Festlicher Auftakt der XXII Synode der ELKI in Rom

Ordination eines Pfarrers im Ehrenamt, Berichte und Diskussionen

Ein festlicher Eröffnungsgottesdienst, die Ordination eines ehemaligen Franziskaners zum Pfarrer im Ehrenamt und die Berichte von Synodalpräsidenten Georg Schedereit, von Dekan Heiner Bludau und von Schatzmeisterin Ingrid Pfrommer standen im Mittelpunkt des ersten Tages der 3. Sitzung der XXII Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, ELKI, in Rom.

Rom 29/04/2018 – Zu den ersten Gratulanten des neuen Pfarrers im Ehrenamt, Georg Reider, zählte der Ökumene-Beauftragte der Diözese Bozen, Don Mario Gretter. Er überbrachte nicht nur die Grüße seines Bischofs, Ivo Muser, sondern gab dem neuen Pfarrer im Ehrenamt Geschenke mit auf den Weg, die die Grundvoraussetzungen für sein Amt darstellten: Zuhören können, sich Zeit nehmen, um innezuhalten und auf das Wort Gottes zu hören, eine klare Sprache und die Ruhe, die es für eine alles andere als leichte Tätigkeit braucht. Auch die Ruhe, Gott wirken zu lassen. Georg Reider war vor sieben Jahren aus der katholischen Kirche aus- und in die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien eingetreten, mit seiner Ordination am 28. April erhielt er offiziell den Auftrag der öffentlichen Verkündung in Wort und Sakrament.

Ordination von Georg Reider

Ordination von Georg Reider

Die Arbeiten des Kirchenparlaments begannen wie üblich mit den Berichten von Synodalpräsident, Dekan und Schatzmeisterin. Präsident Georg Schedereit ging in seinem Bericht auf die seiner Ansicht nach den Protestantismus bezeichnenden Schlüsselworte ein wie Verantwortung, Vielfalt, Verstehen, Vernetzung und erlaubte sich nach eigenen Worten eine „zweisprachige Wortklauberei“. Doppelsprachigkeit, Diaspora und Demokratie machte er als Stärken in der DNA der ELKI aus.

Dekan Heiner Bludau nahm den roten Faden auf, der bei der Festsynode anlässlich des 500 Jahr Jubiläums 2017 aufgerollt worden war. 500 und 1, wie geht es weiter?, so die zentrale Fragestellung dieser Synode, die sich mit schwindenden OPM-Mitteln, mit zum Teil zurückgehenden Mitgliederzahlen, mit einem notwendigen Generationenwechsel und insgesamt mit einer neuen Standortbestimmung auseinanderzusetzen hat. „Wir sind kein Verein, sondern eine Kirche. Unsere Grundlage ist das Evangelium und nicht die Kirchensteuer und Konflikte müssen ausgetragen werden“, brachte er es auf den Punkt, ließ es sich aber auch nicht nehmen, die Highlights des vergangenen Lutherjahres Revue passieren zu lassen.

Schatzmeisterin Ingrid Pfrommer trug den Synodalen und dem Konsistorium die Bilanz der ELKI vor, keine leichte Aufgabe für sie und auch nicht für die Synodalen. Eine Sparpolitik ist unumgänglich, aber am Horizont ist doch ein heller Lichtstreifen auszumachen, so die Grundbotschaft.

Die nächsten Tage

Die Synode wird sich in den nächsten Tagen mit Grundsatzentscheidungen für die Zukunft ihrer Kirche befassen müssen. Unter anderem wird die Zukunft der Schule Santa Maria della Bruna im Golf von Neapel und ihre eventuelle Überführung in eine neue Trägerschaft diskutiert. Die Aufgaben der Diakonie und die Verantwortung der Kirche bei aktuellen Themen wie Immigration, Förderung der Zusammenarbeit und die Frage, ob und wie der ELKI mehr Sichtbarkeit verliehen werden kann.

Am Sonntagnachmittag werden die Synodalen in vier programmatische Arbeitsgruppen Weichen stellen und sich zu den Themen 1) ELKI Profil, 2) ELKI Prioritäten, 3) Mittelbeschaffung sowie 4) Internet- und Öffentlichkeitsarbeit auseinandersetzen. Montag steht u. a. die Neuwahl von Dekan und Vizedekan an. Dekan Heiner Bludau, Turin, stellt sich zur Wiederwahl, für das Amt der Vizedekanin kandidiert die Pfarrerin Franziska Müller aus Florenz.

Nd