Peter Pavlovic, Studiensekretär KEK: die größte Herausforderung – auch an den Glauben

Peter Pavlovic ist Studiensekretär der Konferenz der Europäischen Kirchen mit Sitz in Brüssel. Zu seinen AufgabenPeter Pavlovicgehört die Förderung des Dialogs zwischen den Kirchen in Europa, der Dialog mit Politik und Gesellschaft. Seine Hauptthemen sind Umweltgerechtigkeit, Klimaschutz und eine nachhaltige Zukunft. Er wird gemeinsam mit Prof. Lothar Vogel von der Waldensischen Fakultät für Theologie und mit Cordelia Vitiello, gesetzliche Vertreterin der ELKI und Ratsmitglied des LWB an einer Podiumsdiskussion zum Thema der Synode, „Glauben und Handeln – Fede e Futuro“, teilnehmen.

Die ELKI ist eine kleine Kirche mit wenigen tausend Mitgliedern. Dennoch stellt sie sich der Verantwortung, die das Thema der Synode mit sich bringt. Was kann sie Ihrer Ansicht nach bewirken?

Peter Pavlovic: Die Größe spielt in christlichen Themen, und das Thema der Synode ist ein christliches Thema, keine Rolle. Der Hauptpunkt ist, wie ernst ist es mir damit und wie groß ist mein Glaube! Klima und eine nachhaltige Zukunft das ist die größte Herausforderung dieses 21. Jahrhunderts. Und nicht nur Klima per se, das sind Überlegungen für die gesamte Zukunft. Das ist eine große Herausforderung für uns alle als Christen und als Bürger unserer Länder, als Bürger Europas und als Bürger der Welt!

Ein Thema, das Einigkeit voraussetzen würde. Die aber nicht gegeben ist. Die derzeitige politische Situation lässt in dieser Hinsicht wenig Hoffnung…

Peter Pavlovic: Das stimmt. Die einzelnen Länder, Europa definieren sich nicht über dieses Thema. Es fehlen große und gemeinsam getragene Entscheidungen. Was es braucht, ist ein grundsätzlicher Wechsel des Verständnisses von Welt. Die Welt nicht länger als Ressource betrachten, die uns wie ein Selbstbedienungsladen zur Verfügung steht. Wir müssen von Konsumenten, von Benutzern zu Verantwortungsträgern werden. Und es ist auch Aufgabe der Christen dieses Thema in den Vordergrund zu stellen.

Sie meinen, auch die Christen sind aufgerufen zu einer Veränderung der Politik beizutragen?

Peter Pavlovic: Das ist eine Frage des Glaubens, was wir darunter verstehen. Was ist Glaube in dieser alles andere als „freundlichen“ Welt? Wir müssen lernen, die Bibel neu zu lesen vor dem Hintergrund dieser großen Herausforderung, die die Synode sich auch in ihrem Thema zu eigen macht. Glauben und Handeln – Fede e Futuro. Wie sollen wir Christen in dieser Welt leben? Antworten darauf können wir zum Beispiel in den Briefen des Apostels Paulus an die großen Städte der säkularisierten Welt, an Rom, an Korinth, an Thessaloniki finden.

Wie sind Sie persönlich zur Zukunft eingestellt?

Peter Pavlovic: Ich denke wir haben eine Chance. Wenn wir den Glauben haben.

 

nd. Foto von julien Roudier da Pixabay