Quo vadis. 501 – Was wir wollen

3. Sitzung der XXII. Synode der ELKI vom 28.04. – 01.05.2018 in Rom

Im vergangenen Jahr ging es um den festlichen Rückblick auf 500 Jahre Reformation, bei der Synode 2018 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, ELKI, steht hingegen die Zukunft im Brennpunkt. „Quo vadis, CELI – ELKI – 501 E adesso? Was wir wollen“ ist das bezeichnende Motto, unter dem sich das Kirchenparlament der ELKI, bestehend aus 55 Synodalen, vom 28. April bis 1. Mai in Rom versammelt.

Mit dem Dekan und dem Vize-Dekan stehen die beiden sowohl in spiritueller als auch in programmatischer Hinsicht leitenden Funktionen der ELKI zur Wahl. Heiner Bludau, Pfarrer in Turin, stellt sich nach einer ersten Amtsperiode zur Wiederwahl als Dekan, Urs Michalke, Pfarrer der Gemeinde Verona hingegen stellt sein Amt als Vize-Dekan zur Verfügung. Um seine Nachfolge bewirbt sich Pfarrerin Franziska Müller, die mit ihrem Mann Pfarrer Friedemann Glaser die Gemeinde Toskana – Emilia–Romagna betreut.

Die Wahl ist aber nur der letzte Tagesordnungspunkt dieser Synode, die geleitet wird von Synodalpräsident Georg Schedereit und seinem Vize Wolfgang Prader. Weichenstellung für die Zukunft ist das Stichwort für die Arbeiten, die sich das kollektive Organ der ELKI für ihr Jahrestreffen vorgenommen hat. 501 – das ist ein Aufruf, sich nicht auf dem durch die Reformationsfeierlichkeiten erlangten Bekanntheitsgrad auszuruhen, sondern konstruktiv an der Zukunft dieser ebenso kleinen wie aktiven Kirche zu arbeiten.

Im Zentrum stehen am Sonntagnachmittag vier programmatische Arbeitsgruppen zu je 15 Teilnehmern, die sich mit den Thematiken 1) ELKI Profil, 2) ELKI Prioritäten, 3) Mittelbeschaffung sowie 4) Internet- und Öffentlichkeitsarbeit befassen werden. In den Kleingruppen sollen die Fragen vertieft werden, wie sich die Evangelisch-Lutherische Kirche besser und nachhaltig in der italienischen Öffentlichkeit präsentieren kann, auch mit dem Ziel Menschen zur Mitarbeit einzuladen. Bei den Prioritäten geht es über den seelsorgerischen Auftrag hinaus um die Stellung und Verantwortung in der Gesellschaft. Große Bedeutung wird dem Thema der Mittelbeschaffung zugemessen. Die ELKI unterliegt den Schwankungen der OPM-Verteilung (jeder italienische Steuerzahler kann acht Promille seines Steuervolumens einer konfessionellen Gruppe zukommen lassen), was für die kleine und nicht mit Mitteln gesegnete ELKI alljährliche eine Herausforderung darstellt. Die Öffentlichkeits- und Internetarbeit schließt sich an alle anderen Thematiken an, darunter fällt auch die Behandlung von Medienpräsenz und Medienwirksamkeit heute. Denn aus der Vernetzung können zielführende Synergien erwachsen.

Die Gäste des Kirchenparlaments der ELKI kommen aus Italien, Deutschland, Österreich, Ungarn und Slowenien und sind während der Workshops der Synodalen zu einer Führung durch einige Strukturen in Rom geladen, die sich der Immigranten annehmen bzw. zeigen, wie Integration funktionieren kann.

Die ELKI hat in den vergangenen Jahren weit über ihre Größe hinaus Einfluss genommen und Engagement gezeigt bezüglich der wichtigen Themen, die die italienische Gesellschaft beschäftigen. Allen voran das Immigrantenproblem. In allen Gemeinden gibt es Projekte zur Unterstützung dieser vor Krieg, Hunger und Gewalt geflüchteten Menschen. Mit dem Hilfsprojekt für die Opfer des Dublin III Abkommens, der Aufnahme und Vermittlung von abgeschobenen Flüchtlingen, hat die ELKI ein deutliches Zeichen gesetzt, was christliche Verantwortung für Protestanten bedeutet. Die ELKI hat sich auch an der Diskussion um das strittige und am 31. Januar 2018 endlich in Kraft getretene Gesetz bezüglich der verbindlichen Patientenverfügung beteiligt.

nd