ich eigentlich?“, das ist für mich eine ständig präsente Frage. Das Handeln hilft mir, Zweifel zu zerstreuen. Das ist wie ein Kreislauf. Ich handle, weil ich glaube und mein Glauben wird durch mein Handeln konkret, durch die Erfahrung von Solidarität, von Verzicht, von tiefem Verständnis in einer Begegnung, durch Grenzerfahrungen, die mich letztendlich auf meinen Glauben zurückwerfen.

Und wo sehen Sie konkrete Ansatzpunkte für das Handeln?

Renate Zwick: Das fängt für mich schon an, wenn es darum geht, Mut zu zeigen, seinen Glauben zu vertreten und sich damit auch gegen den Mainstream zu stellen. Mut, offen einzutreten für unsere Werte einer inklusiven Gesellschaft, die Menschen und ihre Umwelt schützt.

Haben Sie ein besonderes Anliegen als Vertreterin des Frauennetzwerkes?

Renate Zwick: Mir, oder besser uns vom Frauennetzwerk, liegt die Geschlechtergerechtigkeit auf der Welt sehr am Herzen, sie ist eine Voraussetzung für bessere Lebensbedingungen für alle. Es kann nicht angehen, dass die Hälfte der Menschheit so einfach beiseite gedrückt wird. In der evangelischen Kirche in Italien sind wir gut vertreten. In Europa sind Frauen vielleicht weniger Benachteiligungen ausgesetzt als in vielen anderen Ländern auf der Welt. Aber Rückschritte sind überall zu verzeichnen, und sind auch in Europa eine Gefahr, wie die zunehmende Gewalttätigkeit gegenüber Frauen zeigt, ganz zu schweigen von den vielen Frauenmorden. Es heißt wachsam bleiben für uns und für alle Frauen auf der Welt!

nd