(Deutsch) Isländische lutherische Kirche führt erste Frau ins Bischofsamt ein

LWB-Generalsekretär sendet Glückwünsche an Bischöfin Agnes M. Sigurðardóttir

 

Reykjavik, Island/Genf, 11. Juli 2012 (LWI) – Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Martin Junge, hat die Einführung von Bischöfin Agnes M. Sigurðardóttir, die als erste Frau in Island dieses kirchliche Leitungsamt übernimmt, als Bestätigung der Führungsrolle von Frauen in der Kirche begrüsst. „Wir feiern Ihre Weihe als Bischöfin im Gedenken an den Auftrag, den Jesus seinen Jüngerinnen erteilt hat, ihm nachzufolgen und an Gottes Mission in der Welt teilzunehmen“, schrieb Junge in seinem Glückwunschschreiben, das Bischöfin Jana Jeruma-Grinberga von der Lutherischen Kirche in Grossbritannien im Namen des LWB bei dem Empfang verlas, der nach dem Weihegottesdienst am 24. Juni in der Hallgrímskirkja, der Kathedrale von Reykjavik, stattfand. In der Taufe, so Junge, werde jeder Christ, jede Christin zur Teilnahme an dieser Mission berufen und ermächtigt. Sigurðardóttir betonte in ihrer Predigt im Weihegottesdienst, alle Kirchenmitglieder hätten in der Kirche Aufgaben zu erfüllen. „Wir sollen Gott dienen, dem Gott, der uns Jesus Christus offenbart hat. Dieser Dienst ist nicht ein Dienst der wenigen, sondern ein Dienst aller, zu allen Zeiten“, erklärte sie.

Eines der Hauptziele der neuen Bischöfin wird es sein, mehr Menschen für die Evangelisch-Lutherische Kirche Islands zu gewinnen, die in den letzten Jahren Mitglieder verloren hat. „Wir sollten das mit Freude und mit Interesse tun, nicht nur um die Mitgliederzahlen zu steigern, sondern um der guten Botschaft willen, die uns anvertraut worden ist“, betonte sie. Sigurðardóttir wurde im zweiten Wahlgang mit 64,3 % der Stimmen gewählt. Sie folgt Karl Sigurbjörnsson nach, der Ende Juni in den Ruhestand getreten ist. Die neue Bischöfin war zuvor in der Jugendarbeit, als Gemeindepfarrerin und als Regionaldekanin tätig. Junge wies in seinem Grusswort an Sigurðardóttir darauf hin, dass die vom LWB-Rat 2007 angenommene Erklärung zum bischöflichen Amt die Rolle der Kirche bekräftige, einer verwundeten Welt, einschliesslich der Opfer der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, Heilung und Versöhnung zu bringen. „Die Kirche wird vertrauenswürdiger, wenn wir zusammenstehen und an der Seite Not leidender Menschen für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit eintreten“, schloss der Generalsekretär.