Wolfgang Prader, Vize-Präsident der Synode: „Ein kleiner Leuchtturm in der Finsternis“

Wolfgang Prader, Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Bozen ist Vize-Präsident der Synode und als solche hat er das Programm der 4. Sitzung vom 25. Bis 28. April 2019 maßgeblich mitgestaltet.

Was verbinden Sie persönlich mit der Synode?

Wolfgang Prader: Für mich sind in diesem Jahr sehr stark die beiden Gedanken verbunden: 70 Jahre ELKI und Glauben und Handeln. Unsere siebzigjährige Geschichte ist für mich ein Auftrag. Nun geht es darum, wie wir die kommenden Jahre bestehen. Eine Herausforderung für mich ist auch unsere Identität, einerseits die deutschen Wurzeln, andererseits sind wir aber eine italienische Kirche und diese italienische Identität muss wachsen.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Wolfgang Prader: Ich sehe Handlungsbedarf weniger nach innen als vielmehr nach außen. Positionen einnehmen zu aktuellen Themen. Wir sind zwar eine kleine Kirche und ohne großen Einfluss, zumal in einem Land wie Italien, aber wir müssen uns sichtbar machen und tun das ja auch. Durch unsere vielfältigen diakonischen Projekte. Und damit meine ich nicht nur jene für Flüchtlinge, die natürlich sehr wichtig sind, aber wir haben auch viele andere für Bedürftige aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsschichten.

Haben Sie persönlich ein Leitbild für dieses Engagement?

Wolfgang Prader: Ein Leitbild ist sicher die Agenda 2030 mit ihren großen Themen. Themen wie Klimawandel, Kampf gegen Armut. Aber auch die Jugend, die sich engagiert und die auch uns „Große“ zu verantwortungsvollem Handeln aufruft.

Welche Rolle sehen Sie in all dem für die ELKI?

Wolfgang Prader: Die ELKI ist für mich eine Art kleiner Leuchtturm in der Finsternis. Eine Laterne in der Nacht. Eine Orientierung. Wir können eine Vorreiterrolle einnehmen durch unser Engagement.

Die Synode 2019 ist ihre vierte Synode…

Wolfgang Prader: Genau. Und ich freue mich wieder auf die Begegnungen, auf den Austausch mit den Synodalen. Auf dieses konkrete „Kirche leben“. Für mich ist die Synode etwas Lebendiges. Ein Ort, wo alles seinen Platz hat: konkrete Schwierigkeiten auf lokaler Ebene und das gemeinsame Lösung-Finden im Austausch. Aber auch weit über unsere Kirche hinaus: Auch dieses Jahr haben wir wieder kleine Arbeitsgruppen und dort erwarte ich mir, dass nicht nur Ideen geboren und festgehalten werden, sondern dass konkretes Handeln in Gang gesetzt wird und Projekte konkret umgesetzt werden.

nd